Haiti 2010: Eine Krankenschwester von Ärzte ohne Grenzen versorgt Cholera-Patienten im Krankenhaus Petite Rivière. © Spencer Platt /Getty Images
 
Haiti 2010: Eine Krankenschwester von Ärzte ohne Grenzen versorgt Cholera-Patienten im Krankenhaus Petite Rivière.


Haiti

Eine Ausbreitung der Epidemie verhindern

Im Norden und im Landesinneren Haitis setzt sich die Cholera-Epidemie fort. Daher ist es sehr wichtig dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung in diesen Regionen eine Behandlung bekommt. Nachdem der Hurrikan Tomas aus Haiti abgezogen ist, können die Teams ihre Aktivitäten ausweiten.

Bislang hat Ärzte ohne Grenzen mehr als 6.400 Patienten behandelt, die an Durchfall erkrankt waren. Darunter waren sehr viele Fälle, die mit einer starken Austrocknung einhergingen, was ein typisches Symptom für Cholera ist.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt in der Region Artibonite, wo die Cholera ursprünglich ausgebrochen war, zwei Krankenhäuser des Gesundheitsministeriums. Teams der Organisation arbeiten in Hauptkrankenhäusern in St. Marc und Petite Riviere. Zudem versorgen sie die Einrichtungen unter anderem mit Infusionsflüssigkeiten, Kathetern und Chlor zur Desinfektion.

Cholera
Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
Desinfektion
Abtötung, Reduzierung bzw. Entfernung von krankheitserregenden Mikroorganismen wie Bakterien und Viren
Infusion
(lat. infundere: hineinfließen) Einbringen von Flüssigkeiten in den Körper, meist in eine Vene

 

Sorge um eine Ausbreitung der Epidemie in ländliche Gebiete

Hilfe wird aber vor allem auch außerhalb stärker besiedelter Orte gebraucht. "Es ist wichtig, dass auch kleinere Gemeinden abseits der bevölkerungsreicheren Zentren Zugang zur Behandlung bekommen", sagt Kate Alberti, die für Epicentre arbeitet, das epidemiologische Forschungsinstitut von Ärzte ohne Grenzen. "Wir machen uns große Sorgen um eine Ausbreitung der Epidemie in ländliche Gebiete, da es schwierig ist, die dort bestehenden Gesundheitszentren zu erreichen. Behandlungszentren müssen aufgebaut und vorhandene Einrichtungen weiter unterstützt werden, um einen sofortigen Zugang zur Behandlung sicherzustellen." Um dieses Ziel zu erreichen, hat Ärzte ohne Grenzen in einigen Regionen schon damit begonnen, Gesundheitszentren mit Material zu beliefern, so zum Beispiel in Gros Morne. Auch das im äußersten Norden gelegene Krankenhaus von Port de Paix wurde bereits versorgt. Zudem bereiten Mitarbeiter Cholera-Behandlungszentren in Gonaives und Bassin Bleu vor.

Cholera
Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.

 

Aktivitäten in Port-au-Prince und Leogane

In den eigenen Einrichtungen von Ärzte ohne Grenzen in der Hauptstadt Port-au-Prince sind die Teams darauf vorbereitet, Patienten mit Verdacht auf Cholera zu behandeln. 300 Betten stehen hierfür bereits zur Verfügung - 850 sollen es in Kürze werden. In den vergangenen Tagen wurden in den Einrichtungen der Organisation bereits einige Dutzend Patienten mit schwerem Durchfall behandelt. Zudem erhalten zwei Krankenhäuser des Gesundheitsministeriums Unterstützung von Ärzte ohne Grenzen. Auch in Leogane betreibt Ärzte ohne Grenzen ein Krankenhaus, und nun wurde dort auch ein Cholera-Behandlungszentrum mit 20 Betten eingerichtet.

3.000 Mitarbeiter arbeiten zurzeit für Ärzte ohne Grenzen in Haiti. Zusätzlich sind 400 haitianische und 75 internationale Kollegen mit Aktivitäten gegen die Cholera-Epidemie beschäftigt.

 

 

 

 

Cholera
Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.

 

6. November 2010

Fotos: Spencer Platt /Getty Images



Länderinformationen

Haiti
Haiti
Fläche:27 750 km²
Einwohner:9,780 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,2/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
84/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):52 J.
Lebenserwartung (Frauen):53 J.
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