Die Möglichkeiten, den Menschen zu helfen, haben sich durch das aufblasbare Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen auf einem Gelände in Port-au-Prince verbessert. Dort führen drei Teams Operationen durch, in den Zeltstationen gibt es Platz für rund 180 Patienten.
"Hier haben die Patienten weniger Angst", erzählt Veronica Chesa, eine Krankenschwester, die im aufblasbaren Krankenhaus mit dem Namen "Saint-Louis" arbeitet. Die Zeltstruktur des aufblasbaren Krankenhauses wirkt auf sie beruhigend. Die Menschen schlafen besser ein, und ich konnte feststellen, dass auch weniger nach Beruhigungsmitteln gefragt wird.
Die psychischen Auswirkungen des Erdbebens, sind für alle, die die Katastrophe erlebt haben, schlimm. 18 Psychiater und Psychologen von Ärzte ohne Grenzen unterstützen Patienten, aber auch Mitarbeiter, die das Erdbeben erlebt und danach weitergearbeitet haben. "Der erste Schritt besteht darin, die Menschen zu informieren, ihnen zu sagen, dass sie nicht verrückt sind, wenn sie jetzt unter Stress leiden", sagt German Casas, Psychiater von Ärzte ohne Grenzen. Wir sagen ihnen: "Es ist normal, sich zu ängstigen. Furcht ist nützlich, weil sie einen auch beschützt."
Stefaan Maddens gehört zu diesem Team und betont, wie wichtig es ist, Patienten mit Crush-Syndrom ausfindig zu machen. "Die Nachricht, dass wir Patienten mit Nierenversagen behandeln können, muss alle Mediziner in Port-au-Prince erreichen. Wir haben sieben Dialysemaschinen und können dadurch täglich viele Patienten behandeln. Für die meisten dieser Menschen ist das eine lebensrettende Behandlung.
Außerhalb von Port-au-Prince, in der Stadt Grand Goave, verteilen die Teams Haushaltsutensilien wie Seife, Eimer und Decken verteilt. Mehr als 1.300 Familien erhielten in den vergangenen Tagen solche Güter. Auch in Jacmel soll die Verteilung heute den gleichen Umfang erreichen, und in Leogane sollen ebenfalls 1.200 Kits mit solchem Material ausgegeben werden.
| Haiti | |
|---|---|
| Fläche: | 27 750 km² |
| Einwohner: | 9,780 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,2/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 84/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 52 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 53 J. |