Hans van Dillen, einer der Landeskoordinatoren von Ärzte ohne Grenzen in Port-au-Prince sagt, dass die Menschen sofort darauf reagiert haben. "Als die Menschen gesehen haben, dass wir damit begonnen haben, in Carrefour zu arbeiten, bildeten sich am Eingang Schlangen. Patienten wurden in Schubkarren gebracht oder von Menschen auf dem Rücken hergetragen. Es gibt in der Gegend andere Krankenhäuser, aber die sind bereits mit verletzten Menschen überfüllt, und die Anzahl haitianischer Mitarbeiter und der Vorrat an medizinischem Material sind begrenzt."
Ärzte ohne Grenzen hat es geschafft, mehr als 70 zusätzliche internationale Mitarbeiter nach Port-au-Prince zu holen, die meisten sind über die Dominikanische Republik angereist. Durch sie bekommen die 30 internationalen Mitarbeiter, die seit dem Erdbeben durchgearbeitet haben, allmählich etwas Entlastung.
Ärzte ohne Grenzen weitet die Aktivitäten schnell aus, und als nächstes werden Gebiete der Stadt erkundet, in denen große Not befürchtet wird. Die Mitarbeiter hoffen, in Kürze weitere medizinischen Aktivitäten starten zu können, um die großen Bedürfnisse zu lindern. Mobile Teams sollen in solchen Regionen mit der Arbeit beginnen, in denen es keine funktionierenden Gesundheitseinrichtungen gibt. Außerdem soll psychologische Hilfe für die traumatisierten Menschen angeboten werden.
Die Organisation versucht noch immer, haitianische Mitarbeiter ausfindig zu machen, von denen bislang keine Nachricht vorliegt, und macht sich große Sorgen über deren Wohlbefinden. Es ist inzwischen leider auch klar, dass einige der haitianischen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen die Katastrophe nicht überlebt haben.
| Haiti | |
|---|---|
| Fläche: | 27 750 km² |
| Einwohner: | 9,780 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,2/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 84/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 52 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 53 J. |