Haiti

Teams von Ärzte ohne Grenzen leisten nach Hurrikans verstärkt Hilfe in Gonaïves

Rund zwei Wochen nachdem Haiti von Hurrikan "Gustav", Wirbelsturm "Hanna" und Hurrikan "Ike" getroffen wurde, haben viele Menschen in der zerstörten Stadt Gonaïves noch immer keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und Nahrungsmitteln. Zwar sind die Überschwemmungen größtenteils zurückgegangen, einige Teile der Stadt im Norden Haitis bleiben jedoch unzugänglich. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen unterstützt seit dem 4. September das Rabouteau Gesundheitszentrum in Gonaïves. Bisher wurden dort mehr als Tausend Konsultationen durchgeführt.

Haiti 2008: Anwohnerinnen auf einer überfluteten Straße in Gonaives. © AP Photo/Ariana Cubillos
Haiti 2008: Anwohnerinnen auf einer überfluteten Straße in Gonaives.

Das Team im Rabouteau Gesundheitszentrum hat bisher rund 250 Verwundete versorgt und 20 chirurgische Eingriffe vorgenommen. Immer mehr Patienten kommen mit Krankheiten wie Durchfall, Atemwegsinfektionen oder Hauterkrankungen, die von den Überschwemmungen verursacht oder begünstigt wurden. Seit dem 14. September leisten die Mitarbeiter außerdem mit mobilen Kliniken Hilfe. Etwa 20 Gesundheitszentren in Gonaïves sind wegen unpassierbarer Straßen nach wie vor nicht zu erreichen.

Am 15. September war ein Team mit drei Krankenschwestern und einem Arzt in der Universität von Gonaïves, in der rund 100 Familien mit Kindern seit zwei Wochen ohne sauberes Trinkwasser und medizinische Hilfe leben. Sie untersuchten 36 Erkrankte, von denen die meisten an Fieber, Durchfall oder Atemwegsinfektionen litten. Wo Menschen unter diesen Bedingungen eng beieinander leben, besteht ein erhöhtes Krankheitsrisiko.

Gesundheitszentrum
Zentrum, in dem die Patienten medizinisch untersucht werden und eine Erst-und Grundversorgung erhalten. Herzstück der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in Flüchtlingslagern. Kleinere Einheiten werden als Gesundheitsposten bezeichnet. Die Statistiken der Zentren dienen gleichzeitig zur epidemiologischen Überwachung.
Trinkwasser
Sauberes Wasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, 20 Liter sind unter diesen Bedingungen das Minimum zum Trinken, Waschen und Kochen.

 

23 Tonnen Hilfsgüter eingeflogen

Derzeit arbeiten 20 internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Gonaïves, darunter acht Mediziner und neun Logistiker. Bisher hat Ärzte ohne Grenzen 23 Tonnen Hilfsgüter vor Ort gebracht. Darunter sind medizinische ebenso wie Wasser- und Sanitärmaterialien sowie Medikamente. Weitere Mitarbeiter sind auf dem Weg in die Stadt, und es ist geplant, die mobilen Kliniken auszubauen und ein Gesundheitszentrum für kompliziertere chirurgische Eingriffe aufzubauen.

In den vergangenen Tagen haben die Teams außerdem an neun Orten Wasserverteilungssysteme eingerichtet. Damit können sie täglich mehr als 100.000 Liter Trinkwasser bereitstellen. Die Mitarbeiter arbeiten daran, noch mehr sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen verfügbar zu machen.

Gesundheitszentrum
Zentrum, in dem die Patienten medizinisch untersucht werden und eine Erst-und Grundversorgung erhalten. Herzstück der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in Flüchtlingslagern. Kleinere Einheiten werden als Gesundheitsposten bezeichnet. Die Statistiken der Zentren dienen gleichzeitig zur epidemiologischen Überwachung.
Logistik
Planung und Organisation aller Aufgaben, die zur Durchführung der Projekte notwendig sind.
Trinkwasser
Sauberes Wasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, 20 Liter sind unter diesen Bedingungen das Minimum zum Trinken, Waschen und Kochen.

 

Erkundungen in schwer zugänglichen Gegenden

Im schwer erreichbaren Norden Haitis hat Ärzte ohne Grenzen mehrere Erkundungstouren durchgeführt und Gesundheitszentren und Arzneiausgaben in Anse Rouge, Bombardopolis, Mole Saint Nicolas, Jean Rabel und Tortue Island mit Medikamenten versorgt. Im Inneren des Landes haben sich die Mitarbeiter in Saint Marc, Desdunes, Dessalines und L'Ester ein Bild von der Lage gemacht. Weitere Erkundungstouren im Norden, Zentrum und Süden Haitis sind geplant.

Parallel zum akuten Nothilfeeinsatz wegen der Überschwemmungen laufen die bestehenden Projekte von Ärzte ohne Grenzen in der Hauptstadt Port au Prince weiter. Die Mitarbeiter stellen hier im La Trinité Trauma Center allgemeinmedizinische und chirurgische Hilfe bereit, betreiben im Jude Anne Krankenhaus eine Notaufnahme für Geburtshilfe und arbeiten mit mobilen Teams im Armenviertel Martissant.

 

16. September 2008

Fotos: AP Photo/Ariana Cubillos



Länderinformationen

Haiti
Haiti
Fläche:27 750 km²
Einwohner:9,780 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,2/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
84/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):52 J.
Lebenserwartung (Frauen):53 J.
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