Brasilien
Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick
Im Juni 2010 kam es im nördlichen Bundesstaat Alagoas zu schweren Überschwemmungen: 34 Menschen starben, 54 Bewohner wurden als vermisst gemeldet und 25.000 Personen aus ihren Häusern vertrieben.
Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)
- In den Tagen nach der Überschwemmung stellte sich heraus, dass Tausende Menschen in Kirchen, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen Unterschlupf gefunden hatten und dort unter prekären Bedingungen lebten. In einer Schule teilten sich beispielsweise fast 1.000 Menschen sechs Latrinen. In den großen, kollektiven Unterkünften war die Lage chaotisch, es mangelte vor allem an Hygiene. Es wurden große, temporäre Unterkünfte gebaut, und die Teams von Ärzte ohne Grenzen installierten Wasserhähne, Duschen und Latrinen, wo sie am dringendsten gebraucht wurden. Darüber hinaus verteilten sie Hilfsgüter wie Plastikschüsseln, Handtücher, Seife und Zahnbürsten.
Da die Menschen bei der Überschwemmung teilweise ihr ganzes Hab und Gut verloren hatten, litten viele unter Angststörungen und Depressionen. In den Dörfern Branquinha und Murici führten die Mitarbeiter rund 300 psychologische Beratungen durch. Diese Hilfe ist wichtig, da sie verhindert, dass akute psychologische Probleme chronisch werden. Sie hilft den Patienten, ihren Alltag erneut zu strukturieren und ihr Leben auf eine gesunde und ausgeglichene Weise wiederaufzunehmen.
Als die Notphase nach zwei Monaten beendet war, übergab Ärzte ohne Grenzen Ende August die Aktivitäten an die lokalen Behörden und andere Organisationen. Die Teams hatten bis dahin als Teil des Übergabe-Prozesses rund 200 lokale medizinische Fachkräfte trainiert, um die Fortsetzung der psychologischen Hilfe zu garantieren. Zudem unterstützten sie die lokalen Organisationen dabei, ihre Nothilfe-Aktivitäten zu verbessern.
- Latrine
- Plumpsklo
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1991 in Brasilien.
31. Mai 2011
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Fotos: David Prichard