Uganda 2007: Bei Ausbruch einer Meningitis-Epidemie gehört die Impfung der Bevölkerung zu den ersten Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. © Vanessa Vick
 
Uganda 2007: Bei Ausbruch einer Meningitis-Epidemie gehört die Impfung der Bevölkerung zu den ersten Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.


Uganda

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Ärzte ohne Grenzen behandelt HIV/Aids, Tuberkulose (TB) und Malaria in Uganda. Zudem betreut die Organisation Ernährungsprojekte für mangelernährte Kinder.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • In der nördlichen West-Nil-Region, entlang der Grenze zum Sudan, hat Ärzte ohne Grenzen seit dem Jahr 2002 mehr als 16.000 Menschen mit HIV/Aids behandelt. Nach vielen Jahren des gewaltsamen Konflikts wird das Gesundheitssystem in diesen nördlichen Distrikten langsam wiederaufgebaut. Zu den größten Herausforderungen gehören der Mangel an ausgebildetem Gesundheitspersonal sowie die unregelmäßige Lieferung von Medikamenten. Dies ist besonders bei Arzneimitteln für HIV/Aids, TB und Malaria der Fall. In dem nordwestlichen Arua-Distrikt behandelt Ärzte ohne Grenzen HIV/Aids-Patienten, die mit TB koinfiziert sind. Zudem erhalten HIV-infizierte Kinder und Erwachsene zusätzliche Nahrungsmittel, und bei Schwangeren wird medikamentös die Übertragung des HI-Virus auf das Kind verhindert. Von den 7.740 Patienten, die derzeit im Krankenhaus behandelt werden, erhalten mehr als 5.000 antiretrovirale Medikamente. Zudem unterstützt Ärzte ohne Grenzen dezentralisierte HIV/Aids-Kliniken in anderen ländlichen Gebieten.
  • Ärzte ohne Grenzen versorgt weiterhin Flüchtlinge mit medizinischer Hilfe, die Ende 2008 vor den Kämpfen in der Demokratischen Republik Kongo geflohen sind. Von Februar bis Mai unterstützten die Mitarbeiter auch eine Flüchtlingsansiedlung mit medizinischer Hilfe und sanitären Anlagen.
  • Malaria ist zwar endemisch in Uganda, aber die effektivste Behandlung mit dem Kombinationspräparat Artemisinin ist nicht immer ohne Weiteres verfügbar. In Madi Opei, einem ländlichen Gebiet im Norden des Landes, behandelte Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2009 mehr als 27.000 Malaria-Patienten. Jeden Monat kümmern sich die Teams zudem um etwa 7.000 ambulante Patienten und 200 Schwangere. Ein Problem stellt auch Hepatitis E dar, eine Virus-Infektion, die durch verseuchtes Wasser oder verunreinigte Nahrungsmittel übertragen wird. Sie ist unheilbar, und es gibt keine Impfung dagegen. Die Epidemie, die im Jahr 2007 in den nördlichen Distrikten Kitgum und Pader ausgebrochen war, hielt 2009 an. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen behandelten die Patienten, sorgten für sauberes Trinkwasser, stellten sanitäre Anlagen bereit und versuchten, die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, indem sie neue Fälle aufspürten und Aufklärungskampagnen durchführten. Im Jahr 2009 kümmerten sie sich um 1.450 Patienten mit Hepatitis B.
  • Jahrzehntelang wurde die entlegene Karamoja-Region, im Nordosten des Landes, politisch vernachlässigt und ohne ausreichende Gesundheitsversorgung gelassen. Die dort lebenden Karamojong sind Halbnomaden. In der Region kommt es immer wieder zu Gewalt, die jeden Monat zum Tod von Dutzenden Menschen führt. Medizinische Hilfe ist aufgrund der Unsicherheit nur schwer möglich. Der schlechte Gesundheitszustand der Menschen wird durch eine chronische Ernährungskrise verschlimmert, die wiederholt zu Fällen von akuter Mangelernährung führt. Im Jahr 2009 führten die Teams von Ärzte ohne Grenzen rund 20.000 Konsultationen durch und untersuchten etwa 2.500 Schwangere mit Hilfe von mobilen Kliniken oder im Krankenhaus.
Aids
acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom
Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
Impfung
Erzeugung einer Immunität zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Aktive Immunisierung: Durch die Gabe von abgeschwächten Krankheitserregern wird der Körper zur Bildung von Antikörpern gegen die jeweiligen Erreger angeregt. Passive Immunisierung: Gabe von Antikörpern (Immunglobulinpräparaten).
Malaria
Häufigste Tropenkrankheit, die durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragen wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken 300 bis 500 Millionen Menschen jährlich an Malaria, mehr als eine Million Menschen sterben daran. Ärzte ohne Grenzen setzt sich für die Behandlung mit schnell wirksamen und gut verträglichen Kombinationspräparaten auf der Basis des Wirkstoffs Artemisinin (ACT) ein.
Trinkwasser
Sauberes Trinkwasser ist eine Voraussetzung zum Überleben und zur Vermeidung von Krankheiten. Mitarbeiter bohren Brunnen, organisieren Wassertransporte oder pumpen Flusswasser ab und entkeimen es, meist mit Chlor. Mindestens fünf Liter pro Tag braucht ein Mensch im Flüchtlingslager zum Überleben, Ziel sind jedoch mindestens 20 Liter zum Trinken, Waschen und Kochen.
Virus
Viren sind Erreger, die entweder nur DNA oder RNA enthalten und zu ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung die Enzyme einer Wirtszelle benötigen, auf die sie sich dann häufig krankheitsauslösend wirken.

 

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1980 in Uganda.

 

April 2010
Fotos: Vanessa Vick



Länderinformationen

Uganda
Uganda
Fläche:241 038 km²
Einwohner:31,657 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,1/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
79/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):49 J.
Lebenserwartung (Frauen):51 J.
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