Uganda

Ärzte ohne Grenzen hilft bei der Bekämpfung eines Ebola-Ausbruchs

Labortests haben bestätigt, dass im Westen Ugandas in der Nähe der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo Patienten an Ebola erkrankt sind. Das ugandische Gesundheitsministerium gibt an, dass in den Dörfern Kikyo und Bundibugyo insgesamt 90 Fälle des hämorrhagischen Fiebers registriert wurden. Bislang sind an der hoch ansteckenden Krankheit 21 Patienten gestorben. Ärzte ohne Grenzen leistet seit dem 1. Dezember Hilfe.

Uganda 2007:  © Ärzte ohne Grenzen
Uganda 2007:

Das durch das Ebola-Virus ausgelöste hämorrhagische Fieber ist eine äußerst ansteckende Krankheit, für die es bisher keine Heilmethode gibt. Die heute bekannten Virusstämme führen in 50 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod des Erkrankten. Bei einem Ebola-Einsatz richtet Ärzte ohne Grenzen daher eine effiziente Isolationsstation ein, auf der infizierte Patienten mit Infusionen gegen die Dehydrierung versorgt und so gut wie möglich gepflegt werden.

Um die Epidemie unter Kontrolle zu bringen, muss außerdem nach den Kontaktpersonen der Erkrankten und möglichen weiteren Epidemieherden gesucht werden. Bis jetzt sind in Uganda in zwei weiteren Dörfern Patienten mit verdächtigen Symptomen bekannt, deren mögliche Erkrankung aber noch durch Labortests bestätigt werden muss.

Ein sechsköpfiges Team von Ärzte ohne Grenzen ist am 1. Dezember eingetroffen. Es richtet in Bundibugyo und Kikyo zwei Isolationsstationen ein. Das Team wird in den nächsten Tagen auf rund 20 Personen vergrößert. Aktuell befinden sich 23 Patienten in der Isolationsstation in Bundibugyo. Ärzte ohne Grenzen arbeitet eng mit den Behörden Ugandas, der Weltgesundheitsorganisation und weiteren Organisationen zusammen.

Ärzte ohne Grenzen bildet zudem das lokale medizinische Personal in Präventionsmaßnahmen weiter und verteilt Medikamente sowie Schutzmaterial: Da das Virus sich über Körperflüssigkeiten verbreitet, besteht ein hohes Ansteckungsrisiko für Pflegende.

Ebola
Hochansteckende Viruserkrankung, die zu den hämorrhagischen Fiebern zählt und meist tödlich verläuft. Symptome sind unter anderem hohes Fieber, Erbrechen und Blutungen. Patienten müssen isoliert und Kontaktpersonen überwacht werden.
Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
Infusion
(lat. infundere: hineinfließen) Einbringen von Flüssigkeiten in den Körper, meist in eine Vene
Virus
Viren sind Erreger, die entweder nur DNA oder RNA enthalten und zu ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung die Enzyme einer Wirtszelle benötigen, auf die sie sich dann häufig krankheitsauslösend wirken.

 

4. Dezember 2007

Fotos: Ärzte ohne Grenzen



Länderinformationen

Uganda
Uganda
Fläche:241 038 km²
Einwohner:31,657 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,1/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
79/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):49 J.
Lebenserwartung (Frauen):51 J.
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