Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden betreut Ärzte ohne Grenzen seit 2010 ein Kala-Azar-Projekt im Bundesstaat El Gedaref, im Osten des Landes. Im Jahr 2011 wurden rund 3.090 Menschen auf die Krankheit getestet und 792 Personen im Krankenhaus in Tabarak Allah behandelt. In dieser Klinik werden so viele Kala-Azar-Patienten versorgt, dass sie sich als eine der wenigen Krankenhäuser anbietet, in denen die vernachlässigte Krankheit erforscht werden kann. Im Juli führte das Team eine neue Behandlungsweise ein, die von der Forschungsinitiative für vernachlässigte Krankheiten (DNDi) und sudanesischen Wissenschaftlern entwickelt wurde. Die neuen Arzneimittel verkürzen die Behandlungsdauer von 30 auf 17 Tage.
Ärzte ohne Grenzen unterstützte das Krankenhauspersonal auch dabei, mehr als 19.600 Patienten mit anderen Erkrankungen kostenlos zu behandeln. Zudem impfte Ärzte ohne Grenzen zusammen mit den Gesundheitsbehörden im Juni im Krankenhaus in Tabarak Allah 44.800 Kinder gegen Masern und behandelte 620 erkrankte Kinder. Ende des Jahres wurde beschlossen, das Programm auf den benachbarten Bundesstaat Sennar auszudehnen. Es startete im November.
Sporadische Kämpfe und Banditentum erschweren die medizinische Versorgung von Bedürftigen in Darfur. Viele Menschen, die vor der Gewalt geflohen sind, können noch immer nicht in ihre Dörfer zurückkehren. Trotz schwieriger Sicherheitslage und bürokratischer Hürden betreute Ärzte ohne Grenzen fünf medizinische Projekte.
In Süd-Darfur, nahe Shaeria, wurde im März ein Ernährungsprojekt eröffnet, in dem fast 470 Kinder behandelt wurden. Da sowohl das örtliche Krankenhaus als auch die ländlichen Gesundheitszentren nicht in Betrieb waren, unterstützte Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitsbehörden und startete ein umfassendes Hilfsprogramm in Shaeria. Die ersten Patienten wurden zu Beginn des Jahres 2012 behandelt.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1979 im Sudan.
| Sudan | |
|---|---|
| Fläche: | 2 505 813 km² |
| Einwohner: | 41,348 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,2/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 62/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 55 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 58 J. |