"Wir haben gesehen, dass viele Menschen aus Agok in Richtung Süden gezogen sind, vor allem Montagnacht", sagt der Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen, Raphael Gorgeu. "Wir haben Tausende Menschen gesehen, vor allem Frauen und Kinder, die Habseligkeiten auf den Köpfen tragen oder erschöpft vom stundenlangen Fußmarsch auf Matten am Rande der Straßen sitzen. Die Bewohner von Abyei und Agok wurden vertrieben und sind jetzt über verschiedene Gebiete verteilt: in der Umgebung von Turalei, nahe Mayen-Abun und auf der Straße nach Agok."
Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen haben die Vertriebenen während ihrer Flucht unterstützt. "Unsere Teams waren auf den Straßen zwischen Turalei und Agok, wo die Vertriebenen lagern", sagt Gorgeu. "Es gibt Zeichen von schwerer Dehydrierung bei vielen Kindern, die unterwegs sind. Wir sind sehr besorgt wegen der schwierigen Umstände, denen die Vertriebenen unterwegs ausgesetzt sind. Ihr Gesundheitszustand kann sich schnell weiter verschlechtern, wenn nicht sofort ausreichend Hilfe geleistet wird. Wir bemühen uns möglichst wirksam und schnell Unterstützung zu leisten."
Die Kämpfe ereigneten sich vor allem in der Stadt Abyei. Am Samstag, den 21. Mai, war die ganze Stadt bereits verlassen, nachdem alle Bewohner aus ihren Häusern geflohen sind. Ärzte ohne Grenzen hat alle Aktivitäten zur grundlegenden Gesundheitsversorgung in der Stadt unterbrochen. Das Krankenhaus der Organisation in Agok, 40 Kilometer südlich von Abyei, hat über das Wochenende 50 Verletzte aufgenommen.
Im Krankenhaus von Agok wurde eine Rehydrierungsstation eingerichtet. Die meisten stationären Patienten in Agok wurden mit einer Zweiwochen-Ration gebrauchsfertiger Zusatznahrung entlassen. Die Klinik bietet der Bevölkerung zudem eine medizinische Basisversorgung an. Ärzte ohne Grenzen errichtete auch eine Basis in Turalei, um chirurgische Aktivitäten in einem bestehenden Gesundheitszentrum zu unterstützen. Außerdem wurden medizinisches Material und essentielle Hilfsgüter wie Zelte, Moskitonetze, Seifen und Plastikplanen nach Turalei entsandt.
| Sudan | |
|---|---|
| Fläche: | 2 505 813 km² |
| Einwohner: | 41,348 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,2/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 62/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 55 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 58 J. |