Sudan 2009: Aziza Tahir Hassim auf dem früheren Markt von Shegeg Karo in Nord-Darfur. Sie kann immer noch nicht begreifen, was hier passiert ist. Einen ganzen Tag über bombardierte eine Flugzeug den Ort, 17 Bomben fielen. Zwölf Menschen wurden dabei getötet, die Hälfte von ihnen Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt. © Jan-Joseph Stok
 
Sudan 2009: Aziza Tahir Hassim auf dem früheren Markt von Shegeg Karo in Nord-Darfur. Sie kann immer noch nicht begreifen, was hier passiert ist. Einen ganzen Tag über bombardierte eine Flugzeug den Ort, 17 Bomben fielen. Zwölf Menschen wurden dabei getötet, die Hälfte von ihnen Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt.


Sudan

Sudan: Lage für Menschen in Südsudan und Darfur weiterhin schwierig

Auch im Jahr 2009 dauerte die humanitäre Not im Sudan an. Die Krise für die Menschen in Darfur hält an und auch die Situation für die Menschen im Südsudan verschlimmert sich zusehends, die Gewalt eskaliert, Krankheiten brechen aus, und es gibt wenig oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Im Jahr 2005 beendete das Friedensabkommen einen jahrzehntelangen brutalen Bürgerkrieg. Fast fünf Jahre später besteht im gesamten südlichen Teil des Sudans noch immer dringender Bedarf an medizinischer Unterstützung. Gewalttätige Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinden in den Staaten Jonglei, Upper Nile, Warrap und Lakes haben im gesamten Jahresverlauf Hunderte Tote gefordert und Tausende Menschen vertrieben. Sporadische Überfälle der ugandischen Rebellen der Lord´s Resistance Army (LRA) auf sudanesische Dörfer in der Nähe der kongolesischen Grenze und in der Demokratischen Republik Kongo selber führten dazu, dass Tausende Sudanesen ihre Heimat verließen und kongolesische Flüchtlinge im Staat Western Equatoria im Südsudan Zuflucht suchten.

Während die Gewalt im Süden zunimmt, versuchen die Menschen noch immer die verheerenden Folgen des Bürgerkrieges zu bewältigen. Fast drei Viertel der Bevölkerung hat keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die nahezu 1.200 nationalen und internationalen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen behandelten dieses Jahr im Südsudan Tausende Menschen mit Mangelernährung, Malaria und Tuberkulose. Außerdem leisteten sie geburtshilfliche und gynäkologische Unterstützung. Ausbrüche von Meningitis, Masern, Cholera und Malaria sind normal. Außerdem reagiert Ärzte ohne Grenzen in den Staaten Jonglei und Upper Nile derzeit auf einen Kala Azar-Ausbruch, eine parasitäre Krankheit, die ohne Behandlung tödlich verläuft.

Die Lage der Menschen in Darfur ist weiterhin prekär. Millionen Menschen bleiben Vertriebene im eigenen Land und sind auf externe Hilfe angewiesen. Im Jahr 2009 haben sporadische Kriegshandlungen und Auseinandersetzungen um Ressourcen immer wieder Menschenleben gefordert. Nachdem die sudanesischen Behörden im März 2009 13 internationale Hilfsorganisationen, darunter zwei Sektionen von Ärzte ohne Grenzen sowie drei sudanesische Organisationen, des Landes verwiesen hatten, wurde die humanitäre Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung, Wasser und medizinischer Unterstützung immer schwieriger. Die Ausweisung geschah im Anschluss an die Anklage wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die der Internationale Strafgerichtshof gegen den sudanesischen Präsidenten Omar Al-Bashir verhängt hatte.

Die im Land verbliebenen Hilfsorganisationen kämpfen darum, den Menschen trotz der unsicheren Situation helfen zu können. Gezielte Geiselnahmen von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen machen es immer schwieriger, die Not insbesondere in ländlichen Gegenden zu lindern und die stetigen Bedürfnisse der nahezu zwei Millionen Menschen in den Lagern zu decken. Ärzte ohne Grenzen bleibt der unparteiischen medizinischen Hilfe verpflichtet und ist derzeit an mehreren Orten in Darfur im Einsatz.

21. Dezember 2009

Fotos: Jan-Joseph Stok



Länderinformationen

Sudan
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Fläche:2 505 813 km²
Einwohner:41,348 Mio. Einw.
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62/1000 Geb.
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