Der Abzug der Ärzte ohne Grenzen-Mitarbeiter wird eine Erhöhung der Verwundbarkeit der Bevölkerung Darfurs zur Folge haben. In einigen Gebieten, in denen Ärzte ohne Grenzen der einzige Anbieter medizinischer Hilfe ist, werden die Menschen nach dem Abzug überhaupt keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben. In Muhajariya, wohin Ärzte ohne Grenzen kürzlich nach wochenlangen Kämpfen zurückkehren konnte, mussten bereits alle Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen eingestellt und das Krankenhaus geschlossen werden. In Niertiti wird Ärzte ohne Grenzen die medizinische Hilfe in Folge des angeordneten Abzugs aller medizinischer Mitarbeiter ebenfalls einstellen müssen - zu einem Zeitpunkt, wo in Niertiti und dem Kalma-Camp, in dem 90.000 Vertriebene temporär Zuflucht gefunden haben, Meningitis-Fälle bestätigt wurden.
Ärzte ohne Grenzen betont zum wiederholten Mal, dass die Organisation vollkommen unabhängig vom Internationalen Strafgerichtshof ist und mit diesem weder kooperiert, noch Informationen an ihn bereitstellt. Es ist unerlässlich, dass humanitäre Hilfe unabhängig und unparteiisch bleibt, um sicherzustellen, dass lebensnotwendige medizinische Hilfe jene erreicht, die diese benötigen. Ärzte ohne Grenzen fordert alle Konfliktparteien dazu auf, unsere Arbeit zu respektieren und zu ermöglichen, und eine umgehende Rückkehr sowie einen sicheren Aufenthalt unserer internationalen Mitarbeiter zu gewährleisten.
| Sudan | |
|---|---|
| Fläche: | 2 505 813 km² |
| Einwohner: | 41,348 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,2/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 62/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 55 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 58 J. |