Ärzte ohne Grenzen ist tief betroffen, dass bei dem Vorfall zwei Menschen ums Leben gekommen sind - darunter ein somalischer Mitarbeiter der Organisation, der als Wachmann im Krankenhaus gearbeitet hat.
Die Organisation fordert ausdrücklich, dass ihre Mitarbeiter freigelassen werden und die Neutralität der medizinischen Einrichtungen und des Personals respektiert wird. Das Gelände des Hawa Abdi-Krankenhauses muss sofort freigegeben werden, damit lebensrettende medizinische Aktivitäten wieder aufgenommen werden können.
Ärzte ohne Grenzen ist seit 2007 im Afgooye-Korridor tätig. Im Hawa Abdi-Krankenhaus betreibt Ärzte ohne Grenzen eine Ambulanz, eine Station für Kinderheilkunde, ein Cholera- und Durchfallbehandlungszentrum und ein Ernährungsprogramm. Außerdem organisieren die Mitarbeiter Wassertransporte und verteilen Decken und andere Gebrauchsgegenstände. In Afgooye betreibt Ärzte ohne Grenzen ebenfalls eine Ambulanz sowie ein Ernährungsprogramm. Die Organisation unterstützt das Krankenhaus mit Medikamenten und medizinischem Material und zahlt den Mitarbeitern Zusatzlöhne.
Im Jahr 2009 haben die Mitarbeiter in diesen beiden medizinischen Einrichtungen mehr als 162.000 Menschen behandelt und mit kostenlosen Medikamenten versorgt. Mehr als 14.000 mangelernährte Kinder wurden behandelt und mehr als 31.000 Kinder gegen Masern geimpft.
Ärzte ohne Grenzen ist seit 1991 in Somalia tätig und bietet kostenlose medizinische Versorgung derzeit in den Regionen Bandir, Bay, Hiraan, Lower Juba, Middle Shabelle, Lower Shabelle und Mudug an. Unterstützt von ungefähr 100 Mitarbeitern in Nairobi stellen mehr als 1.300 somalische Mitarbeiter medizinische Behandlung in den Bereichen Basisgesundheitsversorgung, Mangelernährung und Chirurgie bereit, versorgen und unterstützen Vertriebene und verteilen Wasser und Hilfsgüter.
| Somalia | |
|---|---|
| Fläche: | 637 657 km² |
| Einwohner: | 8,954 Mio. Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 133/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 47 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 49 J. |