Sambia

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

HIV/Aids ist ein bedeutendes Gesundheitsproblem in Sambia. Die Krankheit sowie die mit ihr verbundenen Todesfälle sind ein gravierendes Problem für die Gesellschaft. Die Pandemie wirkt sich deutlich auf die Lebenserwartung der Menschen im Land aus: Der Weltgesundheitsorganisation zufolge ist sie von 52 Jahren im Jahr 1990 auf 35 Jahre im Jahr 2003 gesunken.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

Seit Jahren schon klärt die Regierung die Bevölkerung über HIV/Aids auf und ergreift Maßnahmen, um die Behandlung auszuweiten. Im Jahr 2005 startet die Regierung die kostenlose Versorgung von HIV/Aids-Patienten. 2006 schafft sie das nationale Gebührensystem für Gesundheitsversorgung ab.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt Menschen mit HIV/Aids durch ein Projekt im Distrikt Kapiri M´Poshi. Kapiri ist eine schnell wachsende Stadt mit schlechter Infrastruktur, die in einem Transitgebiet liegt. Da die Stadt zudem so zentral liegt, ist die Bevölkerung besonders betroffen von Krankheiten wie sexuell übertragbaren Infektionen, HIV/Aids, Tuberkulose (TB) und Cholera. Es wird geschätzt, dass etwa 20 Prozent der Stadtbevölkerung an HIV/Aids erkrankt sind.

Die 250.000 Bewohner des Distrikts Kapiri, die weit verstreut in diesem Gebiet ohne Straßen und Transportmittel leben, haben nur beschränkten Zugang zu allgemeiner medizinischer Versorgung und HIV/Aids-Behandlung. Den bestehenden Gesundheitseinrichtungen fehlt es an Medikamenten und Personal. Ärzte ohne Grenzen hat gezeigt, dass einige Aufgaben, wie HIV-Tests oder Beratung, durchaus an Assistenzärzte oder Pflegekräfte übergeben werden können. Diese Tätigkeiten wurden zuvor nur von Ärzten ausgeführt.

Ärzte ohne Grenzen betreut eine HIV/Aids-Klinik innerhalb des Distriktkrankenhauses von Kapiri sowie 14 ländliche und vier städtische Gesundheitszentren. Durch dieses dezentralisierte HIV/Aids-Modell können Menschen außerhalb großer urbaner Zentren versorgt und behandelt werden. Ärzte ohne Grenzen involviert auch die Gemeinden, um die Ausbreitung von HIV zu verhindern und die Menschen, die mit HIV/Aids leben, zu unterstützen.

Bis Ende 2008 nimmt Ärzte ohne Grenzen mehr als 10.500 Patienten in das Projekt auf. Mehr als 5.000 von ihnen erhalten antiretrovirale Medikamente. Im Jahr 2008 halten die Mitarbeiter monatlich mehr als 2.600 Sprechstunden. Gleichzeitig beginnen sie, die Übergabe des Projektes vorzubereiten, indem sie es in die Aktivitäten des Gesundheitsministeriums integrieren.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1999 in Sambia präsent.

 

Aids
acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom
Cholera
Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
Tuberkulose
Etwa neun Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose (TB). Viele von ihnen sind HIV-Infizierte mit schwachem Immunsystem (sog. Koinfektion). Die Krankheit betrifft vor allem die Lunge, mitunter aber auch andere Organe wie Nieren, Hirnhäute oder Lymphknoten. Eine effektive Behandlung ist möglich, aber langwierig und aufwendig. Ärzte ohne Grenzen nutzt ab 2011 ein neues Diagnose-Gerät, das die Krankheit schneller und sicherer diagnostiziert sowie eine Form der multimedikamentenresistenten-TB erkennt. In solchen Fällen sind die Krankheitserreger gegen die wichtigsten Medikamente resistent und die Patienten müssen zwei Jahre lang täglich Medikamente mit starken Nebenwirkungen einnehmen.

 

Juli 2009



Länderinformationen

Sambia
Sambia
Fläche:752 614 km²
Einwohner:12,620 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,1/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
102/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):39 J.
Lebenserwartung (Frauen):38 J.
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