Ärzte ohne Grenzen unterstützt Menschen mit HIV/Aids durch ein Projekt im Distrikt Kapiri M´Poshi. Kapiri ist eine schnell wachsende Stadt mit schlechter Infrastruktur, die in einem Transitgebiet liegt. Da die Stadt zudem so zentral liegt, ist die Bevölkerung besonders betroffen von Krankheiten wie sexuell übertragbaren Infektionen, HIV/Aids, Tuberkulose (TB) und Cholera. Es wird geschätzt, dass etwa 20 Prozent der Stadtbevölkerung an HIV/Aids erkrankt sind.
Die 250.000 Bewohner des Distrikts Kapiri, die weit verstreut in diesem Gebiet ohne Straßen und Transportmittel leben, haben nur beschränkten Zugang zu allgemeiner medizinischer Versorgung und HIV/Aids-Behandlung. Den bestehenden Gesundheitseinrichtungen fehlt es an Medikamenten und Personal. Ärzte ohne Grenzen hat gezeigt, dass einige Aufgaben, wie HIV-Tests oder Beratung, durchaus an Assistenzärzte oder Pflegekräfte übergeben werden können. Diese Tätigkeiten wurden zuvor nur von Ärzten ausgeführt.
Ärzte ohne Grenzen betreut eine HIV/Aids-Klinik innerhalb des Distriktkrankenhauses von Kapiri sowie 14 ländliche und vier städtische Gesundheitszentren. Durch dieses dezentralisierte HIV/Aids-Modell können Menschen außerhalb großer urbaner Zentren versorgt und behandelt werden. Ärzte ohne Grenzen involviert auch die Gemeinden, um die Ausbreitung von HIV zu verhindern und die Menschen, die mit HIV/Aids leben, zu unterstützen.
Bis Ende 2008 nimmt Ärzte ohne Grenzen mehr als 10.500 Patienten in das Projekt auf. Mehr als 5.000 von ihnen erhalten antiretrovirale Medikamente. Im Jahr 2008 halten die Mitarbeiter monatlich mehr als 2.600 Sprechstunden. Gleichzeitig beginnen sie, die Übergabe des Projektes vorzubereiten, indem sie es in die Aktivitäten des Gesundheitsministeriums integrieren.
Ärzte ohne Grenzen ist seit 1999 in Sambia präsent.
| Sambia | |
|---|---|
| Fläche: | 752 614 km² |
| Einwohner: | 12,620 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,1/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 102/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 39 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 38 J. |