Die Bleivergiftungen sind eine Folge der hier üblichen Praxis, Gold aus bleihaltigem Erz zu gewinnen. Der Verarbeitungsprozess beinhaltet das oft Zuhause durchgeführte Zerstoßen und Trocknen des Erzes, woraus eine Vergiftung des Bodens und infolge dessen das Risiko einer Bleivergiftung für die Bewohner entsteht. Mitte August dieses Jahres hat Ärzte ohne Grenzen zwei weitere Dörfer identifiziert, die durch Blei kontaminiert sind. Ärzte ohne Grenzen führt derzeit bei den am stärksten verwundbaren Patienten - in erster Linie bei Kindern aus drei der betroffenen Dörfern - eine sogenannte Chelat-Therapie zur Entgiftung durch und wird diese Behandlung in den nächsten Monaten fortführen. Insgesamt hat Ärzte ohne Grenzen bisher 400 Kinder behandelt, 100 sind noch in den zwei dafür eingerichteten Behandlungszentren in Anka und Bukkuyum in Behandlung.
Die Therapie ist jedoch nur dann wirksam, wenn die Patienten nicht an die verseuchten Stätten zurückkehren. Die Dekontaminierung der Dörfer, die von der auf die Beseitigung von Umweltschäden spezialisierten Firma "Terragraphics" durchgeführt wird, ist jedoch ein langwieriger Prozess, der wegen der Regenzeit im August unterbrochen wurde. Aufgrund der Tatsache, dass in zwei weiteren Dörfern eine Kontaminierung mit Blei festgestellt wurde, ist zu befürchten, dass die Problematik der Bleivergiftungen in Zamfara ein weitreichenderes Problem sein könnte als bisher angenommen.
| Nigeria | |
|---|---|
| Fläche: | 923 768 km² |
| Einwohner: | 151,319 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,3/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 100/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 44 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 44 J. |