"Die Flüchtlinge haben keinen Zugang zu Trinkwasser, Nahrung und Gesundheitsversorgung, es gibt keine Latrinen und Unterkünfte", sagt Benoît Kayembé, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen im Niger. "Wir leisten Nothilfe, da die Menschen in der Region Tillabéry bereits vor der Ankunft tausender Flüchtlinge unter Nahrungsmittelknappheit litten, die sich nun verschärft hat."
In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und dem Gesundheitsministerium hat Ärzte ohne Grenzen erfahrene Mediziner in die Region geschickt. Sie stellen eine Basisgesundheitsversorgung sicher, untersuchen und behandeln Mangelernährung, versorgen schwangere Frauen und impfen Kinder.
"Wir werden unsere Notfallversorgung in den kommenden Tagen mit den Programmen der anderen in der Region vertretenen humanitären Organisationen abstimmen und sie entsprechend anpassen", erklärt Kayembé.
Auch nahe der Konfliktregion im Norden Malis werden Mitarbeiter in der kommenden Woche die Situation der Vertriebenen untersuchen. Ihre Zahl wird auf 30.000 geschätzt. Ein weiteres Team ist nach Mauretanien aufgebrochen, um dort die Lage der malischen Flüchtlinge zu erkunden.
| Niger | |
|---|---|
| Fläche: | 1 267 000 km² |
| Einwohner: | 14,669 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: <0,05/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 150/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 45 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 45 J. |