Lesotho

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Die Lebenserwartung von Frauen liegt in Lesotho bei unter 47 Jahren. Eine von 32 Frauen stirbt aufgrund von Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Die HIV- und Tuberkulose-Epidemie haben zu dieser Situation beigetragen. Fast 60 Prozent der Todesfälle von Müttern gehen direkt oder indirekt auf eine HIV-Infektion zurück. Im Mai 2011 startete Ärzte ohne Grenzen daher ein neues Programm, um die Mütter- und Kindersterblichkeit zu verringern.
  • Die beiden kleinen Städte Roma und Semonkong liegen in abgelegenen Gebieten des Landes. Mehr als 170.000 Menschen leben dort, etwa 23.500 von ihnen haben HIV/Aids.

    Ärzte ohne Grenzen unterstützt das St. Joseph Bezirkskrankenhaus in Roma, sechs basismedizinische Kliniken im umliegenden Tiefland sowie drei Gesundheitszentren in Semonkong. Alle Einrichtungen bieten eine umfassende, integrierte HIV- und Tuberkulose-Behandlung an. Patienten mit HIV und Tuberkulose (TB) müssen somit nur eine Klinik aufsuchen, um behandelt zu werden. Die Teams verhindern in diesen Einrichtungen auch die Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind. Zwischen Juli und Dezember 2011 halfen sie zudem bei mehr als 550 Geburten.

    In sechs Kliniken gibt es jetzt außerdem CD4-Zähler. Mit diesen Geräten können die medizinischen Fachkräfte genau feststellen, wie weit die HIV-Infektion vorangeschritten ist und welche Behandlung jeder Patient benötigt. Die antiretrovirale Behandlung kann so früher begonnen werden, wodurch das Risiko sinkt, dass die Patienten HIV-Begleiterkrankungen entwickeln. Im Jahr 2011 nahm Ärzte ohne Grenzen 8.025 Personen in das HIV-Programm auf. Mehr als 5.300 Patienten erhielten erstmals antiretrovirale Arzneimittel. Zwischen Juli und Dezember wurden zudem mehr als 8.220 Personen auf HIV getestet.

    Da ein neuer automatisierter TB-Test im Labor des St. Joseph-Krankenhauses eingeführt wurde, konnte die Diagnose erheblich beschleunigt werden, vor allem für einige medikamentenresistente TB-Formen. Dies bedeutet, dass die Patienten schneller ihre Therapie beginnen können.

  • Wenn das Angebot für HIV und TB erweitert werden soll, um die Behandlung näher zu den Wohnorten der Patienten zu bringen, sind zusätzliche Fachkräfte erforderlich. Ärzte ohne Grenzen plant, in den Kliniken eine Aufgabenteilung einzuführen, so dass sowohl Ärzte als auch Pflegekräfte in der Lage sind, die HIV- und TB-Therapie bei Patienten zu starten und weiterzuverfolgen. Das nichtmedizinische Personal soll Gesundheitsaufklärung und Beratung für Patienten anbieten, die antiretrovirale Medikamente nehmen. Mobile Teams von Ärzte ohne Grenzen haben bereits begonnen, das Gesundheitspersonal fortzubilden und zu beraten.

    Ziel ist es zudem, dass Dorfgesundheitshelfer die HIV- und TB-Patienten unterstützen. Ärzte ohne Grenzen leitet Gemeindemitglieder an, ihre Nachbarn an medizinische Einrichtungen zu verweisen, Aktivitäten der Gesundheitserziehung durchzuführen und Workshops zu halten.

  • Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist nicht leicht für die Bewohner dieses gebirgigen Landes, und sie ist besonders schwierig für jene, die in abgelegenen Gegenden wohnen. Viele müssen bis zu zwölf Stunden laufen, um eine Klinik zu erreichen. Für das Jahr 2012 plant Ärzte ohne Grenzen daher, einen Rettungswagen zu kaufen, um Notfall-Patienten aus Semonkong ins St. Joseph-Krankenhaus bringen zu können. Zudem werden neue Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Patienten und Krankenhausmitarbeitern getestet. Dazu gehören auch Terminerinnerungen für Patienten per SMS.
Aids
acquired immune deficiency syndrome: erworbenes Immunmangelsyndrom
Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
Tuberkulose
Weltweit verbreitete und hoch infektöse Krankheit, die durch Mykobakterien verursacht wird. Häufig tritt sie zusammen mit der Immunschwächekrankheit HIV auf. Jährlich erkranken rund neun Millionen Menschen an Tuberkulose, mehr als 500.000 an einer multiresistenten Form. In solchen Fällen sind die Krankheitserreger gegen die beiden wichtigsten Tuberkulose-Medikamente resistent, was die Behandlung erschwert. Die Heilungsrate liegt etwa bei 60 Prozent, die Kosten für die langwierige Behandlung betragen viele Tausend Euro.
Virus
Viren sind Erreger, die entweder nur DNA oder RNA enthalten und zu ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung die Enzyme einer Wirtszelle benötigen, auf die sie sich dann häufig krankheitsauslösend wirken.

 

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2006 in Lesotho.

 

01. Mai 2012



Länderinformationen

Lesotho
Lesotho
Fläche:30 355 km²
Einwohner:2,017 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,05/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
102/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):34 J.
Lebenserwartung (Frauen):36 J.
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