Die beiden kleinen Städte Roma und Semonkong liegen in abgelegenen Gebieten des Landes. Mehr als 170.000 Menschen leben dort, etwa 23.500 von ihnen haben HIV/Aids.
Ärzte ohne Grenzen unterstützt das St. Joseph Bezirkskrankenhaus in Roma, sechs basismedizinische Kliniken im umliegenden Tiefland sowie drei Gesundheitszentren in Semonkong. Alle Einrichtungen bieten eine umfassende, integrierte HIV- und Tuberkulose-Behandlung an. Patienten mit HIV und Tuberkulose (TB) müssen somit nur eine Klinik aufsuchen, um behandelt zu werden. Die Teams verhindern in diesen Einrichtungen auch die Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind. Zwischen Juli und Dezember 2011 halfen sie zudem bei mehr als 550 Geburten.
In sechs Kliniken gibt es jetzt außerdem CD4-Zähler. Mit diesen Geräten können die medizinischen Fachkräfte genau feststellen, wie weit die HIV-Infektion vorangeschritten ist und welche Behandlung jeder Patient benötigt. Die antiretrovirale Behandlung kann so früher begonnen werden, wodurch das Risiko sinkt, dass die Patienten HIV-Begleiterkrankungen entwickeln. Im Jahr 2011 nahm Ärzte ohne Grenzen 8.025 Personen in das HIV-Programm auf. Mehr als 5.300 Patienten erhielten erstmals antiretrovirale Arzneimittel. Zwischen Juli und Dezember wurden zudem mehr als 8.220 Personen auf HIV getestet.
Da ein neuer automatisierter TB-Test im Labor des St. Joseph-Krankenhauses eingeführt wurde, konnte die Diagnose erheblich beschleunigt werden, vor allem für einige medikamentenresistente TB-Formen. Dies bedeutet, dass die Patienten schneller ihre Therapie beginnen können.
Wenn das Angebot für HIV und TB erweitert werden soll, um die Behandlung näher zu den Wohnorten der Patienten zu bringen, sind zusätzliche Fachkräfte erforderlich. Ärzte ohne Grenzen plant, in den Kliniken eine Aufgabenteilung einzuführen, so dass sowohl Ärzte als auch Pflegekräfte in der Lage sind, die HIV- und TB-Therapie bei Patienten zu starten und weiterzuverfolgen. Das nichtmedizinische Personal soll Gesundheitsaufklärung und Beratung für Patienten anbieten, die antiretrovirale Medikamente nehmen. Mobile Teams von Ärzte ohne Grenzen haben bereits begonnen, das Gesundheitspersonal fortzubilden und zu beraten.
Ziel ist es zudem, dass Dorfgesundheitshelfer die HIV- und TB-Patienten unterstützen. Ärzte ohne Grenzen leitet Gemeindemitglieder an, ihre Nachbarn an medizinische Einrichtungen zu verweisen, Aktivitäten der Gesundheitserziehung durchzuführen und Workshops zu halten.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2006 in Lesotho.
| Lesotho | |
|---|---|
| Fläche: | 30 355 km² |
| Einwohner: | 2,017 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,05/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 102/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 34 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 36 J. |