Dschibuti 2010: Mit Ernährungsprogrammen versucht Ärzte ohne Grenzen mangelernährte Kinder in Armenvierteln der Hauptstadt zu erreichen. © Claude Mahoudeau
 
Dschibuti 2010: Mit Ernährungsprogrammen versucht Ärzte ohne Grenzen mangelernährte Kinder in Armenvierteln der Hauptstadt zu erreichen.


Dschibuti

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

In der ersten Jahreshälfte 2011 führte Ärzte ohne Grenzen Untersuchungen durch, die eine Zunahme von moderater Mangelernährung bei Kindern offenbarten. Ärzte ohne Grenzen konzentrierte sich auf die Behandlung von mangelernährten Kindern, die gleichzeitig an Tuberkulose (TB) erkrankt sind.

Die Aktivitäten im Überblick (Auszug)

  • Im Verlauf des Jahres stellten die Teams fest, dass mehr Kinder ins Ernährungszentrum aufgenommen wurden, um stationär versorgt zu werden. Während es im Jahr 2010 noch 1.029 Kinder waren, stieg ihre Anzahl im Jahr 2011 auf 1.735. Zudem behandelten die Teams mehr als 2.200 mangelernährte Kinder in sechs Kliniken in den Außenbezirken von Dschibuti-Stadt.
  • Die Ernährungslage in Dschibuti ist besorgniserregend, und es gibt keine Anzeichen, dass sich dies ändern wird. Um sich stärker auf medizinische Nothilfe zu konzentrieren, übergab Ärzte ohne Grenzen daher die Aktivitäten in Dschibuti. Im August wurden alle ambulanten Tätigkeiten an das Gesundheitsministerium und Entwicklungshilfeorganisationen übergeben.

    Die Teams setzten allerdings ihre Arbeit mit mangelernährten Kindern fort, die gleichzeitig an TB erkrankt waren. 81 Kinder wurden positiv getestet. Nachdem ihre Behandlung im Ernährungszentrum abgeschlossen war, wurden sie an das nationale TB-Programm übergeben. Die stationären Aktivitäten des Ernährungsprogramms werden 2012 an die nationalen Behörden übergeben werden.

  • Das heiße, trockene Klima in Dschibuti wirkt sich nachteilig auf den Ackerbau aus, zumal es in jüngster Zeit eine regionale Dürre gab. In Dschibuti-Stadt, wo etwa 60 Prozent der Landesbevölkerung lebt, ist die Nahrungsmittelversorgung angespannt. Sie wird noch verschärft durch die vielen Migranten, die durchs Land ziehen. Ärzte ohne Grenzen bat die Vereinten Nationen und die Regierung, eine weitere Verschlechterung der Lage zu verhindern, indem die Verwendung von nährstoffreicher verzehrfertiger Nahrung ermöglicht wird. Diese verzehrfertige Nahrung enthält tierisches Eiweiß sowie alle Nährstoffe, die für Kinder im Wachstumsalter notwendig sind. Dies ist bei der sonst üblichen Nahrungsergänzung für Kinder, die aus einem angereicherten Getreide-Mischmehl besteht, wie beispielsweise einer Mais-Soja-Mischung, nicht der Fall. Das Gesundheitsministerium überarbeitet zurzeit das nationale Protokoll für die Behandlung von mangelernährten Kindern unter fünf Jahren und prüft die Einbeziehung von nährstoffreicher verzehrfertiger Nahrung.
  • Cholera – eine durch Wasser übertragene bakterielle Erkrankung, die zu schwerem wässrigen Durchfall führen kann – brach im Juli und August 2011 aus. Ärzte ohne Grenzen unterstützte die Gesundheitsbehörden und behandelte 190 Patienten. Bei einem kleineren Cholera-Ausbruch im Oktober halfen die Teams ebenso.
Cholera
Schwere Durchfallerkrankung, die lebensgefährlich sein kann und durch unterschiedliche Erregervarianten des Bakteriums Vibrio cholerae hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch verschmutztes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Erkrankten. Ärzte ohne Grenzen isoliert die Patienten in Cholera-Behandlungszentren und therapiert sie vor allem mit einer Rehydratationslösung, um den hohen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In den meisten Fällen gelingt es, die Sterblichkeit auf unter ein Prozent zu senken. Ohne Behandlung liegt sie bei bis zu 40 Prozent.
Ernährungszentrum
Mangelernährte Kinder werden in den meisten Fällen ambulant versorgt. In der Regel erhalten die Mütter eine kalorienreiche therapeutische Fertignahrung, die sie ihren Kindern über einen Zeitraum von rund sechs Wochen verabreichen können. Kranke, stark mangelernährte Kinder bleiben zur intensiven Behandlung im Ernährungszentrum.

 

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2008 in Dschibuti.

 

01. Mai 2012
Fotos: Claude Mahoudeau


Länderinformationen

Dschibuti
Dschibuti
Fläche:23 200 km²
Einwohner:848 000
Lebenserwartung (Männer):52 J.
Lebenserwartung (Frauen):54 J.
Jetzt online spenden! Spendenkonto 97 0 97 - Bank für Sozialwirtschaft - BLZ 370 205 00 Servicetelefon für Spender - Mo-Fr. 8:00 - 18:00 Uhr - 030 - 700 130 130