Am Sonntagmorgen überfielen bewaffnete, uniformierte Männer zwei Fahrzeuge von Ärzte ohne Grenzen, die sich auf dem Weg nach Marung, in der Nähe von Hauts Plateaux, befanden. Sie feuerten Schüsse in die Luft, raubten die Fahrer von Ärzte ohne Grenzen aus und entwendeten das gesamte Material. Etwas später am gleichen Nachmittag wurde ein weiteres Fahrzeug der Organisation ebenfalls von bewaffneten, uniformierten Männern auf dem Weg zwischen Bukavu und Uvira, in der Nähe von Kamanyola, angegriffen. Zwei Personen, ein nationaler und ein internationaler Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, erlitten Schussverletzungen. Beide wurden sofort medizinisch versorgt und befinden sich zurzeit in einem stabilen Zustand.
"Nach diesen schweren Zwischenfällen haben wir entschieden, bis auf weiteres unsere medizinischen Aktivitäten in Süd-Kivu einzustellen", sagt Jean Marc Cordaro, Direktor der Einsätze von Ärzte ohne Grenzen. "Es ist eine schwierige Entscheidung, denn sie trifft viele Menschen in der Region, die kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Doch ohne ein Mindestmass an Sicherheit und ohne den Respekt für humanitäre Mitarbeiter können wir nicht arbeiten." Ärzte ohne Grenzen wird die lebensrettenden Nothilfeaktivitäten in den Krankenhäusern aber weiterhin fortführen.
Ärzte ohne Grenzen ist über die Verschlechterung der Sicherheitslage in dieser Gegend äußerst besorgt und verurteilt jegliche Art von Gewalt gegen humanitäre Helfer scharf. Ärzte ohne Grenzen betont einmal mehr, dass die Neutralität von medizinischen Einrichtungen, Fahrzeugen und Mitarbeitern von allen beteiligten Parteien respektiert werden muss, wenn die dringend notwendige medizinische Versorgung für die Menschen in Süd-Kivu weiter bestehen soll.
| Kongo Dem.Rep. | |
|---|---|
| Fläche: | 2 344 885 km² |
| Einwohner: | 64,205 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,1/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 129/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 43 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 45 J. |