In Kitchanga, Masisi, Mweso und Rutshuru ist Ärzte ohne Grenzen derzeit die einzige internationale Hilfsorganisation, die vor Ort medizinische und humanitäre Hilfe leistet. Teils finden die Teams verlassene Dörfer vor, in denen sie in der Woche zuvor noch Hilfe geleistet hatten.
In Goma hat sich ein reduziertes Team am Donnerstag ein Bild von der Lage im dortigen Krankenhaus gemacht. Die Mitarbeiter brachten medizinisches Material. Außerdem hilft ein sechsköpfiges medizinisches Team bei der Versorgung Verwundeter. Ein weiteres Team ist im nördlichen Teil Gomas auf eine große Zahl Vertriebener aus der Gegend südlich von Kibati gestoßen.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet auch in Mugunga, einem großen Vertriebenenlager außerhalb Gomas, an der Straße nach Saké. Seit Mittwochnacht gab es im dortigen Cholera-Behandlungszentrum von Ärzte ohne Grenzen 31 bestätigte Fälle der schweren Durchfallerkrankung. Im Lager selbst gibt es kein sauberes Wasser. Das Risiko eines schweren Cholera-Ausbruchs nimmt zu.
Im Krankenhaus von Rutshuru behandelt ein chirurgisches Team weiter Verwundete. Auch in Kitchanga und Mweso arbeiten Mitarbeiter weiterhin in den dortigen Krankenhäusern und helfen mit mobilen Teams in der Umgebung.
Seit Wochen ist das Ausmaß der Gewalt in Nord-Kivu so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Hunderttausende Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Doch die Not leidende Bevölkerung erhält kaum Hilfe. Der internationalen Gemeinschaft ist es nicht gelungen, diesem Konflikt oberste Priorität einzuräumen. Obwohl eine der größten Friedensmissionen der Vereinten Nationen (MONUC) vor Ort ist, schafft diese es nicht, ihr Mandat zum Schutz der Zivilbevölkerung in Nord-Kivu zu erfüllen.
| Kongo Dem.Rep. | |
|---|---|
| Fläche: | 2 344 885 km² |
| Einwohner: | 64,205 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,1/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 129/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 43 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 45 J. |