Am Sonntag haben Mitarbeiter in der Stadt Rutshuru 70 Kriegsverletzte versorgt und sind seitdem rund um die Uhr im Einsatz. Die Teams leisten auch Hilfe in Nyanzale und Kayna. In der Nähe von Kibumba, einem Dorf zwischen Rutshuru und Goma, brachen am Montag heftige Gefechte aus. Tausende Menschen aus Kibumba und naheliegenden Vertriebenencamps sind in zwei bereits bestehende Lager nach Kibati geflohen, das etwa zwölf Kilometer von Goma entfernt ist.
"Sobald wir von der Situation in Kibati erfahren haben, haben wir Teams geschickt, um die Lage zu prüfen", erklärt Marie-Noëlle Rodrigue, Leiterin der Noteinsätze von Ärzte ohne Grenzen in Paris. "Wir konnten beobachten, dass sich viele Menschen aus der Region um Kibumba am Straßenrand niedergelassen haben. Die meisten von ihnen sind schon einmal geflohen und haben bereits in Vertriebenencamps gelebt. Jetzt müssen sie schon wieder fliehen. Für sie ist die Situation extrem schwierig, da sie nur das mitnehmen konnten, was sie tragen konnten. Sie brauchen Unterkünfte, Essen und sauberes Wasser - und das so schnell wie möglich. Wir sind dabei, uns ein Bild der Lage zu verschaffen, um möglichst schnell angemessen reagieren zu können."
Ärzte ohne Grenzen ist in drei Krankenhäusern in Nord-Kivu tätig und unterstützt mehrere Gesundheitsstationen bei der Grundversorgung von Patienten. Darüber hinaus betreibt die Organisation so genannte mobile Kliniken, um bedürftige Menschen medizinisch zu versorgen, die aus verschiedenen Gründen nicht selbst zu den Gesundheitsstationen kommen können. Ärzte ohne Grenzen schickt nun weitere internationale Helfer in die Region und errichtet eine neue Basis in Bukavu in Süd-Kivu, um die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.
| Kongo Dem.Rep. | |
|---|---|
| Fläche: | 2 344 885 km² |
| Einwohner: | 64,205 Mio. Einw. |
| Ärzte pro 1000 Einwohner: | Ärzte: 0,1/1000 Einw. |
| Säuglings- sterblichkeit: | 129/1000 Geb. |
| Lebenserwartung (Männer): | 43 J. |
| Lebenserwartung (Frauen): | 45 J. |