Burkina Faso
Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick
Mangelernährung ist ein chronisches Problem in Burkina Faso. Besonders schlimm wirkt sie sich in der Zeit zwischen den beiden jährlichen Ernten aus. Vor allem kleine Kinder sind anfällig für Mangelernährung, denn der Mangel an Spurenelementen und Vitaminen kann die geistige und körperliche Entwicklung hemmen. Die Kinder werden zudem empfänglicher für andere Krankheiten, wie Malaria, Durchfall oder Atemwegsinfektionen, die in ernsten Fällen sogar zum Tod führen.
Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug):
- Seit 2007 behandelt Ärzte ohne Grenzen Mangelernährung bei Kindern unter fünf Jahren in den Städten Yako und Titao, im Norden des Landes. Die Teams testen und behandeln die Patienten in 16 lokalen Gesundheitszentren.
Die Mitarbeiter messen den Oberarmumfang der Kinder, um sie auf Mangelernährung zu testen. Diejenigen Kinder, die gleichzeitig unter schweren medizinischen Komplikationen leiden, werden stationär aufgenommen. Kinder ohne Begleiterkrankungen erhalten verzehrfertige Nahrung: Dabei handelt es sich um eine auf Erdnussbutter basierende Paste, die alle notwendigen Kalorien, Proteine, Vitamine und Spurenelemente enthält, die Kinder für die Gesundung benötigen. Die Mütter nehmen Nahrungsmittel für eine Woche mit nach Hause, damit sie ihre Kinder dort füttern können. Auf diese Weise können die Eltern weiter ihrer Arbeit nachgehen. Die Kinder werden einmal pro Woche im Gesundheitszentrum untersucht, ob und wie sich ihr Zustand verbessert hat. Normalerweise genesen die Kinder vollständig nach etwa vier Wochen.
- Es ist wichtig, Mangelernährung früh zu entdecken und zu behandeln. Denn dann kann die Behandlung schnell erfolgen, was die Genesung der Kinder beschleunigt. Außerdem erfordert eine frühe Behandlung den Einsatz von weniger Ressourcen, so dass letztlich mehr Kinder behandelt werden können.
- Gleichwohl bedeuten die frühe Untersuchung und Behandlung auf Mangelernährung auch, dass mehr Kinder stationär versorgt werden müssen. Im Jahr 2010 erweiterte Ärzte ohne Grenzen die Kapazität des Krankenhauses in Titao daher von 80 auf 150 Betten. Mehr als 11.700 mangelernährte Kinder wurden behandelt. Seitdem das Projekt im Jahr 2007 startete, haben rund 50.940 Kinder Hilfe erhalten.
- Malaria kommt in Burkina Faso sehr häufig vor. Im Jahr 2010 verstärkte Ärzte ohne Grenzen die Bemühungen im Kampf gegen die Krankheit, indem die Mitarbeiter in jedem Projekt alle Patienten testeten und bei Bedarf behandelten. Zwischen August und Dezember 2010 erhielten rund 74.300 Personen eine entsprechende Therapie, darunter auch 780 Kinder mit schwerer Malaria.
- Gesundheitszentrum
- Zentrum, in dem die Patienten medizinisch untersucht werden und eine Erst-und Grundversorgung erhalten. Herzstück der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in Flüchtlingslagern. Kleinere Einheiten werden als Gesundheitsposten bezeichnet. Die Statistiken der Zentren dienen gleichzeitig zur epidemiologischen Überwachung.
- Malaria
- Häufigste Tropenkrankheit, die durch die weibliche Anopheles-Mücke übertragen wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich rund 225 Millionen Menschen an Malaria, annähernd eine Million Menschen sterben daran. Ärzte ohne Grenzen hat 2010 begonnen, bei schweren Erkrankungen die intravenöse Behandlung auf das neue Medikament Artesunat umzustellen und setzt sich für die weltweite Anwendung dieser Behandlung ein.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1995 in Burkina Faso.
31. Mai 2011
Fotos: Masaya Noda