Äthiopien 2008: Ernährungsprogramm von Ärzte ohne Grenzen im Süden des Landes. © Eymeric Laurent-Gascoin / MSF
 
Äthiopien 2008: Ernährungsprogramm von Ärzte ohne Grenzen im Süden des Landes.


Aethiopien

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Im Jahr 2009 fokussierte Ärzte ohne Grenzen die Aktivitäten in Äthiopien neu und startete Projekte in den Regionen Somali, Oromiya und Gambella. Gleichzeitig wurde ein seit elf Jahren laufendes Kala-Azar-Projekt an die Behörden in der Tigray-Region übergeben. Die Teams behandelten zudem HIV/Aids, Tuberkulose (TB) sowie Mangelernährung und versorgen Flüchtlinge in Camps.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug):

  • Im Juli übergab Ärzte ohne Grenzen das Kala-Azar-Projekt in der Stadt Humera an die Gesundheitsbehörden. Dies war möglich, da die Regierung diese parasitäre Krankheit, die unbehandelt oft tödlich endet, in allen Kliniken behandeln und ein nationales Behandlungs-Curriculum für Gesundheitspersonal einführen wird. In den elf Jahren, in denen Ärzte ohne Grenzen in Humera arbeitete, behandelten die Teams rund 8.000 Kala-Azar-Patienten.
  • In der nordwestlichen Amhara-Region läuft das Kala-Azar-Projekt weiter. Im Jahr 2009 wurden mehr als 800 Personen auf die Krankheit getestet und rund 250 Patienten behandelt.
  • Die Mitarbeiter kümmerten sich hier zudem um HIV, TB und Mangelernährung. Rund 4.000 Personen wurden beraten und auf HIV getestet, etwa 250 Patienten erhielten antiretrovirale Medikamente. Zudem wurden 500 Personen mit therapeutischer Nahrung versorgt, darunter 250 mangelernährte Kinder unter fünf Jahren.
  • In der konfliktreichen Somali-Region haben viele Menschen keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. In einer Klinik der Stadt Wardher boten die Teams allgemeinmedizinische Hilfe an, wobei auch TB und Mangelernährung behandelt wurden. Die Mitarbeiter führten zudem im Jahr 2009 etwa 1.600 vorgeburtliche Untersuchungen durch und betreuten 200 Entbindungen. In der Stadt Degahbur unterstützte Ärzte ohne Grenzen ein Krankenhaus sowie mobile Kliniken für die ländlichen Gebiete. Die Mitarbeiter führten fast 20.000 Konsultationen durch und behandelten mehr als 13.000 mangelernährte Kinder. Im Mai eröffneten sie in der Stadt Galadi ein Gesundheitszentrum, im August eine Klinik mit 15 Betten in der Stadt East-Imey sowie ab Dezember ein Basisgesundheits- und Ernährungsprojekt in West-Imey.
  • Im Februar leistet Ärzte ohne Grenzen Nothilfe für somalische Flüchtlinge, die in Transitcamps leben oder in lokalen Gemeinden Zuflucht gefunden haben. Im Dolo-Ado-Transitcamp führten die Teams ein Basisgesundheitsprojekt durch. Zudem wurden alle Kinder unter 15 Jahren gegen Masern geimpft. In der Stadt Dolo Ado unterstützten die Mitarbeiter ein Gesundheitszentrum.
  • In der Oromiya-Region startete Ärzte ohne Grenzen im November ein Ernährungsprojekt in drei Zonen. 60 schwer mangelernährte Kinder mit medizinischen Komplikationen wurden stationär behandelt, rund 540 schwer mangelernährte Kinder ambulant. In den Bezirken Bokh und Legehida wurden insgesamt 630 mangelernährte Kinder unter fünf Jahren behandelt.
  • Die zunehmende Gewalt in den benachbarten sudanesischen Regionen führte 2009 dazu, dass Tausende Menschen in der Gambella-Region, im Westen Äthiopiens, Zuflucht suchten. Im Bezirk Wantaho leistete Ärzte ohne Grenzen daher medizinische Hilfe für die Flüchtlinge und die einheimische Bevölkerung. Das Team führte etwa 1.800 Sprechstunden durch.
  • Im Jahr 2009 kam es zu mehreren Epidemien von akutem wässrigen Durchfall. Die Teams behandelten beispielsweise rund 500 Patienten in der Stadt Moyale, nahe der kenianischen Grenze, sowie 1.000 Personen in der Afar-Region. Als es im August zu einer schweren Epidemie in der Hauptstadt Addis Abeba und der Umgebung kam, behandelten sie gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden mehr als 10.000 Patienten in neun Einrichtungen der Stadt.
Epidemie
gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die Epidemie ist sowohl örtlich als auch zeitlich begrenzt.
Gesundheitszentrum
Zentrum, in dem die Patienten medizinisch untersucht werden und eine Erst-und Grundversorgung erhalten. Herzstück der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in Flüchtlingslagern. Kleinere Einheiten werden als Gesundheitsposten bezeichnet. Die Statistiken der Zentren dienen gleichzeitig zur epidemiologischen Überwachung.
Masern
Die Krankheit zählt in ärmeren Ländern bei Kindern zu den häufigsten Todesursachen. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen führen bei Masernausbrüchen flächendeckende Impfungen durch. Der Impfstoff muss während des Transports ununterbrochen gekühlt werden.

 

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1984 in Äthiopien präsent.

 

April 2010
Fotos: Eymeric Laurent-Gascoin / MSF



Länderinformationen

Äthiopien
Äthiopien
Fläche:1 133 380 km²
Einwohner:80,713 Mio. Einw.
Ärzte pro 1000 Einwohner:Ärzte: 0,05/1000 Einw.
Säuglings-
sterblichkeit:
80/1000 Geb.
Lebenserwartung (Männer):42 J.
Lebenserwartung (Frauen):43 J.
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