Ägypten
Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick
Während der Revolution in Ägypten unterstützte Ärzte ohne Grenzen das lokale medizinische Personal bei der Behandlung der Verwundeten durch die Lieferung von Medikamenten und medizinischem Material.
Die Aktivitäten im Einzelnen:
- Ägypten verfügt über einen kompetenten medizinischen Sektor und zahlreiche qualifizierte Ärzte und Fachleute im Gesundheitswesen. Doch während der politischen Krise im Januar und Februar 2011 überstieg der medizinische Bedarf selbst die Kapazität eines starken Gesundheitssystems. Ärzte ohne Grenzen lieferte medizinisches Material an drei Krankenhäuser in Kairo. Die Teams leisteten auch Hilfe in einer improvisierten Klinik in einer Moschee nahe des Tahrir-Platzes, wo die Unruhen begannen. Mitarbeiter mit viel Erfahrung in Krisengebieten trainierten das lokale Personal darin, wie sie in kurzer Zeit auf die medizinischen Bedürfnisse einer großen Anzahl von Menschen reagieren können. Zudem setzten sie weitere Notfallmaßnahmen in Gang.
- Als im November 2011 neue Unruhen zwischen den Aufständischen und den Sicherheitskräften ausbrachen, lieferte Ärzte ohne Grenzen wichtige Medikamente sowie medizinisches und chirurgisches Material an vier Krankenhäuser in Kairo und an eine Klinik in Suez. Eine Folge dieser Zusammenarbeit von Ärzte ohne Grenzen mit freiwilligen ägyptischen Ärzten ist, dass es jetzt eine Gruppe von Medizinern im Land gibt, die künftig jederzeit auf eine Notsituation im Land reagieren können. Ärzte ohne Grenzen plant, ihnen in Zukunft Trainings anzubieten.
- Im Februar 2011 unterstützten Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Ägypten die medizinische Hilfe für die Opfer des Konflikts im Osten Libyens, indem sie Material lieferten und den medizinischen und logistischen Teams halfen.
- Es gelang Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2011, offiziell in Ägypten registriert zu werden. Dies ermöglicht die Entwicklung neuer Programme. Die Teams planen, den Bewohnern einiger der ärmsten Stadtteile Kairos beizustehen und die Behandlung von multiresistenter Tuberkulose und Hepatitis C zu unterstützen.
- Tuberkulose
- Etwa neun Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose (TB). Viele von ihnen sind HIV-Infizierte mit schwachem Immunsystem (sog. Koinfektion). Die Krankheit betrifft vor allem die Lunge, mitunter aber auch andere Organe wie Nieren, Hirnhäute oder Lymphknoten. Eine effektive Behandlung ist möglich, aber langwierig und aufwendig. Ärzte ohne Grenzen nutzt ab 2011 ein neues Diagnose-Gerät, das die Krankheit schneller und sicherer diagnostiziert sowie eine Form der multimedikamentenresistenten-TB erkennt. In solchen Fällen sind die Krankheitserreger gegen die wichtigsten Medikamente resistent und die Patienten müssen zwei Jahre lang täglich Medikamente mit starken Nebenwirkungen einnehmen.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2010 in Ägypten.
01. Mai 2012
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