In Statistiken über Flüchtlinge und Vertriebene verwendet Ärzte ohne Grenzen Zahlen, die vom US-Komitee für Flüchtlinge (U.S. Committee for Refugees / USCR) zur Verfügung gestellt werden. Das USCR und das Hochkommissariat für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR) machen übereinstimmende Angaben zur Zahl von weltweit etwa 14 Millionen Flüchtlingen und 21 bis 25 Millionen Internally Displaced Persons (IDPs).
Flüchtlinge und Asylsuchende sind über 128 Länder weltweit verteilt. Wohlhabendere Länder wie die Vereinigten Staaten und verschiedene europäische Länder nehmen einige dieser Menschen auf, in den meisten Fällen finden sie jedoch Zuflucht in armen Nachbarstaaten, die keine entsprechenden Möglichkeiten haben. Ärzte ohne Grenzen arbeitet sowohl mit Flüchtlingen aus den von Konflikten betroffenen Ländern als auch mit solchen aus den Aufnahmeländern.
Verschiedene Gründe machen es schwierig, die genaue Anzahl von Flüchtlingen festzulegen oder nur die Anzahl der IDPs überhaupt zu schätzen. Da in vielen Entwicklungsländern eine massive Umschichtung der Bevölkerung von den ländlichen Gegenden in die Städte stattgefunden hat, lässt sich nicht immer eindeutig nachvollziehen, ob dies auf unfreiwilliger oder freiwilliger Basis, wegen wirtschaftlicher Interessen oder aus Sicherheitsgründen passiert ist. Weder ist die Entfernung festgelegt, die jemand zurückgelegt haben muss, um als Vertriebener zu gelten, noch ist die Frage geklärt, ob diejenigen, die bereits in eine neue Gemeinschaft integriert sind, als Vertriebene zu definieren sind.
Im Prinzip liegt es in der Verantwortung der einzelnen Regierungen, die Anzahl von Vertriebenen innerhalb ihrer Grenzen zu dokumentieren. Bisher fehlen dafür aber offensichtlich der politische Wille oder auch die entsprechenden administrativen Resourcen.