Unsere Hilfe in Simbabwe

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Zugang zur Behandlung von HIV/Aids hat in den vergangenen Jahren zwar zugenommen, doch ist er für bestimmte gefährdete Bevölkerungsgruppen weiterhin nur eingeschränkt möglich. Ärzte ohne Grenzen richtete daher im Jahr 2014 die Hilfe in Simbabwe vor allem auf die Versorgung von HIV/Aids-Patienten aus. 

Unsere Hilfe in Simbabwe im Einzelnen (Auszug):

  • Vor allem für Kinder mit HIV ist es schwer, angemessen versorgt zu werden. Personalengpässe, eingeschränkte Klinikzeiten, hohe Gebühren und weite Distanzen zu den medizinischen Einrichtungen stellen große Hürden für die Patienten im Land dar. Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden hat Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Simbabwe im Bereich HIV daher so aufgebaut, dass sie in öffentliche Gesundheitseinrichtungen integriert wurde. Zudem haben die Teams die Diagnostik und Behandlung dezentralisiert, um den Menschen möglichst in der Nähe ihres Wohnorts zu helfen.
  • In Epworth, einem Stadtviertel von Harare, konzentrierten sich die Teams von Ärzte ohne Grenzen vor allem auf Kinder und Jugendliche mit HIV und Tuberkulose (TB). Zudem behandelten sie diejenigen Patienten, deren Standard-Medikamente für HIV und TB nicht mehr wirksam waren. Mehr als 2.600 Patienten unter 20 Jahren wurden auf HIV getestet und rund 200 von ihnen daraufhin behandelt. Ärzte ohne Grenzen übergab die normale Versorgung von HIV- und TB-Patienten 2014 an das Gesundheitsministerium, nachdem die Teams mehr als ein Jahr lang in die Fortbildung von medizinischen Fachkräften investiert hatten.
  • Die Hilfe in Simbabwe für HIV- und TB-Patienten erstreckte sich 2014 auch auf die Bezirke Buhera, Gutu und Chikomba. Dort fokussierten die Teams vor allem auf die personelle Weiterbildung und Beratung. Sie leisteten technische Hilfe und spendeten Material an lokale Gesundheitszentren, um die neuen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation einzuführen, die den Zugang zu routinemäßiger Viruslast-Überprüfung vorsieht. Tests und antiretrovirale Medikamente (ARV) sind nun für alle Patienten in allen Kliniken in den drei unterstützten Bezirken verfügbar. Die Hilfe in Simbabwe umfasste auch patientenzentrierte Versorgungsmodelle, um den Druck auf die Kliniken zu verringern. Zum Jahresende 2014 gab es 72 gemeindebasierte ARV-Gruppen in Gutu mit insgesamt 477 Patienten. Sie wechseln sich ab, wenn es darum geht, den medikamentösen Nachschub in oft entfernt liegenden Kliniken zu besorgen. Außerdem wurden in Gutu neue Strategien erprobt, um die Anzahl der Menschen zu erhöhen, die HIV-Tests nutzen. Dazu gehören Kliniken, die nachts geöffnet sind sowie Test- und Beratungskampagnen, die sich direkt an junge Leute wenden oder mit Sport-Events verbunden werden.
  • Ärzte ohne Grenzen unterstützte 2014 auch weiterhin die Viruslasttests im Zentralkrankenhaus in Harare. Diese ermöglichen, die Viruslast der Patienten zu überwachen, die antiretrovirale Medikamente (ARV) nehmen. UNITAID finanzierte das Viruslasttestgerät und die laufenden Kosten, während Ärzte ohne Grenzen erstmals die Anwendung übernahm. 2014 wurden insgesamt 35.439 Test durchgeführt.
  • Im Bezirk Nyanga wurde die dezentrale Versorgung von HIV- und TB-Patienten an 18 von 21 Kliniken ausgelagert.
  • Psychiatrische Hilfe in Simbabwe ist noch immer selten. Ärzte ohne Grenzen diagnostizierte und behandelte weibliche und männliche Häftlinge mit psychischen Problemen im Hochsicherheitsgefängnis in Chikurubi, Harare. Das Personal in zehn Haftanstalten erhielt zudem Fortbildungen zur angemessenen Diagnose und Versorgung von psychiatrischen Krankheiten. Die Teams stellten über das Gesundheitsministerium auch sicher, dass in den Gefängnissen HIV- und TB-Infektionen diagnostiziert und behandelt werden konnten.
  • In Mbare, einem Stadtviertel der Hauptstadt Harare, bot Ärzte ohne Grenzen in einer Klinik kostenlose medizinische Versorgung für Opfer sexueller Gewalt an. Zudem berieten die Teams die Patienten und stellten Überweisungen aus für weiterführende psychologische, soziale oder rechtliche Unterstützung.
  • Das Projekt von Ärzte ohne Grenzen im ländlichen Bezirk Gokwe North verbesserte und dezentralisierte die medizinische Versorgung für Menschen, die unter HIV und TB leiden oder Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Diese Hilfe in Simbabwe fand in zwei Krankenhäusern und 18 Gesundheitseinrichtungen statt. Während der dreijährigen Tätigkeit wurden zwölf Kliniken als Standorte akkreditiert, an denen Patienten ihre antiretrovirale Behandlung (ARV) beginnen können. Weitere sechs Standorte wurden als ARV-Nachsorge-Kliniken anerkannt. 2014 wurde dieses Projekt an das Gesundheitsministerium und die Organisation „Child Care“ übergeben, da die anfänglichen Ziele erreicht worden waren.
  • In Harare unterstützte Ärzte ohne Grenzen das Ministerium darüber hinaus, diese Dienstleistungen (ARV-Start und –Nachsorge) zu dezentralisieren. Sie sind derzeit in sechs Gesundheitszentren verfügbar.
  • Zuletzt konzentrierte sich das Team darauf, die Versorgung von Kindern mit HIV zu verbessern und komplizierte Fälle von HIV und TB zu übernehmen. Dieses Projekt wurde im Oktober 2014 an das Ministerium übergeben.
  • Nach mehr als neun Jahren wurde das HIV-Programm in Tsholotsho im November 2014 an die lokalen Gesundheitsbehörden übergeben, da das übergeordnete Ziel erreicht worden war: HIV/Aids-Patienten zu behandeln und die HIV-Übertragung, Begleiterkrankungen sowie die Sterberate zu verringern. Bis Ende August 2014 wurden mehr als 10.400 Patienten mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Dies entspricht 85 Prozent all derer im Bezirk, die eine HIV-Behandlung benötigen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals im Jahr 2000 Hilfe in Simbabwe an.

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