Jemen

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

In einigen Landesteilen verschlechterten sich 2013 die Lebensbedingungen erheblich. Die unsichere Lage wirkte sich zum Jahresende auf die Verfügbarkeit und auf den Zugang zur Gesundheitsversorgung aus.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Unsicherheit beeinflusste die von Ärzte ohne Grenzen betreuten Programme, da die Menschen noch stärker von der Gesundheitsversorgung abgeschnitten wurden: Zweimal mussten die Aktivitäten in Amran und einmal in Aden unterbrochen werden.
  • Mehr als 150 jemenitische Patienten wurden an das rekonstruktive Chirurgie-Projekt nach Jordanien überwiesen, wo Ärzte ohne Grenzen Gesichts- und Kieferchirurgie sowie orthopädische und rekonstruktive plastische Chirurgie anbot.
  • Ärzte ohne Grenzen arbeitete weiterhin im Regierungsbezirk Ad-Dali, doch zum Jahresende führten Sicherheitsprobleme zu beträchtlichen Unterbrechungen in der Gesundheitsversorgung. Nahrungsmittelengpässe und die Gesundheit von Müttern und Kindern gaben Anlass zu großer Sorge in der Region. Die Teams versorgten sowohl Gewalt- als auch Verletzungsopfer in ländlichen und städtischen Gemeinden. Notfallversorgung, einschließlich Chirurgie, wurde im Al-Naser-Allgemeinkrankenhaus in der Stadt Ad-Dali geleistet. Die Mitarbeiter boten auch basismedizinische Hilfe und lebensrettende chirurgische Eingriffe in den Bezirken Al Azaraq und Qataba´a an. Sie führten mehr als 41.704 Konsultationen durch.
  • In Aden wurden in der chirurgischen Rettungsstelle von Ärzte ohne Grenzen mehr als 2.500 chirurgische Eingriffe vorgenommen sowie 860 Patienten postoperativ und physiotherapeutisch versorgt. Hier wurden Gewaltopfer aus Aden sowie aus den nahe gelegenen Regierungsbezirken Lahj, Abyan, Shabwah und Ad Dhale behandelt. Die Mitarbeiter betreuten zudem eine Klinik für Häftlinge im Zentralgefängnis in Aden, in der monatlich rund 80 Patienten versorgt wurden. Im Regierungsbezirk Abyan wurden Krankenhäuser in Lawdar und Jaar personell und materiell unterstützt. Die Teams trainierten darüber hinaus Personal der Notaufnahme und Techniker der Sterilisationseinheit. Der Zugang zur Gesundheitsversorgung verschlechterte sich zunehmend in den ländlichen Gebieten des Regierungsbezirks Amran. In den Täler existierte er kaum noch. Im Krankenhaus Al-Salam in Khamir betreute Ärzte ohne Grenzen die Notaufnahme, die Chirurgie und Geburtshilfe, die Kinder- und Intensivstation sowie die Bettenabteilung. Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden versuchten die Mitarbeiter, die medizinischen Dienste zu verbessern. So unterstützten sie auch die Blutbank und das Labor. Zum Jahresende kam es zu einem dramatischen Anstieg von chirurgischen Patienten, da die Unsicherheit im Regierungsbezirk zunahm. Die Teams führten mehr als 1.940 chirurgische Eingriffe durch, und 4.080 Patienten wurden ins Krankenhaus aufgenommen. Insgesamt führten sie mehr als 21.980 Notfall-Konsultationen durch. Im März nahm Ärzte ohne Grenzen die Unterstützung des Gesundheitszentrums in Huth wieder auf, nachdem die Aktivitäten aus Sicherheitsgründen sechs Monate unterbrochen worden waren. Ein Team leistete Notfallversorgung, Geburtshilfe und betreute die Bettenstation. Im September wurde Huth zu einem Stabilisierungszentrum  für die Versorgung einer großen Anzahl von Verwundeten: Die Mitarbeiter versorgten Notfälle und richteten ein Überweisungssystem ein.
  • Mit mobilen Kliniken unterstützte Ärzte ohne Grenzen Bewohner entlegener Gebiete in den Tälern Osman und Akhraf, da sie nur über einen beschränkten Zugang zu medizinischer Hilfe verfügten. Die Teams führten 5.350 Konsultationen durch und behandelten 427 Malaria-Patienten.
  • In Sanaa versorgte Ärzte ohne Grenzen 2013 erstmals HIV-Patienten. Im April begann zudem ein psychologisches Programm für inhaftierte Migranten.
  • Im Februar übergab Ärzte ohne Grenzen die Aktivitäten im Krankenhaus Radfan, Regierungsbezirk Lahj, an die Gesundheitsbehörden. Ein Gesundheitsprogramm in Haradh, Regierungsbezirk Hajjah, wurde im August geschlossen.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1986 im Jemen.

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