Unsere Hilfe in Uganda

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Mehr als 128.000 Südsudanesen flohen Ende Oktober 2014 vor der Gewalt in ihrer Heimat über die Grenze nach Uganda. Ärzte ohne Grenzen weitete die medizinische Hilfe in Uganda auf die Unterstützung dieser Zielgruppe aus.

Unsere Hilfe in Uganda im Einzelnen (Auszug):

  • Die Mehrheit der Flüchtlinge, rund 81.000 Menschen, ließ sich in Ugandas nördlichem Bezirk Adjumani nieder. Nachdem sie im Transitzentrum in Numanzi registriert worden waren, wurden sie auf verschiedene Camps aufgeteilt. Ärzte ohne Grenzen startete ein Nothilfeprogramm, um im Transitzentrum und in vier Lagern basismedizinische Unterstützung anzubieten. Diese Hilfe in Uganda umfasste die Untersuchung von Kindern auf Mangelernährung, ambulante und stationäre Versorgung, Geburtshilfe sowie ein Ernährungszentrum für stationäre Aufnahmen. Darüber hinaus leisteten die Teams Wasser- und Sanitäraktivitäten, um zumindest minimale Hygienestandards zu gewährleisten. Als die Anzahl der Flüchtlinge abnahm und andere Hilfsorganisationen ihre Hilfe anboten, konzentrierte sich Ärzte ohne Grenzen auf die beiden größten Lager im Süden, Ayilo 1 und Ayilo 2, sowie auf Gesundheitsscreenings und Konsultationen im Transitzentrum. Mehr als 124.000 Sprechstunden wurden durchgeführt und rund 4.000 Patienten stationär ins Krankenhaus aufgenommen.
  • Eine bedeutende Anzahl von Flüchtlingskindern, die Ärzte ohne Grenzen untersuchte, litt unter Atemwegsinfektionen, die sich in überfüllten Unterkünften schnell verbreiten können. Von Juli bis September 2014 weiteten die Teams ihre Hilfe in Uganda daher aus. Sie führten drei Impfrunden gegen Pneumokokken und „Haemophilus influenzae Typ B“ durch, den beiden wichtigsten Ursachen für Atemwegsinfektionen bei Kindern. Mehr als 2.700 Kinder unter zwei Jahren, die in den Flüchtlingscamps oder in ihrer Umgebung lebten, wurden vollständig gegen Pneumokokken immunisiert. Dies war die erste Impfkampagne in Uganda, die den Pneumokokken-Konjugatimpfstoff nutzte, und eine der ersten in einem Flüchtlingskontext.
  • Viele Jahre konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Uganda auf die Behandlung von Patienten mit HIV und Tuberkulose (TB). Das HIV-TB-Programm, das 2001 begann und im Regionalen Krankenhaus in Arua lief, wurde im Juli 2014 an das Gesundheitsministerium und an die ugandisch-amerikanische Nichtregierungsorganisation SUSTAIN (Strengthening Uganda´s Systems for Treating AIDS Nationally) übergeben. Das Projekt umfasste die klinische Versorgung, Laboraktivitäten für HIV, herkömmliche TB und resistente TB-Formen sowie die Lieferung von antiretroviralen Medikamenten. Übergeben wurde zudem das Zentrum für multiresistente TB, das Ärzte ohne Grenzen gebaut und betreut hatte.
  • Ärzte ohne Grenzen setzte sich 2014 weiterhin dafür ein, den Zugang zu Viruslasttests, auch für Kinder, zu verbessern. Die Hilfe in Uganda umfasste daher auch eine Kooperation mit dem „Treatment Success Programm“, das von UNITAID finanziert wird. Darüber hinaus untersuchte ein Team von Ärzte ohne Grenzen die besonderen medizinischen Bedürfnisse von gefährdeten HIV-Patientengruppen, wie Kinder, Jugendliche und mobile Bevölkerungsgruppen.
  • Im Oktober 2014 wurde ein Fall von Marburg-Fieber in Kampala bestätigt. Dies führte zu einer gemeinsamen Reaktion des Gesundheitsministeriums, Ärzte ohne Grenzen und dem US-amerikanischen „Center for Disease Control and Prevention“. Im Rahmen dieser Hilfe in Uganda richtete Ärzte ohne Grenzen fünf Transitzentren und ein Ebola-Behandlungszentrum im Krankenhaus von Kampala ein und trainierte Personal an diesen Standorten sowie in anderen Provinzen. Es wurde kein weiterer Fall gemeldet.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1986 Hilfe in Uganda an.

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