Unsere Hilfe in Tunesien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Zurzeit ist Ärzte ohne Grenzen in Tunesien nicht aktiv. Einen Überblick unserer früheren Aktivitäten finden Sie hier.

Unsere Hilfe in Tunesien im Einzelnen (Auszug):

  • Die Gesundheitseinrichtungen in Städten und Dörfern entlang der Grenze gerieten aufgrund der vielen libyschen Flüchtlinge enorm unter Druck. In der tunesischen Grenzstadt Dehiba eröffnete Ärzte ohne Grenzen daher ein Stabilisierungszentrum für Verwundete. Im März und April wurden hier rund 60 Notfälle behandelt. In Dehiba, Remada und Tataouine boten die Teams zudem mit mobilen Kliniken medizinische und psychologische Hilfe an.
    Ende Februar waren die tunesischen Gesundheitsbehörden und lokalen Hilfsorganisationen in der Lage, die meisten medizinischen Bedürfnisse abzudecken. Da es einen Engpass bei der psychologischen Versorgung gab, bot Ärzte ohne Grenzen im Flüchtlingslager Shousha, nahe Ras Ajdir, Beratungen an und erweiterte diese Hilfe später auf zwei Transitlager.
  • Bis Juni hatten mehr als 600.000 Migranten, Flüchtlinge und Asylsuchende Libyen verlassen. Obwohl viele schnell in ihre Herkunftsländer repatriiert wurden, strandeten Tausende mit ungewisser Perspektive in Ägypten, Italien, Niger oder Tunesien. In Shousha, dem größten Lager, lebten noch Monate nach ihrer Ankunft etwa 4.000 Menschen aus Subsahara-Afrika. Sie konnten meist nicht repatriiert werden, weil die Lage in ihrer Heimat zu gefährlich war. Im Mai kam es dort zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, da die Lebensbedingungen nicht für einen langfristigen Aufenthalt ausgerichtet waren und die Sicherheit sich ständig verschlechterte. Ärzte ohne Grenzen weitete daher die Aktivitäten aus und leistete medizinische und psychologische Hilfe, verteilte Nahrungsmittel, Wasser und Hilfsgüter. Aufgrund der Gewalt im Lager waren einige Flüchtlinge so verzweifelt, dass sie sogar ihr Leben riskierten und über das Mittelmeer nach Europa flohen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ärzte ohne Grenzen forderte alle Kriegsparteien in Libyen auf, die Flüchtlinge besser unterzubringen, zu unterstützen und zu schützen. Die Organisation veröffentlichte den Bericht „From a Rock to a Hard Place: The Neglected Victims of the Conflict in Libya“ und erinnerte alle Kriegsparteien und Nachbarländer an ihre völkerrechtliche Verantwortung, die Grenzen offen zu halten und den Flüchtlingen aus Libyen Schutz zu gewähren.
    Im August waren die meisten Flüchtlinge nach Libyen zurückgekehrt. Ärzte ohne Grenzen beendete alle Aktivitäten bis September und übergab die Aufgaben im Lager Shousha an andere Organisationen. Zwischen März und September führten die Teams 10.500 medizinische und 21.000 psychologische Sprechstunden durch. Bevor Ärzte ohne Grenzen das Land verließ, übergaben die Teams medizinisches Material an die Gesundheitsbehörden in Tataouine und Medenine.
  • Im April kam es in der libyschen Stadt Misrata zu heftigen Kämpfen. Die Bewohner der Stadt waren von jeglicher Hilfe von außen abgeschnitten, die Krankenhäuser und Kliniken völlig überwältigt angesichts der vielen Opfer. Ärzte ohne Grenzen führte daher zwei medizinische Evakuierungen durch. Die Teams brachten 135 Patienten mit dem Boot von Misrata nach Tunesien und versorgten sie während der Fahrt mit medizinischer Hilfe. Bei der Ankunft brachten die tunesischen Gesundheitsbehörden und der Rote Halbmond Tunesien die Patienten in Krankenhäuser nach Sfax und Zarzis sowie auf die Insel Dscherba.

Ärzte ohne Grenzen begann die Arbeit in Tunesien im Jahr 2011.

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