Thailand

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Nach 35-jähriger Tätigkeit in Thailand beendete Ärzte ohne Grenzen unfreiwillig das letzte Projekt im Land.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Es ist Ärzte ohne Grenzen nicht gelungen, eine offizielle Erlaubnis für die Behandlung von unregistrierten Migranten und gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu erhalten, die kein Anrecht auf Gesundheitsversorgung haben. Im September 2011 entschied Ärzte ohne Grenzen daher, das letzte Projekt in dem Land zu schließen, in dem die Organisation am längsten tätig war. Seit 1976, als kambodschanische Flüchtlinge vor dem Khmer-Regime geflüchtet waren, leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe im Land. In den achtziger Jahren unterstützten die Teams Flüchtlinge aus Myanmar, und seit Mitte der neunziger Jahre spielte Ärzte ohne Grenzen eine zentrale Rolle, um HIV-Infizierte umfassend zu behandeln und ihre Situation öffentlich bekannt zu machen. Thailand war eines der ersten Länder, die eine kostenlose antiretrovirale Behandlung für HIV-Patienten einführten. Im vergangenen Jahrzehnt reagierten die Teams hauptsächlich auf Notfälle und leisteten medizinische Hilfe für die Hmong-Flüchtlinge aus Laos.
  • Zu Beginn des Jahres 2011 wurde Ärzte ohne Grenzen gezwungen, die Aktivitäten in der industriellen Zone von Samut Sakhon und am `Three Pagodas Pass´, an der Grenze zu Myanmar, zu schließen. Dadurch wurden 55.000 Menschen einer Gesundheitsversorgung beraubt. Im Gebiet des `Three Pagodas Pass´ betreute Ärzte ohne Grenzen eine mobile Klinik, um die Bevölkerung basismedizinisch zu versorgen. Die Teams führten rund 795 vorgeburtliche Untersuchungen durch, überwiesen Schwangere für die Geburt an öffentliche Krankenhäuser und klärten 4.200 Personen über allgemeine Gesundheitsfragen auf. In der Klinik in der Provinz Samut Sakhon, wo Tausende unregistrierte Migranten leben und arbeiten, gaben die Teams mehr als 1.380 Sprechstunden.
  • In Mae Hong Son, im Norden Thailands, trainierte Ärzte ohne Grenzen mobile Rucksackteams, die im Grenzgebiet zwischen Myanmar und Thailand medizinische Hilfe leisteten. Im Jahr 2011 führten diese Teams mehr als 48.470 medizinische Sprechstunden und fast 1.590 vorgeburtliche Untersuchungen durch. Zudem halfen sie bei 420 Geburten und verteilten mehr als 6.750 Moskitonetze.
  • Als die Monsun-Jahreszeit Ende Juli begann, kam es zu schweren Überflutungen im Norden, Nordosten und in der Mitte Thailands. Im Oktober erreichten die Fluten die Mündung des Flusses Chao Phraya und überschwemmten Teile der Hauptstadt Bangkok. Von Thailands 77 Provinzen wurden 65 zur Katastrophenregion erklärt. Etwa 800 Menschen starben, und 13,6 Millionen Menschen waren von den Überschwemmungen betroffen. Ärzte ohne Grenzen verteilte Hilfsgüter, wie Nahrungsmittel, Trinkwasser und Moskitonetze, an 66.000 Menschen und führte mehr als 1.400 medizinische Konsultationen in den betroffensten Gebieten der Provinzen Sukhothai, Phitsanulok, Phichit und Kamphaeng-Phet durch.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete seit 1976 in Thailand.

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