Unsere Hilfe in Swasiland

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Die Dezentralisierung medizinischer Angebote in Swasiland ermöglicht Menschen mit HIV, Tuberkulose (TB) und resistenter Tuberkulose, die notwendige Behandlung zu erhalten.

Unsere Hilfe in Swasiland im Einzelnen (Auszug):

  • Swasiland hat hohe HIV-/TB-Koinfektionsraten. Zudem steigt die Zahl der Menschen, die an einer resistenten TB-Form erkrankt sind. In Kooperation mit den Behörden integrierte Ärzte ohne Grenzen daher die HIV/TB-Angebote in die Basisgesundheitszentren und Gemeinden. Weitere Strategien bestanden darin, sich für die Einführung von kürzeren und verträglicheren Therapien für resistente TB sowie für die ambulante Behandlung von Patienten mit resistenten TB-Formen einzusetzen. In Matsapha, einer Industriestadt mit hohem Migrantenanteil in der Region Manzini, leistete Ärzte ohne Grenzen umfassende HIV- und TB-Versorgung in einer Klinik. Die Mitarbeiter boten HIV-Beratung und Tests an sowie die Diagnose und Behandlung von Tuberkulose, sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung inklusive vor- und nachgeburtliche Untersuchungen. Sie versorgten Gewaltopfer medizinisch und psychosozial, behandelten allgemeine Krankheiten und führten Impfungen für Kinder durch. In Mankayane arbeitete Ärzte ohne Grenzen eng mit der HIV/TB-Abteilung des Gesundheitsministeriums zusammen, um die Diagnose und Behandlung der Patienten zu verbessern, die unter einer Koinfektion von HIV und resistenter TB leiden. Dazu gehörte auch die Vergabe von antiretroviralen Medikamenten bei herkömmlicher und resistenter Tuberkulose. 2013 halfen die Teams zudem bei der Infektionskontrolle und leisteten psychosoziale Unterstützung für Patienten im Krankenhaus in Mankayane und in Kliniken auf Gemeindeebene. Außerdem trainierten sie Mitarbeiter des Nationalen TB-Referenzlabors in Mbabane, indem sie bei TB-Kulturen und Tests zur Medikamentensensibilität halfen.
  • Fünf Jahre lang wurden die Angebote für HIV und TB in Shiselweni ständig erhöht. Diese Region war zuvor bei der medizinischen Versorgung am stärksten benachteiligt. Mittlerweile gibt es dort zahlreiche Versorgungspunkte für HIV und TB. In 22 Basisgesundheitszentren und drei Fachkliniken  leistete Ärzte ohne Grenzen 2013 die medizinische und psychosoziale Versorgung von HIV- und TB-Patienten. Die Mitarbeiter verbesserten zudem die Infektionskontrolle und die Therapietreue.
  • 2013 konzentrierte sich Ärzte ohne Grenzen vor allem darauf, den Zugang zur Diagnose und Behandlung der resistenten Tuberkulose zu verbessern. Dafür war es besonders wichtig, dass die Versorgungspunkte auch über Labore verfügten. Zudem wurde schnelle Diagnostik-Technologie (GeneXpert) in der Region eingeführt. 20 Kliniken haben heute ihre eigenen Minilabore. Darüber hinaus wurden Patienten, die für ihre Injektionen während der Intensivbehandlung nicht jeden Tag zur nächstgelegenen Einrichtung kommen konnten, von Gemeindebehandlungshelfern besucht. Dies ist ein neuer Ansatz, dessen Effektivität zurzeit analysiert wird.
  • Als vorbeugende Maßnahme gegen die Übertragung von HIV startete Ärzte ohne Grenzen die Aktion „Früher Test, frühe Behandlung“. Ziel ist es, letztlich jede Person, die HIV-positiv getestet wurde, mit antiretroviralen Medikamenten zu behandeln, unabhängig davon, wie weit der Virus bereits fortgeschritten ist. Die erste Phase begann im Januar 2013: Alle HIV-positiven Frauen wurden einbezogen. Außerdem wurde die Viruslast routinemäßig getestet. Eine freiwillige HIV-Test-Kampagne, bei der die Tester von Tür zu Tür gingen und 6.452 Menschen untersuchten, fand im August statt.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 2007 in Swasiland.

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