Unsere Hilfe in Swasiland

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Menschen mit HIV leben länger und gesünder, wenn sie dezentral versorgt werden und eine innovative Behandlung erhalten. Die Koinfektionsraten für HIV und Tuberkulose (TB), einschließlich resistenter TB, sind in Swasiland sehr besorgniserregend. Rund zehn Prozent der TB-Erkrankten leiden an einer resistenten TB-Form. Seit 2007 konzentriert Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Swasiland auf die HIV-TB-Epidemie in Shiselweni und seit 2010 auf Aktivitäten in Manzini. Dabei kooperieren die Teams mit dem Gesundheitsministerium.

Unsere Hilfe in Swasiland im Einzelnen (Auszug):

  • Ärzte ohne Grenzen fokussierte die Hilfe in Swasiland im Jahr 2014 auf die HIV- und TB-Versorgung in der Region Shiselweni mit Projekten in Nhlangano, Hlatikulu und Matsanjeni. Bereits seit 2010 haben die Teams hier lokales Personal und Gemeindemitglieder, die mit HIV leben, trainiert und so dazu beigetragen, dass die Diagnose und Behandlung von HIV und Tuberkulose in dieser ländlichen südlichen Region ausgeweitet wurden. Die Teams behandelten Patienten in 22 Gesundheitszentren und drei Fachkliniken und boten psychosoziale Unterstützung an.
  • Eine Fünfjahresevaluierung zur dezentralisierten Versorgung ergab, dass die Hilfe nachhaltiger ist, wenn sie vereinfacht wird und näher an die Wohnorte der Patienten angebunden ist. Dies führt zu einem erhöhten Zugang zu antiretroviralen Medikamenten und hilft den Patienten, die medikamentöse Therapie durchzuhalten.
  • Ganz wichtig für diese Art der Hilfe in Swasiland sind die HIV-positiven Gemeindemitglieder, die von Ärzte ohne Grenzen trainiert wurden und als Experten-Patienten mehr als 3.200 Gesundheitserziehungs-Aktivitäten im Jahr 2014 durchführten. Auf diese Weise wurden etwa 137.000 Menschen in Shiselweni über HIV-Themen aufgeklärt. Zudem nahm Ärzte ohne Grenzen HIV-Tests, die an der Haustür gemacht werden, in das Programm auf, um mehr Menschen mit einer HIV-Infektion aufzuspüren. Darüber hinaus haben die Teams Routine-Viruslasttests eingeführt, um den Gesundheitsstatus der Patienten zu überprüfen. Die Tests überprüfen die Anzahl der HI-Viren im Blut.
  • Die Hilfe in Swasiland bestand aus einer Strategie mit zwei Phasen: Die erste Phase  „Behandlung als Prävention“ zielte auf Schwangere. Sie wurde im Jahr 2014 als nationale Strategie nach einem Pilotprojekt in Nhlangano eingeführt. Die zweite Phase „Früher Zugang zu antiretroviralen Medikamenten für alle“ wurde im Oktober 2014 in Nhlangano gestartet und versorgte alle HIV-positiven Patienten mit antiretroviralen Arzneimitteln – unabhängig von ihrem klinischen oder immunologischen Status.
  • In Matsapha konnten sich die ansässigen Bewohner und arbeitende Migranten in der Familienklinik von Ärzte ohne Grenzen  auf HIV und TB testen und bei Bedarf behandeln lassen. Die Hilfe umfasste hier basismedizinische Dienste, einschließlich Geburtshilfe, Impfungen für Kinder unter fünf Jahren, Familienplanung, häusliche Versorgung sowie medizinische und psychologische Behandlung für Opfer sexueller Gewalt.
  • Die Hilfe in Swasiland erstreckte sich auch auf Mankayane. Im dortigen Krankenhaus wurden 2014 Patienten umfassend versorgt, die mit HIV und TB koinfiziert sind. Wann immer möglich wurden die Patienten mit resistenter Tuberkulose ambulant behandelt. Dies verringert die Isolation der Kranken sowie einen unangenehm langen Krankenhausaufenthalt und erhöht somit die Therapietreue. Wenn die TB-Standardmedikamente der ersten Therapielinie nicht mehr wirken, leidet der Patient meist unter einer resistenten TB-Form. Die konventionelle Behandlung für diese Tuberkuloseform dauert mindestens 20 Monate und führt zu schmerzhaften Nebenwirkungen. Ärzte ohne Grenzen startete daher 2014 eine Beobachtungsstudie, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer neunmonatigen Therapie für resistente TB in Matsapha und Mankayane zu überprüfen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2007 Hilfe in Swasiland an.

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