Unsere Hilfe im Sudan

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen leistete 2014 medizinische-humanitäre Hilfe im Sudan. Die anhaltenden Konflikte belasteten sehr die Gesundheit der Bevölkerung in den Bundesstaaten Darfur, Süd-Kordufan und Blauer Nil.

Die Hilfe im Sudan im Einzelnen (Auszug):

  • 2014 wurden die Nothilfeaktivitäten von Ärzte ohne Grenzen durch verschiedene Restriktionen behindert. Der Zugang zu den umkämpften Regionen wurde behindert und ein von Ärzte ohne Grenzen unterstütztes Krankenhaus in Süd-Kordufan im Januar bombardiert. Tausende Menschen, die dringend medizinische Hilfe benötigten, wurden so von jeglicher humanitärer Unterstützung abgeschnitten.
  • Die Hilfe im Sudan umfasste verschiedene Landesteile: In Nord-Darfur kam es in Tawila zu Kämpfen zwischen den ansässigen Stämmen der Zaghawa und den nomadischen arabischen Stämmen. Ärzte ohne Grenzen unterstützte in Tawila ein Krankenhaus und bot ambulante und stationäre Versorgung an. Der Fokus lag auf der Behandlung von Müttern und Kindern. Das Team führte mehr als 34.900 Konsultationen durch und 5.400 vorgeburtliche Untersuchungen. Zudem wurden 1.300 mangelernährte Kinder behandelt. Ein weiteres Team betreute vier Gesundheitszentren in Dar Zaghawa, in denen eine basismedizinische Versorgung für Mütter und Kinder angeboten wurden. Zudem führten die Mitarbeiter nachgeburtliche Konsultationen in drei Gesundheitsposten durch, die in der Umgebung von Dar Zaghawa lagen. 2014 gaben sie insgesamt mehr als 46.800 Sprechstunden. Ärzte ohne Grenzen unterstützte in El Sireaf Vertriebene: Die Mitarbeiter stellten Wasser- und Sanitäranlagen zur Verfügung, verteilten Hilfsgüter und leisteten medizinische Hilfe, einschließlich chirurgischer Eingriffe. Die Teams führten mehr als 17.700 ambulante Konsultationen durch und behandelten etwa 1.100 Malaria-Patienten. Das Notfall-Reaktionsprogramm in Nord-Darfur, eine Kooperation zwischen Ärzte ohne Grenzen und den Gesundheitsbehörden, führt schnelle medizinische Erkundungen und Einsätze aus. Zu dieser Hilfe im Sudan gehörte 2014 die Verteilung von Hilfsgütern in Tawisha, Usban und El Fasher. Außerdem kam es zu einer Hepatitis-E-Intervention in Um Kadada und einem Sreening zu Mangelernährung in Shangil Tobaya. In El Fasher wurde zudem eine Kampagne gegen Dengue-Fieber durchgeführt, die auch Patientenversorgung, Vektorkontrolle und epidemiologische Überwachung sowie ein Nothilfeeinsatztraining einschloss.
  • Im März und April 2014 unterstützte Ärzte ohne Grenzen 4.000  Neuankömmlinge im Vertriebenencamp El Sereif nahe Nyala, in Süd-Darfur. Die südwestlich der Stadt gelegenen Dörfer der Vertriebenen waren zerstört worden. Bei deren Ankunft war Ärzte ohne Grenzen bereits in dem Lager tätig und verbesserte die Wasserversorgung, die weit unter den üblichen Nothilfe-Standards lag. Außerdem behandelten die Mitarbeiter diejenigen, die aufgrund der schlechten Lebensbedingungen medizinische Hilfe benötigten.
  • Die Hilfe im Sudan erstreckte sich auch auf West-Darfur. Zum Jahresende 2014 begann Ärzte ohne Grenzen, vier Gesundheitszentren in der Ortschaft Kerenek mit basismedizinischer Hilfe  zu unterstützen. Ein Team kooperierte auch mit dem Gesundheitsministerium, um mögliche Ebola-Aktivitäten vorzubereiten. Dafür wurden mehr als 100 sudanesische Mitarbeiter trainiert und die epidemiologische Überwachung verstärkt.
  • Im Februar eröffnete Ärzte ohne Grenzen eine Klinik im Bundesstaat Weißer Nil, um rund 30.000 südsudanesischen Flüchtlingen beizustehen. Viele von ihnen waren Frauen, Kinder und Alte, die auf der Suche nach Zuflucht weite Strecken zurücklegen mussten. Rund 4.300 Konsultationen wurden monatlich durchgeführt.
  • Die Hilfe im Sudan umfasste auch Fortbildungen zur Krankheit Kala-Azar (viszerale Leishmaniose) für 590 Gesundheitsfachkräfte im Bundesstaat Sennar und die Behandlung von 400 Kala-Azar-Patienten im Krankenhaus Tabarak Allah, im Bundesstaat Al Gedaref. Hier unterstützten die Teams zudem die Geburtshilfestation. In einem großen Armenviertel am Stadtrand von Khartum, in Jebel Awila, diagnostizierte und behandelte Ärzte ohne Grenzen Tuberkulose-Patienten in fünf Gesundheitszentren. Da die Menschen dort sehr beengt leben, ist das Risiko einer Tuberkulose-Infektion hoch.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals  1979 Hilfe im Sudan an.

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