Unsere Hilfe in Südafrika

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2014 die Hilfe in Südafrika auf neue Methoden, um die Anzahl von HIV-Tests und den Zugang zur Behandlung von HIV und Tuberkulose (TB) zu erhöhen.

Die Hilfe in Südafrika im Einzelnen (Auszug):

  • In Südafrika läuft das größte HIV-Behandlungsprojekt mit antiretroviralen Medikamenten (ARV) weltweit. Trotz der erheblichen Zunahme an Tests und Behandlungen sowie der verbesserten Prognose für Menschen mit HIV kommt es jedes Jahr zu vielen Neuinfektionen und HIV-bedingten Todesfällen. Auch die TB-Koinfektionsraten sind hoch. Es muss noch mehr getan werden, um die HIV-Übertragung zu verringern und mehr HIV-Infizierten den Beginn einer Therapie mit antiretroviralen Medikamenten zu ermöglichen sowie die Therapietreue zu erhöhen. Dazu gehören maßgeschneiderte Interventionen für Kinder und Jugendliche sowie für schwer erreichbare Zielgruppen.
  • Im Rahmen der Hilfe in Südafrika stellte Ärzte ohne Grenzen 2014 Tests und Behandlung für HIV und TB zur Verfügung. Dies schloss auch die Therapie von resistenter Tuberkulose ein, deren Behandlung länger dauert und die Vergabe von giftigen, wenig wirksamen Medikamenten bedeutet. Therapie-Treue-Clubs waren ein wesentlicher Bestandteil dieses HIV-Programms: Die Patienten kommen nicht länger einmal monatlich zu individuellen Terminen in die Klinik, sondern die Club-Mitglieder nehmen zweimonatliche Treffen wahr, bei denen sie eine Untersuchung und Medikamentennachschub erhalten. Sie können zudem Fragen stellen und sich gegenseitig helfen. Das Programm richtete sich auch nach den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen. So begann 2014 ein Pilotprojekt zur Diagnose und Behandlung von Neugeborenen. Kinder nahmen an Familiengruppen teil, und es gab neun Clubs für Jugendliche zwischen zwölf und 25 Jahren. Insgesamt unterstützte dieses Programm 18 ARV-Treue-Clubs auf Gemeindeebene. Zur Hilfe in Südafrika gehörte auch ein von Ärzte ohne Grenzen initiiertes Pilotprojekt, das Familienplanung und Tests für Schwangerschaften und sexuell übertragbare Krankheiten an so genannten „Wellness-Knotenpunkten“ anbot. Dies verbesserte beträchtlich den Zugang zu HIV-Screenings für junge Frauen. Mehr als 15.000 Personen nahmen daran teil, bevor die „Wellness-Knotenpunkte“ an die Behörden des Western Cape Departments übergeben wurden. Ärzte ohne Grenzen unterstützte auch zwei Impfkampagnen gegen humane Papillomviren in Khayelitsha. Dabei wurden 3.800 Mädchen immunisiert.
  • In KwaZulu-Natal setzte Ärzte ohne Grenzen das HIV/TB-Programm für das Gesundheitsgebiet Mbongolwane und die Stadt Eshowe fort. Diese Hilfe in Südafrika umfasste 2014 mehr als 50.000 HIV-Tests sowie einen rasanten Anstieg der Viruslasttests. Letztere ermöglichten den Mitarbeitern, Patienten ausfindig zu machen, für die ein Medikamentenwechsel hilfreich wäre. Das Programm konzentrierte sich zudem  auf vorbeugende Maßnahmen, wie die Förderung von Safer Sex: Eine Million Kondome wurden verteilt, und mehr als 3.000 Männer ließen sich freiwillig beschneiden, was das Risiko einer HIV-Übertragung erwiesenermaßen reduziert.
  • Fehlende Medikamentenbestände stellen einen enormen Engpass für Südafrikas HIV/TB-Programm dar und bedrohen die Gesundheit der Patienten. 2013 erweiterte Ärzte ohne Grenzen daher die Hilfe in Südafrika gemeinsam mit mehreren Partnern um ein Stop-den-Fehlbestand-Projekt.  Patienten und Gesundheitspersonal werden dabei zu „Wächtern“: Sie sollen anonym Berichte sammeln über die Medikamenten-Bestände in den Einrichtungen, die sie aufsuchen oder in denen sie arbeiten. Ziel ist es, die Ursachen für den Fehlbestand zu verstehen und die Aufmerksamkeit auf ein belastetes Gesundheitssystem zu ziehen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Südafrika an.

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