Somalia

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Zurzeit ist Ärzte ohne Grenzen in Somalia nicht aktiv. Zuvor führten wir zuletzt folgende Aktivitäten durch:

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Es war eine sehr schwere Entscheidung für Ärzte ohne Grenzen, Somalia zu verlassen. Zuvor hatten mehrere gewaltsame Angriffe auf Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen mit der stillschweigenden Akzeptanz oder aktiven Beteiligung von bewaffneten Gruppen und zivilen Behörden stattgefunden. Da die minimalen Sicherheitsbedingungen für Projekteinsätze nicht respektiert wurden, stoppte Ärzte ohne Grenzen die Arbeit in den Gesundheitseinrichtungen in Somalia. Wo immer möglich wurden die Aktivitäten an die Behörden oder andere humanitäre Organisationen übergeben. Die Projekte für somalische Flüchtlinge in Äthiopien, Kenia und im Jemen liefen allerdings weiter.
  • Obwohl sich die humanitäre  Lage seit der Ernährungskrise im Jahr 2011 verbessert hat, belasten der anhaltende Konflikt in den südlichen und zentralen Regionen Somalias sowie Naturkatastrophen und jahreszeitlich bedingte Epidemien enorm das schwache Gesundheitssystem. In vielen Teilen Somalias ist der Zugang zu medizinischer Hilfe extrem eingeschränkt. Die Sterblichkeitsraten für Schwangere und kleine Kinder gehören zu den höchsten weltweit. Hunderttausende Somalier leben unter prekären Bedingungen als Vertriebene im Land oder in Flüchtlingslagern jenseits der Grenze und sind vielen Formen von Gewalt und Erpressung ausgesetzt.
  • Vor dem Rückzug aus Somalia unterstützte Ärzte ohne Grenzen nordwestlich von Mogadischu, in Dayniile, ein Krankenhaus mit 60 Betten in der Notaufnahme und Chirurgie, auf der Intensiv- und Kinderstation, in der Geburtshilfe und im Ernährungszentrum. Das Team führte 646 Operationen und mehr als 8.272 Konsultationen im Jahr 2013 durch. Die Mitarbeiter der 40-Betten-Klinik im Jaziira-Bezirk von Mogadischu gaben rund 25.700 Konsultationen, nahmen 2.200 Patienten stationär auf und behandelten mehr als 330 schwer mangelernährte Kinder. Im einzigen Kinderkrankenhaus Mogadischus, in Hamar Weyne, behandelten sie 3.800 Kinder zwischen Januar und August. In Gesundheitszentren der Bezirke Wadajir, Dharkenley und Yaaqshiid gaben die Mitarbeiter rund 100.000 Sprechstunden.
  • In der Region Bay unterstützte Ärzte ohne Grenzen das Krankenhaus in Dinsor seit 2002. Im Jahr 2013 hielten die Teams mehr als 16.208 ambulante Konsultationen ab, führten 1.458 vorgeburtliche Untersuchungen durch und behandelten mehr als 680 mangelernährte Kinder.
  • Im Afgooye Bezirkskrankenhaus, Region Lower Shabelle, fanden zwischen Januar und September 11.408 medizinische Sprechstunden statt. Das Team nahm 738 Patienten stationär auf und half bei 953 Geburten.
  • In der Region Middle Shabelle betreuten die Mitarbeiter das Geburtshilfe-Krankenhaus in Jowhar sowie Gesundheitszentren in Kulmis, Bulo Sheik, Gololey, Balcad und Mahaday. Sie hielten rund 60.000 Sprechstunden ab, unterstützten 1.040 Geburten und impften 8.447 Frauen und Kinder.
  • In der geteilten Stadt Galkayo, Region Mudug, betreute Ärzte ohne Grenzen zwei Referenzkrankenhäuser. Im Norden der Stadt hielten sie 33.824 Konsultationen ab und behandelten in einem Satellitenprojekt Tuberkulose-Patienten in Burtinle, Region Nugal. Im  Süden der Stadt leistete Ärzte ohne Grenzen chirurgische und kinderärztliche Hilfe, versorgte Mangelernährte, behandelte Tuberkulose und führte Impfungen durch. In der Region Galmudug betreuten die Teams zudem zwei mobile Kliniken. Diese Aktivitäten unterstützten 44.071 Patienten.
  • Das Krankenhaus in der kleinen, ländlich gelegenen Stadt Marere diente als Referenzhospital für das gesamte Gebiet der Regionen Middle und Lower Juba sowie Gedo. Ärzte ohne Grenzen leistete hier basis- und fachmedizinische Hilfe, behandelte Tuberkulose sowie Mangelernährung und bot Geburtshilfe an. Zudem betreuten zwei mobile Teams die Städte Ketoy und Osman Moto. In Jilib gab es noch eine permanente Klinik, in der vor allem Mangelernährung, Masern und Cholera behandelt wurden. Bis zum Rückzug gaben die Teams mehr als 68.000 medizinische Konsultationen.
  • In der Hafenstadt Kismayo betreute Ärzte ohne Grenzen ein stationäres Ernährungsprogramm für Kinder unter fünf Jahren. Auf getrennten Stationen wurden Kinder mit Masern und Cholera behandelt. Dieses Programm startete während der Ernährungskrise im Jahr 2011. Von Januar bis September versorgten die Teams hier 5.183 Kinder.
  • Seit 2011 unterstützten die Mitarbeiter das 160-Betten-Krankenhaus in Burao, Region Togdheer in Somaliland. Im Jahr 2013 führten sie 775 chirurgische Eingriffe durch, nahmen 1.602 Patienten stationär auf und halfen bei der Geburt von 720 Babys. Zudem intervenierten die Teams in drei Haftanstalten in Somaliland, wo sie medizinische Sprechstunden gaben, die Wasser- und Hygienesituation verbesserten und Hilfsgüter verteilten.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1979 in Somalia.

Teilen

Vervielfältigen