Unsere Hilfe in der Russischen Föderation

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2014 die Hilfe in der Russischen Föderation weiterhin auf Engpässe in der Versorgung von Herzerkrankungen, auf Tuberkulose (TB) und psychologische Hilfe in Tschetschenien.

Unsere Hilfe in der Russischen Föderation (auch Russland genannt) im Einzelnen (Auszug):

  • Die Rate der Herzerkrankungen in Tschetschenien ist hoch, doch die Qualität und der Umfang der medizinischen Angebote entspricht nicht den Bedürfnissen der Patienten mit koronaren Syndromen und kardiovaskulären Notfällen. In der tschetschenischen Hauptstadt Grosny setzte Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Russland daher die Patientenversorgung auf der Herz- und Kreislauf-Wiederbelebungsstation im Republikanischen Notfallkrankenhaus fort. Die Teams führten 1.018 ambulante Herz- und Kreislauf-Untersuchungen durch, spendeten Medikamente und medizinisches Gerät, boten Fortbildungen für Koronarographie (bildgebende Technik, um das Innere der koronaren Arterien darzustellen) und Angioplastie (Behandlungsverfahren zur Ausweitung verstopfter Koronararterien) an. Außerdem trainierten sie das Personal der Notaufnahme, das Erste Hilfe leistet.
  • Resistente Tuberkulose ist eine lebensbedrohliche Erkrankung in Tschetschenien. Die resistenten TB-Formen haben sich entwickelt, weil jahrelang die TB-Diagnose schlecht war und es zu vielen Therapie-Abbrüchen kam. Ein umfassendes Programm, das Diagnose, Behandlung und Beratung für TB und multiresistente TB einschließt, ist in die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen integriert. Allerdings nimmt extrem resistente Tuberkulose, deren Erreger nicht auf Medikamente der zweiten Therapielinie für multiresistente TB reagieren, zu.  Ärzte ohne Grenzen stellt geeignete Medikamente zur Verfügung, um Patienten mit extrem resistenter TB zu versorgen. Das TB-Programm von Ärzte ohne Grenzen schließt zudem Laboraktivitäten, Gesundheitserziehung und psychosoziale Hilfe für Patienten und ihre Familien ein.
  • Ärzte ohne Grenzen betreute ein psychologisches Projekt in Grosny und in den gebirgigen Bezirken, die von gewaltsamen Ausschreitungen betroffen waren. Die Trauma- und Angstsymptome der Menschen sind Folge der direkten oder indirekten Gewalt bzw. der Misshandlungen während der Haft. Insgesamt wurden 4.924 psychologische Einzelgespräche geführt.
  • Im August 2014 weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in der Russischen Föderation aus:  In Moskau begann ein Projekt für Migranten aus Ländern der früheren Sowjetunion, die nur eingeschränkten oder keinen Zugang zu medizinischer Hilfe haben. Das Team führte mehr als 700 ambulante Sprechstunden durch. Einige Patienten wurden zur stationären Weiterbehandlung an staatliche Gesundheitseinrichtungen überweisen.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 Hilfe in Russland an.

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