Russische Föderation

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Ärzte ohne Grenzen arbeitet mit den russischen Gesundheitsbehörden zusammen, um die herkömmliche Tuberkulose (TB) und die resistente TB- Form in Tschetschenien zu bekämpfen.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Der jahrelange Konflikt im Nordkaukasus hat zu Engpässen in vielen Bereichen des Gesundheitssystems geführt. Als Folge ist die Krankheit Tuberkulose wiederaufgetaucht, und es haben sich vor allem resistente TB-Formen entwickelt. Schlechte Diagnosen, unterbrochene Therapien und die fragwürdige Qualität der auf dem freien Markt verfügbaren TB-Medikamente sind Faktoren, die zu den hohen Raten an medikamentenresistenter Tuberkulose beitragen.
  • Im Jahr 2013 setzte Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit den tschetschenischen Gesundheitsbehörden ein umfassendes TB-Diagnose- und Behandlungsprogramm fort. Es richtet sich sowohl an Patienten mit normaler TB als auch mit resistenter Tuberkulose. Das Programm fördert einen patientenzentrierten Ansatz. Da die Therapie mühsam ist und die Behandlung von Nebenwirkungen eine wichtige Komponente darstellt, leisten Gesundheitserzieher und Therapietreue-Berater von Ärzte ohne Grenzen psychosoziale Hilfe für alle TB-Patienten und ihre Familien.
  • Es gibt eine hohe Rate an Herzerkrankungen in Tschetschenien, doch der Umfang und die Qualität der Angebote entspricht nicht dem Bedarf der Patienten mit akutem koronaren Herzsyndrom und anderen kardiovaskulären Notfällen. In der tschetschenischen Hauptstadt Grosny verbessert Ärzte ohne Grenzen die Herzstation des Republikanischen Notfallkrankenhauses, indem es das Personal fortbildet sowie medizinische Geräte und Medikamente für spezielle Therapien liefert. Im Verlauf des Jahres 2013 führten die Teams auch Fortbildungen zur Fibrinspaltung durch, der körpereigenen Auflösung eines Blutgerinnsels. Sie verbesserten zudem Laborprozesse und die Qualität der Sprechstunden vor und nach der Patientenaufnahme.
  • Ein Team von Ärzte ohne Grenzen bot zudem in Grosny und in den Bergregionen Tschetscheniens weiterhin psychologische Gespräche für Patienten an, die noch immer unter den psychischen Folgen von Gewalt und Tod leiden.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1992 in Tschetschenien.

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