Unsere Hilfe auf den Philippinen

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der stärkste Wirbelsturm, der jemals auf eine Küste traf, brach am 8. November 2013 über die sturmanfälligen Philippinen hinein. Er tötete mehr als 6.000 Menschen und vertrieb mehr als vier Millionen Inselbewohner.

Unsere Hilfe auf den Philippinen im Einzelnen (Auszug):

  • Eine massive lokale Rettungsaktion war bereits angelaufen, als internationale Hilfe ins Land kam. Darunter war auch ein Team von Ärzte ohne Grenzen, das am 9. November in Cebu ankam. Der Wirbelsturm Hayan zerstörte Krankenhäuser und Kliniken und brachte das öffentliche Gesundheitssystem zum Erliegen. Externe Hilfe war nötig, um die Verwundeten zu behandeln und Hilfe über ein weites Gebiet zu verteilen. Es wurde entschieden, dass Ärzte ohne Grenzen Engpässe in der medizinischen Notversorgung füllen und behilflich sein sollte, Krankenhäuser und Kliniken zu renovieren, damit sie für die laufende Gesundheitsversorgung verfügbar wären.
  • Anfangs konzentrierte sich die meiste Hilfe auf die Stadt Tacloban, die auf der Insel Leyte liegt. Der dortige Flughafen war noch teilweise funktionstüchtig, und auch ein Krankenhaus war teilweise in Betrieb. Zerstörte und blockierte Straßen, Benzinmangel und verstopfte Flughäfen im Land führten zu logistischen Einschränkungen , so dass es insbesondere in den ersten zehn Tagen zu Verzögerungen kam, um die Hilfsgüter zu den Bedürftigen zu bringen. Da viele Hilfsorganisationen in und um Tacloban aktiv waren, benutzte Ärzte ohne Grenzen Lastkraftwagen, Boote, Flugzeuge und Helikopter, um die umliegenden Gebiete zu erreichen und den Bedarf der Menschen festzustellen. Die Teams starteten medizinische Aktivitäten und verteilten Hilfsgüter an die Überlebenden des Wirbelsturms auf den wichtigsten Inseln Leyte, Samar und Panay sowie auf kleineren umliegenden Inseln. Sofort nach dem Wirbelsturm bot Ärzte ohne Grenzen chirurgische Eingriffe und Wundversorgung an. Die Mitarbeiter behandelten später auch Patienten mit infizierten Verletzungen. Überlebenswichtig war auch die Versorgung von Patienten mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Nierenversagen. Da der Sturm in vielen Fällen zum Verlust geliebter Menschen und der eigenen Wohnung geführt hatte, war der Bedarf an psychologischer Hilfe groß.
  • In der Stadt Tacloban errichtete Ärzte ohne Grenzen ein aufblasbares Krankenhaus mit 60 Betten, einer Notaufnahme und einer ambulanten Station. Die Mitarbeiter leisteten chirurgische Hilfe, Geburtshilfe und psychologische Unterstützung. Sie fuhren mit mobilen Kliniken durch die Stadt, um diejenigen zu behandeln, die keine Gesundheitszentren aufsuchen konnten. Im Bezirk Palo arbeiteten die Teams in der Stadt Tanauan, südlich von Tacloban, und in Talosa, wo sie wichtige Hilfsgüter an 3.000 Familien verteilten. Im Gebiet Burauen, auf Leyte, unterstützten die Mitarbeiter ein Bezirkskrankenhaus mit Personal und Hilfsgütern. Zudem stellten sie die Wasserversorgung und Müllentsorgung sicher. Die Mitarbeiter verteilten Hilfsgüter wie Zelte, Waschutensilien und Moskitonetze, gaben sauberes Trinkwasser aus und boten psychologische Hilfe an. Mehr als 25.200 Personen wurden medizinisch versorgt, 48.500 Menschen erhielten Hilfsgüter, und 11.470 Bewohner nahmen psychologische Hilfe in Anspruch.
  • Die Teams renovierten 13 Gesundheitseinrichtungen entlang der Küste von Panay sowie auf küstennahen Inseln. Auf Letzteren impften sie 4.650 Kinder gegen Polio und 14.990 Kinder gegen Masern. Die Mitarbeiter verteilten dort mehr als 11.000 Hilfsgüterkits und Nahrungsmittel an 11.000 Familien. Zudem lieferten sie mehr als 1,2 Millionen Liter chloriertes Wasser aus. Das Gesundheitsministerium übernahm die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Januar 2014. Die Teams hatten bis dahin 12.675 medizinische Konsultationen gegeben und 3.290 Menschen psychologisch versorgt.
  • Das Felipe-Abrigo-Memorial-Krankenhaus in Guiuan, auf der Insel Samar, wurde durch den Wirbelsturm völlig zerstört. Ärzte ohne Grenzen errichtete daher ein Zeltkrankenhaus mit 60 Betten als temporäre Lösung. Es war ausgestattet mit einem OP-Saal, Entbindungsraum, Mütter- und Isolierstation. Die Mitarbeiter führten medizinische Konsultationen in ländlichen Kliniken auf Samar durch und betreuten mobile Kliniken auf den kleineren Inseln südlich von Guiuan. Sie boten zudem psychosoziale Unterstützung für Erwachsene und Kinder durch Gruppen- und Einzelgespräche an. Auch hier setzten sie sich für eine sichere Müllentsorgung ein und verteilten täglich 20.000 Liter sauberes Trinkwasser. Sie gaben zudem Zelte, Koch- und Waschutensilien sowie Material für Unterkünfte an isolierte Dörfer auf den vier nahegelegenen Inseln Manicani, Homonhon, Sulangan und Victory aus, damit die Menschen ihre Häuser wiederaufbauen konnten.
  • Bis Januar 2014 wurden viele akute Nothilfe-Aktivitäten abgeschlossen. Die Teams blieben aber dort vor Ort, wo Gesundheitseinrichtungen schwer beschädigt worden und noch nicht wiederaufgebaut waren. Ärzte ohne Grenzen setzte die Arbeit in den aufblasbaren Krankenhäusern fort.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1987 auf den Philippinen.

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