Nigeria

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Die Gesundheitsindikatoren für die Bevölkerung im Norden Nigerias sind weiterhin schlecht. Zudem kommt es häufig zum Ausbruch von Masern, Meningitis und Cholera.

 

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Im Jahr 2013 erschwerte zusätzlich eine Welle der Gewalt die angemessene Gesundheitsversorgung. Drohungen durch Gruppen wie Ansaru und Boko Haram verschlechterten die Sicherheitslage sowohl für die nigerianische Bevölkerung als auch für Hilfsorganisationen. Wo immer möglich leistete Ärzte ohne Grenzen weiterhin fachmedizinische Hilfe für die gefährdete Bevölkerung und reagierte auf den Ausbruch von Krankheiten.
  • Der steigende Goldpreis hat zu einem erneuten Interesse am Bergbau im Bundesstaat Zamfara geführt, wo unsichere Arbeitspraktiken zahlreiche Dörfer mit Blei vergiftet haben. Die dortigen Goldvorkommen enthalten einen ungewöhnlich hohe Anteile des Metalls. Da die Erdbrocken zu Sand zermalmt werden, füllt sich die Luft mit hochvergiftetem Staub. Blei kann durch die Lungen oder den Verdauungstrakt in den Körper gelangen und ist besonders gefährlich für Kinder. Es kann das Gehirn schädigen, Nierenprobleme verursachen oder zum Tod führen. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen untersuchten 2013 mehr als 1.570 Kinder und führten rund 10.800 basismedizinische Sprechstunden für Kinder unter fünf Jahren durch. Seit Projektbeginn wurden 4.804 Kinder untersucht und insgesamt 4.306 Kinder behandelt. Ärzte ohne Grenzen setzt sich weiterhin auf der Ebene der nigerianischen Bundesregierung dafür ein, dass die verbleibenden Dörfer saniert werden, indem beispielsweise bleivergifteter Boden und Minenabfall aus den Dörfern, Brunnen und Teichen entfernt und die dort lebenden Kinder behandelt werden, wenn sie unter Bleivergiftung leiden.
  • Schwangere Frauen im Bundesstaat Jigawa haben nur beschränkten Zugang zu Geburtshilfe-Angeboten. Die Sterblichkeitsrate aufgrund von Schwangerschaft und Entbindung ist hoch. Zudem wird geschätzt, dass zwischen 400.000 und einer Million nigerianischer Frauen unter einer geburtshilflichen Fistel leiden. Diese entsteht als Folge einer Geburtskomplikation und verursacht nicht nur Schmerzen, sondern auch Inkontinenz. Letzteres führt wiederum oft zu sozialer Ausgrenzung. Das Programm von Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus von Jahun kümmert sich um Frauen mit geburtshilflichen Notfällen und bietet chirurgische Eingriffe für Fisteln an. Mehr als 8.390 Frauen wurden auf die Geburtshilfestation aufgenommen und 370 Frauen wegen einer Fistel operiert.
  • Das medizinische Mutter-und-Kind-Programm in Goronyo, Bundesstaat Sokoto, lief 2013 zunächst weiter. Dort leiden viele Menschen unter Malaria. Aufgrund der schlechten Sicherheitslage wurde das Projekt allerdings im Juni geschlossen.
  • Die anhaltende Gewalt im Nordosten des Landes führte zur Vertreibung der Bevölkerung in andere Bundesstaaten, einschließlich Abuja, sowie zur Flucht in Nachbarländer, wie  Niger und Kamerun. In Baga und Chibok leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe für 3.750 Patienten. Aufgrund der Unsicherheit endeten die Aktivitäten nach zehn Wochen im Oktober 2013.
  • Im Bundesstaat Katsina kam es im Januar 2014 zu einem Masern-Ausbruch. Ärzte ohne Grenzen spendete Medikamente an 300 öffentliche Gesundheitseinrichtungen und ermöglichte so die Behandlung von 14.290 Patienten. Mehr als 217.490 Kinder wurden zudem in Bakori, Sabuwa, Funtua, Dandume und Faskari gegen Masern geimpft.
  • Zwischen März und Juli 2013 reagierte Ärzte ohne Grenzen auf den Ausbruch von Masern in den Bundesstaaten Kebbi, Sokoto und Zamfara. 47.585 Patienten wurden behandelt und 3.600 Behandlungskits gespendet. In Rini und Gusau erhielten etwa 2.000 Patienten zwischen September und Ende Dezember eine Cholera-Behandlung.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1971 in Nigeria.

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