Mauretanien

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Im Januar 2013 flohen weitere 15.000 Flüchtlinge vor der Gewalt in Mali nach Mauretanien. Sie ließen sich unter prekären Bedingungen im Mbera Camp nieder, wo bereits andere Flüchtlinge untergekommen waren.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Die Präsenz bewaffneter Gruppen in Mali löste Angst aus und drängte Tausende Flüchtlinge nach Mauretanien. Anfang 2014 hatten sich mehr als 59.000 Menschen mitten in der Wüste niedergelassen. Die ethnischen Spannungen im Norden Malis machten alle Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr zunichte.
  • Die Flüchtlinge wurden medizinisch durch einen grenznahen Gesundheitsposten in Fassala sowie durch drei Gesundheitszentren im Lager Mbera versorgt. In Fassala wurden Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren zudem auf Mangelernährung untersucht. Alle Einrichtungen wurden von Ärzte ohne Grenzen unterstützt. Die Teams gaben im Jahr 2013 wöchentlich rund 1.800 Konsultationen.
  • Die Lebensbedingungen im Camp waren sehr schwierig und die Menschen von externer Hilfe abhängig. Im April veröffentlichte Ärzte ohne Grenzen den Bericht „Stranded in the Desert“, der andere Hilfsorganisationen aufrief, den grundlegenden Bedarf der Flüchtlinge in Mbera sicherzustellen. Die Mehrheit der behandelten Krankheiten im Lager war vermeidbar und wurde in erster Linie durch einen Mangel an sauberem Trinkwasser und Nahrungsmitteln verursacht. Eine komparative Datenanalyse enthüllte, dass Kinder nach sechs bis acht Wochen im Lager Mangelernährung entwickelten. 300 schwer mangelernährte Kinder wurden durchschnittlich jeden Monat behandelt.
  • Ärzte ohne Grenzen unterstützte auch das Gesundheitszentrum in Bassikounou. Hier wurde ein Operationssaal eingerichtet, um für die Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung dringend benötigte chirurgische Eingriffe zu ermöglichen und Patienten zu stabilisieren, die an das Krankenhaus in Néma überwiesen wurden. Ärzte ohne Grenzen führte 2013 rund 160 Eingriffe durch, von denen die meisten Notoperationen waren.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1994 in Mali.

Teilen

Vervielfältigen