Unsere Hilfe in Mali

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Im Jahr 2014 war der Zugang zur Basisgesundheitsversorgung in einigen nördlichen Gebieten Malis sehr beschränkt, da sich die Sicherheitslage verschlechterte: Dschihadisten griffen erneut militärische Ziele an, und die Friedensverhandlungen gerieten ins Stocken. Dies erschwerte auch die Hilfe in Mali.

Unsere Hilfe in Mali im Einzelnen (Auszug):

Nord-Mali

  • Zivilisten konnten in einigen nördlichen Landesteilen keine medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn das Gebiet von bestimmten Gruppierungen kontrolliert wurde oder wenn es zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen bewaffneten Gruppen kam. Gleichzeitig gab es weiterhin einen Mangel an Gesundheitsarbeitern, und den Behörden mangelte es an Mitteln, um auf Gesundheitskrisen wie Epidemien reagieren zu können. Ärzte ohne Grenzen bemühte sich im Rahmen der Hilfe für Mali, die Engpässe zwischen dem Bedarf und dem vorhandenen medizinischen Angebot zu schließen.
  • Ärzte ohne Grenzen unterstützte mehrere Gesundheitszentren in der Region Gao und führte 2014 mehr als 47.750 Sprechstunden durch. Ein Team setzte die Arbeit im Referenzkrankenhaus von Ansongo fort und leistete dort für die Patienten kostenlose medizinische Unterstützung. Diese Hilfe war nötig, da es 2014 nicht genügend öffentliche Gesundheitsfachkräfte gab, um den Bedarf der Bevölkerung  zu decken.  Ärzte ohne Grenzen unterstützte die Gesundheitsbehörden zu Jahresberginn auch während eines Masern-Ausbruchs. 124 Patienten wurden zur Behandlung ins Krankenhaus nach Gao gebracht.
  • Die Teams kooperierten mit anderen Organisationen, um in der Region Gao ein Screening für mangelernährte Kinder und die saisonale Malaria-Chemoprävention durchzuführen. Mehr als 40.000 Kinder im Alter zwischen drei Monaten und fünf Jahren erhielten Mittel gegen Malaria, um sie vor der Krankheit zu schützen, die üblicherweise vier Monate lang Spitzenwerte erreicht. Es gelang den Teams, trotz der sehr schlechten Sicherheitslage die verstreut lebende Bevölkerung zu erreichen.
  • Die Hilfe in Mali umfasste auch die Unterstützung des Regionalkrankenhauses in Timbuktu, das über 65 Betten verfügt. Ärzte ohne Grenzen konzentrierte sich dort auf medizinische und chirurgische Notfälle.  Es gab monatlich durchschnittlich 700 stationäre Aufnahmen und 150 begleitete Geburten. Die Teams behandelten zudem im Referenz-Gesundheitszentrum (CSREF) Patienten mit chronischen Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck.
  • In der Region Timbuktu leben etwa 40 Prozent der Bevölkerung mehr als 15 Kilometer vom nächsten Gesundheitszentrum entfernt. Mobile Team von Ärzte ohne Grenzen unterstützten im Rahmen der Hilfe in Mali das öffentliche Gesundheitspersonal in fünf Kliniken, die in Außenbezirken liegen. Sie boten basismedizinische Hilfe, Impfungen und Sreenings für Mangelernährte an. Die Unsicherheit in der Region behinderte jedoch im Jahr 2014 die Unterstützung dieser Einrichtungen.  Die Risiken auf den Straßen hielten viele Patienten davon ab, in Timbuktu medizinische Hilfe zu suchen.

Süd-Mali

  • Im relativ friedlichen Süden des Landes konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Mali auf die Gesundheit von Kindern. Die Teams behandelten in Koutiala, in der Region Sikasso, vorrangig Malaria-Patienten:  insgesamt 37.400 Kinder. Die Krankheit ist die Haupttodesursache bei Kindern. Darüber hinaus versorgten sie schwer mangelernährte Kinder. Ärzte ohne Grenzen unterstützte auch die pädiatrische Station im Gesundheitszentrum von Koutiala, als die saisonale Malaria-Epidemie Spitzenwerte erreichte. Seit 2012 betreuen die Teams bereits ein saisonales Malaria-Chemopräventions-Programm und behandelten 2014 insgesamt 183.970 Kinder. Die Mitarbeiter führten zudem Fortbildungen für Paramediziner und Medizinstudenten durch. Ein präventives pädiatrisches Pilot-Behandlungsprojekt, das auch Impfungen und die Verteilung von Moskitonetzen einschließt, wurde darüber hinaus in der Gesundheitszone Konséguéla weitergeführt.

Ebola-Hilfe

  • Nachdem im Oktober 2014 Ebola-Verdachtsfälle bestätigt wurden, weitete Ärzte ohne Grenzen die Hilfe in Mali aus. Zwei Nothilfeteams wurden nach Kayes und Bamako entsandt, um Ebola-Behandlungszentren zu errichten und zu betreuen. Die Mitarbeiter verstärkten die Personalkapazitäten der Behörden, um Verdachtsfälle aufzuspüren und zu versorgen. Außerdem trainierten sie Soforthilfe-Teams, begleiteten die Erarbeitung nationaler Behandlungsprotokolle und behandelten Patienten in den Zentren, um weitere Infektionen zu vermeiden. Außerdem richtete Ärzte ohne Grenzen am 1. Dezember 2014 ein Frühwarnsystem für Verdachtsfälle in Sikasso ein und führte ein umfassendes Ebola-Training für 95 Gesundheitsarbeiter in Sélingué und Yanfolila durch.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1992 Hilfe in Mali an.

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