Mali

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Aktuelle Informationen zu unseren Aktivitäten im Rahmen des Ebola-Ausbruchs im Land finden Sie hier.

Obwohl sich die Lage in Mali im zweiten Halbjahr 2013 ein wenig stabilisierte, fürchteten sich viele Menschen vor der Rückkehr in die Heimat. Die Krise, die 2012 begann, hat das Gesundheitssystem weiter geschwächt, vor allem im Norden des Landes.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Viele Gesundheitsfachkräfte sind aus Mali geflohen. Der Zugang zu angemessener medizinischer Hilfe bleibt landesweit ein beträchtliches Problem. Selbst im Süden geben Mangelernährung und Malaria anhaltend Anlass zur Sorge. Zum Jahresbeginn verursachten sporadische Angriffe und Kämpfe um Gao die Flucht der Menschen, da sie sich vor Luftangriffen und Vergeltungsschlägen fürchteten. Einige Familien verließen das Land, andere fanden Zuflucht in kleinen Dörfern oder hielten die harten Lebensbedingungen in den Wäldern aus. Ärzte ohne Grenzen leistete basismedizinische Hilfe in mehreren Kliniken der Region. Anfang 2013 arbeiteten die Teams in Chabaria, Wabaria und Sossokoira. Im Juni starteten sie ein Projekt in einer Klinik in Bazi Haoussa. All diese Aktivitäten wurden zum Jahresende an andere Nichtregierungs- und Entwicklungshilfeorganisationen übergeben. Darüber hinaus war Ärzte ohne Grenzen im Ansongo-Krankenhaus tätig, das südlich von Gao liegt und über 39 Betten verfügt. Die Mitarbeiter impften Kinder, behandelten die Patienten sowohl ambulant als auch stationär und leisteten reproduktive Gesundheitsversorgung sowie Notchirurgie. Mehr als 8.500 Kinder wurden gegen Masern geimpft.
  • Die Unsicherheit in und um Timbuktu verschlechterte die Nahrungsmittel- und Gesundheitslage. Es ist schwer für die Menschen, die medizinischen Einrichtungen zu erreichen, vor allem, wenn sie lange Wege hinterlegen müssen und die Straßen von bewaffneten Gangs belagert werden. Ärzte ohne Grenzen arbeitete auf allen Stationen des 60-Betten-Krankenhauses in Timbuktu, im Krankenhaus in Niafunké und in fünf umliegenden Kliniken. Die Mitarbeiter führten insgesamt 91.975 Konsultationen durch. Die meisten Patienten litten unter Malaria, Schwangerschaftskomplikationen, Atemwegsinfektionen und chronischen Krankheiten.
  • Im Süden setzte Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit den Behörden ein umfangreiches kinderärztliches Programm in Koutiala fort, Bundesstaat Sikasso. Die kostenlose Gesundheitsversorgung soll das Wachstum der Kinder und ihre Entwicklung garantieren sowie Aufenthalte im Krankenhaus verringern. Ärzte ohne Grenzen leitete die kinderärztliche Abteilung im Krankenhaus in Koutiala, wo mehr als 5.300 Kinder aufgenommen wurden, darunter mehr als 5.000 Kinder mit schwerer oder komplizierter Mangelernährung. Die Teams leisteten ebenso basismedizinische Hilfe in fünf umliegenden Kliniken. Insgesamt hielten sie 82.000 medizinische Konsultationen ab, von denen mehr als ein Drittel Malaria betrafen. Zudem wurden 3.460 schwer mangelernährte Kinder behandelt.
  • Ärzte ohne Grenzen bot auch vorbeugende und kurative kinderärztliche Hilfe in der Gesundheitszone Konseguela an. Die Kinder wurden medizinisch versorgt und vorbeugend durch ein umfassendes Impfprogramm behandelt. Die Teams haben bei den Kindern, die am Programm teilnahmen, eine Abnahme von akuter schwerer Mangelernährung und Wachstumsbehinderung beobachtet. Die saisonale Malaria-Chemoprävention wurde während des Höhepunkts der Übertragung zwischen Juli und Oktober gestartet. Rund 163.000 Kinder wurden bei jeder der vier Behandlungsrunden erreicht. Etwa 87 Prozent  der Kinder erhielten zumindest drei der vier Dosen. Die Anzahl der Kinder, die 2013 unter unkomplizierter Malaria litten, lag um 31 Prozent niedriger als im Vorjahr.
  • In der Region Mopti wurden schwer mangelernährte Kinder medizinisch von Ärzte ohne Grenzen versorgt. Das Projekt, das 2012 eröffnet worden war, wurde im März an die Organisation Save the Children übergeben. Vor, während und nach den Kämpfen, die im Norden Malis ausbrachen, arbeitete Ärzte ohne Grenzen zudem in den Bezirken Mopti und Douentza. Dort lag der Fokus auf der Mutter-Kind-Versorgung, basismedizinischen Hilfe und Chirurgie. Die Teams waren in einem Referenzzentrum in Douentza tätig sowie in fünf basismedizinischen Zentren: Konna, Boré, Douentza, Hombori und Boni. All diese Aktivitäten wurden Ende November an das Gesundheitsministerium übergeben.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1992 in Mali.

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