Malawi

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Malawi ist überwiegend abhängig von internationaler Gesundheitshilfe. 70 Prozent der allgemeinen medizinischen Dienste und 99 Prozent der antiretroviralen Behandlung werden durch externe Geldgeber finanziert.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Malawis HIV-Raten gehören zu den zehn höchsten der Welt. Es wird geschätzt, dass etwa jeder zehnte Bewohner infiziert ist. Das Gesundheitssystem ist chronisch unterfinanziert, und es gibt einen Engpass an qualifizierten Fachkräften. So sind 61 Prozent der klinischen Stellen unbesetzt. Ärzte ohne Grenzen unterstützt daher seit Jahren die HIV-Bekämpfung, indem die Patientenversorgung verbessert wird. Darüber hinaus wird das bestehende Gesundheitssystem durch Training von Personal und technische Unterstützung, durch innovative und fortschrittliche Behandlungsmodelle sowie durch operationale Forschung gestärkt.
  • Das HIV-Programm im Bezirk Chiradzulu, das an zehn Gesundheitszentren dezentralisiert wurde, versorgte 2013 mehr als 28.000 Patienten mit antiretroviralen Medikamenten. Mitte des Jahres wurde dank eines Zuschusses von UNITAID ein erster Vor-Ort-Viruslasttest in einer ländlichen Klinik eingeführt. Dieser Test misst die Anzahl der HI-Viren im Blut. Sie nehmen zu, wenn die Medikamente der ersten Therapielinie nicht mehr wirken. Wenn dies festgestellt wird, können Patienten auf andere Arzneimittel umgestellt werden.
  • Eine Studie von Ärzte ohne Grenzen in Chiradzulu ergab, dass 65,8 Prozent der Menschen, die antiretrovirale Medikamente benötigen, sie erhalten. Eine bevölkerungsbezogene Untersuchung zeigte, dass es zudem nur eine niedrige Neuerkrankungsrate von 0,4 Prozent gab. Das bedeutet, dass die umfassende Verteilung von HIV-Medikamenten wichtig war für die Verringerung der HIV-Übertragung.
  • Seit 2010 hat Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitseinrichtungen in den Bezirken Nsanje und Chikhwawa, die ganz im Süden des Landes liegen, verbessert. 2013 zog sich das Team aus Chikhwawa zurück und weitete die Aktivitäten in Nsanje aus. Die Mitarbeiter konzentrierten sich dabei auf bestimmte Risikogruppen. Eine frühe Behandlung wurde insbesondere für Sexarbeiter und Paare, bei denen nur eine Person HIV-positiv ist, sowie für HIV-positive stillende Frauen ermöglicht. Die Vorbeugung der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind wurde in alle 14 Kliniken integriert. 50 Gesundheitsarbeiter wurden als Mentoren an 14 Stellen eingesetzt. 88 Prozent von ihnen hatten zuvor ein Mentorenprogramm durchlaufen.
  • Die geplante Übergabe der einfachen HIV-Behandlung in Thyolo wurde 2013 abgeschlossen. Ein Großteil der HIV-Angebote wird nun durch das Gesundheitsministerium geleistet. Ärzte ohne Grenzen bleibt aber in Thyolo, um operationale Forschung zu betreiben, die Ausweitung der antiretroviralen Behandlungsgruppen auf Dorfebene zu unterstützen sowie technische und klinische Unterstützung für Menschen zu leisten, die eine fortgeschrittene oder spezielle HIV-Versorgung benötigen.
  • Zum Jahresende 2013 hatten 49 Studenten das Stipendium von Ärzte ohne Grenzen für ländliche Gesundheitskräfte erhalten. Mit diesem Programm geht Ärzte ohne Grenzen den Mangel an Gesundheitskräften im personell unterbesetzten und schwer erreichbaren Gebiet von Thyolo an. In den Bezirken Nsanje und Chikhwawa stellt Ärzte ohne Grenzen lokale Studenten an und zahlt ihre Ausbildung als mittlere Gesundheitsarbeiter. Im Gegenzug verpflichten sich die Studenten, in ihren Heimatgebieten mindestens fünf Jahre lang für das Gesundheitsministerium zu arbeiten.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1986 in Malawi.

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