Unsere Hilfe in Malawi

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Der Mangel an ausgebildeten medizinischen Fachkräften ist ein großer Hemmschuh für die Gesundheitsversorgung in Malawi. Der Anteil der freien Stellen für klinisches Personal liegt bei rund 60 Prozent. Die Hilfe in Malawi konzentriert sich daher für Ärzte ohne Grenzen seit vielen Jahren darauf, das nationale Gesundheitssystem bei der Versorgung von HIV-Patienten zu stärken, indem die Organisation medizinische Fachkräfte trainiert, technische Hilfe leistet und innovative Behandlungsmodelle ausprobiert, um mehr HIV-Infizierte behandeln zu können.

Unsere Hilfe in Malawi im Einzelnen (Auszug):

  • Im August 2014 begann Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden im Bezirk Chiradzulu einen vierjährigen Übergabeprozess für das HIV-Programm, das 1997 eröffnet wurde. Ärzte ohne Grenzen setzte gleichzeitig die Bemühungen fort, die HIV-Behandlung zu vereinfachen: Seit September 2014 wurden rund 50 Prozent aller Patienten, die in Chiradzulu antiretrovirale Medikamente (ARV) erhalten, nur alle sechs Monate zur Kontrolluntersuchung einbestellt. Dies verringert die Patientenlast und die Wartezeit in den Gesundheitszentren. Die Hilfe in Malawi umfasste für Ärzte ohne Grenzen auch ein Projekt, das von UNITAID finanziert wird und in Chiradzulu die patientennahe Sofortdiagnostik einführte, um die Anzahl der CD4-Zellen und die Viruslast zu prüfen anstatt Proben ins Labor zu schicken. Bis zum Jahresende 2014 verwendeten fünf Kliniken die Tests für die CD4-Zellen und vier Gesundheitszentren die Tests für die Viruslast.
  • In Nsanje überprüfte Ärzte ohne Grenzen die Umsetzung einer Strategie, die vorsieht, dass alle HIV-positiven Schwangeren und stillenden Frauen, unabhängig von ihrem klinischen Status, antiretrovirale Medikamente erhalten, um die Übertragung des HI-Virus auf die Babys zu verhindern. Das Team entwickelte zudem ein Programm, um Tuberkulose (TB) in 14 Gesundheitszentren zu behandeln. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung integrierter HIV-TB-Therapie. Zusätzlich bemühte sich Ärzte ohne Grenzen darum, Beratungen, Tests und Behandlungsangebote für Sexarbeiter, Paare mit unterschiedlichem HIV-Status, Jugendliche und HIV-Positive in fortgeschrittenem Stadium zu verbessern.
  • Die Übergabe des HIV-Behandlungsprojekts in Thyolo an die Gesundheitsbehörden wurde im Dezember 2013 abgeschlossen. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen fungierten aber noch als Mentoren für lokale Fachkräfte, die Medikamente der zweiten Therapielinie verabreichten und Viruslasttests durchführten. 2015 soll auch diese Hilfe in Malawi beendet werden. Im Jahr 2014 nahm Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium 4.200 Personen in ARV-Gruppen auf. Sie dienen dazu, dass die mit HIV lebenden Teilnehmer sich abwechseln, um für alle Gruppenmitglieder die Medikamente in den oft entfernt liegenden Kliniken abzuholen. Die Hilfe in Malawi umfasste 2014 mehr als 22.864 Viruslast-Labortests für die Patienten in Nsanje und Thyolo.
  • Zwölf Studenten schafften 2014 den Abschluss des Gesundheitsstipendiums für ländliches Personal, das Ärzte ohne Grenzen ins Leben gerufen hat. Sie werden in den personell unterbesetzten und entlegenen Regionen Thyolo, Nsanje und Chikhawa arbeiten.
  • In zwei Gefängnissen begann Ärzte ohne Grenzen ein neues Projekt: Maula in Lilongwe und Chichiri in Blantyre. Rund 4.400 Häftlinge und Angestellte wurden auf HIV, Tuberkulose (TB), Hepatitis B und sexuell übertragbare Krankheiten untersucht. Die Teams boten daraufhin Behandlungen für diese Erkrankungen an. Ärzte ohne Grenzen weitete zudem die Hilfe in Malawi auf allgemeinmedizinische Angebote in den Gefängnissen aus, bot Fortbildungsstipendien für vier Mitarbeiter der Haftanstalten an, baute Untersuchungsräume, Apotheken, Labore und unterstützte die allgemeine ambulante Behandlung.
  • In Mwanza und Zalewa, nahe der Grenze zu Mosambik, begann 2014 ein Projekt, das Lkw-Fahrern und Sexarbeitern Tests für HIV und sexuell übertragbare Krankheiten anbot. Mehr als 300 Sexarbeiter und 50 Lkw-Fahrer wurden getestet.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1984 Hilfe in Malawi an.

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