Libyen

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Das libysche Gesundheitssystem erholt sich langsam nach dem Konflikt im Jahr 2011. Doch die Gewalt hat eine langandauernde Wirkung auf die psychische Gesundheit vieler Menschen.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass während des Konflikts mehr als ein Drittel der libyschen Bevölkerung direkter und/oder indirekter Gewalt ausgesetzt wurde. Das Vorkommen von posttraumatischen Belastungsstörungen wurde im Jahr 2012 auf 12,4 Prozent, die Häufigkeit von schweren Depressionen auf 19,8 Prozent geschätzt.
  • Im August 2013 eröffnete Ärzte ohne Grenzen ein psychologisches Behandlungszentrum in der Hauptstadt Tripolis, um Menschen zu unterstützen, die unter gewaltbedingten körperlichen und seelischen Gesundheitsproblemen leiden. Die Teams behandelten Menschen, die von jedweder Form von Gewalt betroffen waren, sei sie körperlicher, seelischer, sexueller oder konfliktbedingter Natur. Da das Projekt umfassende Hilfe für ein breites Spektrum an psychischen Störungen anstrebt, folgt das Zentrum einem multidisziplinären Ansatz, der psychiatrische, psychologische und medizinische Leistungen einschließt. Ärzte ohne Grenzen trainierte zudem Mediziner des Gesundheitsministeriums und richtete ein Überweisungssystem von Einrichtungen der Basisgesundheitsversorgung sowie von libyschen und internationalen Nichtregierungsorganisationen ein.
  • Methanol-Vergiftungen führten im März 2013 zum Tod von rund 90 Menschen in Tripolis, etwa 1.000 Personen wurden stationär behandelt. Ärzte ohne Grenzen entsandte toxikologische Experten aus Norwegen, um dem libyschen Gesundheitsministerium technische Unterstützung anzubieten, und lieferte das Gegengift Fomepizol. Es blockt das Gift ab, das durch eine Methanol-Vergiftung produziert wird. Die Toxikologen von Ärzte ohne Grenzen trainierten zudem medizinisches Personal des Medizinischen Zentrums Tripolis und des Zentralkrankenhauses von Tripolis, um bei künftigen Ausbrüchen die Diagnose und Behandlung zu verbessern.
  • Ein Team unterstützte im September 2013 das Medizinische Zentrum Sabha im Süden des Landes, als die Einrichtung zahlreiche Migranten behandeln musste, die infolge eines Verkehrsunfalls Verbrennungen erlitten hatten. Ärzte ohne Grenzen lieferte Medikamente und medizinisches Material für die Versorgung von Patienten mit Verbrennungen und trainierte das Personal darin, Verbrennungsopfer angemessenen klinisch zu behandeln.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 2011 in Libyen.

Teilen

Vervielfältigen