Lesotho

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Mehr als die Hälfte aller Mütter-Todesfälle in Lesotho werden auf HIV und Tuberkulose (TB) zurückgeführt.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Obwohl die basismedizinische Versorgung kostenlos ist, ist sie für viele Patienten in diesem gebirgigen Land nicht leicht zugänglich, da die Menschen oft weit von den medizinischen Einrichtungen entfernt leben. Es gibt zudem einen Mangel an qualifizierten Gesundheitsfachkräften.
  • Ziel von Ärzte ohne Grenzen ist es, einige der Engpässe zu schließen, indem die Mitarbeiter eine integrierte HIV- und Tuberkulose-Versorgung für Mütter und Kinder leisten. 2013 boten sie vor- und nachgeburtliche Konsultationen sowie Geburtshilfe im St. Joseph-Bezirkskrankenhaus in Roma sowie in sechs Basisgesundheitskliniken im Tiefland und in drei Kliniken im eher entlegenen Gebiet Semonkong an. Die Notversorgung wurde auch dadurch verbessert, dass Ärzte ohne Grenzen einen Rettungswagen und eine Unterkunft für Frauen zur Verfügung stellte, um dort entbinden zu können.
  • Die zunehmende Dezentralisierung der HIV- und Tuberkulose-Komponenten des Programms hat dafür gesorgt, dass die Menschen näher an ihren Wohnorten fachmedizinisch behandelt werden können. Um den Personalbedarf zu decken, wurden Pflegekräfte fortgebildet, so dass sie die HIV- und Tuberkulose-Behandlung starten können. Diese Aktivitäten werden von Ärzten kontrolliert. Außerdem wurden Dorfgesundheitsarbeiter und Laienberater für wichtige Unterstützungsaktivitäten trainiert.
  • 2013 konnten größere Fortschritte im Programm erzielt werden. Anfang April begannen alle Frauen, die positiv auf HIV getestet worden waren, eine antiretrovirale Behandlung, um die Übertragung des HI-Virus auf ihre Kinder zu verhindern. In einem Gesundheitszentrum wurde zudem erstmals eine Behandlungstreue-Gruppe auf Gemeindeebene gegründet: Patienten kommen zusammen, um über ihre Sorgen zu sprechen und sich gegenseitig zu unterstützen, indem immer nur einer von ihnen auf rotierender Basis die Medikamente für die ganze Gruppe abholt. Technologische Verbesserungen ermöglichten zudem die Installation von CD4-Testmaschinen in neun Gesundheitszentren. Die Anzahl der CD4-Zellen ist ein Indikator für das Immunitätsniveau eines HIV-Patienten. Außerdem wurde ein schneller Tuberkulosetest (GeneXpert) eingeführt.
  • Ärzte ohne Grenzen erhielt die Erlaubnis, die Viruslast-Überprüfung im Programm auszuweiten, bevor das Nationale Protokoll geändert wird. Das Messen der Anzahl der HI-Viren im Blut gibt Aufschluss darüber, ob die HIV-Medikamente der ersten Therapielinie noch wirken und der Patient gegebenenfalls andere Arzneimittel benötigt.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 2006 in Lesotho.

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