Unsere Hilfe im Libanon

Unsere Aktivitäten im Überblick:

2014 konzentrierte Ärzte ohne Grenzen die medizinische Hilfe im Libanon auf die Versorgung von Flüchtlingen. Denn rund 1,2 Millionen syrische Flüchtlinge, palästinensische Flüchtlinge aus Syrien und libanesische Rückkehrer haben seit Beginn des Syrien-Konflikts im Jahr 2011 im Libanon Zuflucht gesucht. Das kleine Land mit nur vier Millionen Bewohnern hat mit der Bewältigung dieser Flüchtlingsmenge zu kämpfen.

Die Hilfe im Libanon im Einzelnen (Auszug):

  • Da es nur wenige Möglichkeiten gibt, Geld zu verdienen und die finanziellen Ressourcen der Menschen zur Neige gehen, hängen die Flüchtlinge und Rückkehrer weitgehend von humanitärer Hilfe ab. Offizielle Flüchtlingslager gibt es im Libanon nicht. Die Menschen haben sich daher in informellen Ansiedlungen, kollektiven Unterkünften, auf Farmen, in Garagen, in Rohbauten und alten Schulen niedergelassen. Es fehlt ihnen an Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Die überfüllten Unterkünfte und extremen Wetterbedingungen wirken sich negativ auf den Gesundheitszustand der Flüchtlinge aus.
  • Die mangelnde medizinische Hilfe im Libanon ist ein großes Problem. Tausende Menschen, die zuvor regelmäßig in Syrien aufgrund ihrer chronischen Erkrankungen behandelt wurden,  mussten ihre Therapien für Bluthochdruck, Diabetes oder Asthma unterbrechen. Dies führte teilweise zu ernsthaften Konsequenzen. Zudem werden viele Frauen während der Schwangerschaft nicht untersucht, und fachmedizinische Hilfe ist für die meisten Flüchtlinge unerschwinglich. Ärzte ohne Grenzen bot 2014 daher kostenlos Nothilfe für alle bedürftigen Menschen an, unabhängig von ihrer Nationalität oder ihres Flüchtlingsstatus.
  • Viele Menschen, die in den Libanon geflohen sind, blieben in der Nähe der Grenze, wie beispielsweise im Bekaa-Tal. Dort reicht die Gesundheitsinfrastruktur nicht aus, um die Bedürfnisse der Flüchtlinge zu decken. Ärzte ohne Grenzen bot daher 2014 basismedizinische und reproduktive Gesundheitsversorgung an, behandelte chronische Krankheiten, gab psychologische Sprechstunden und organisierte Gesundheitsaufklärungsaktivitäten für syrische Flüchtlinge und gefährdete Libanesen. Die Teams arbeiteten in Kliniken in den Städten Baalbek, Majdal Anjar (West-Bekaa), Aarsal (Nord-Bekaa) und in Hermel. Insgesamt führten sie 2014 rund 113.000 Konsultationen durch.
  • Unsere Hilfe im Libanon fand auch in Beirut statt: Im Süden der Hauptstadt befindet sich das Flüchtlingslager Schatila, eine Ansiedlung für palästinensische Flüchtlinge, die 1949 gegründet wurde. Dort leben mittlerweile auch palästinensische Flüchtlinge aus Syrien sowie syrische Flüchtlinge. Der Fokus der Mitarbeiter liegt auf unregistrierte Flüchtlinge, die kein Anrecht auf offizielle Hilfe haben sowie auf registrierte Flüchtlinge, deren medizinische Probleme nicht von den Kriterien der Flüchtlingsagentur der Vereinten Nationen abgedeckt werden. Sie leisteten 2014 basismedizinische Hilfe für Kinder unter 15 Jahren, behandelten chronische Krankheiten und gaben psychologische Beratungen. Zudem richteten sie ein Überweisungssystem für die Patienten ein, die fachmedizinische Hilfe benötigten. Dazu gehörten Kaiserschnitte für Frauen mit Hochrisikoschwangerschaften und Geburtskomplikationen.
  • Im Rahmen der Hilfe im Libanon arbeitete ein Team auch in der nördlichen Küstenstadt Tripoli. Im Stadtviertel Abou Samra behandelten sie im Krankenhaus Dar al Zahraa akute und chronische Krankheiten, boten reproduktive Gesundheitsversorgung, psychologische Hilfe sowie Routine-Impfungen für gefährdete Libanesen und syrische Flüchtlinge an - ungeachtet des Flüchtlingsstatus. Ab April 2014 bot Ärzte ohne Grenzen ähnliche Dienstleistungen in Abdie an. In den Gesundheitszentren Jabal Mohsen und Bab el Tabbaneh leisteten die Teams reproduktive Gesundheitsversorgung, boten psychologische Beratungen an und behandelten akute Krankheiten.
  • Unsere Hilfe im Libanon umfasste auch die basismedizinische Versorgung von Flüchtlingen im Süden des Landes. Ärzte ohne Grenzen unterstützte dort drei Kliniken und konzentrierte sich auf Kinder unter 15 Jahren, auf chronische Krankheiten, psychologische Beratungen und reproduktive Gesundheitsversorgung sowie Hilfe für Mütter. Die Mitarbeiter richteten ein Überweisungssystem für Patienten ein, die fachmedizinische Unterstützung benötigten. 2014 weitete Ärzte ohne Grenzen zudem das Gesundheitsprogramm im Ein-el-Hilweh-Vertriebenenlager aus, um die palästinensische Flüchtlingsgemeinde, syrische Flüchtlinge und gefährdete Libanesen im Bezirk Sidon zu versorgen. Die Mitarbeiter gaben mehr als 4.800 psychologische Konsultationen, fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1976 Hilfe im Libanon an.

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