Unsere Hilfe im Libanon

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Rund eine Million syrische Flüchtlinge haben im Libanon Zuflucht gesucht, einem Land mit einer Bevölkerung von nur vier Millionen Menschen.

Unsere Hilfe im Libanon im Einzelnen (Auszug):

  • Trotz gewaltiger Anstrengungen seitens der libanesischen Behörden und der Bereitstellung internationaler Hilfe schaffen es die verschiedenen Einrichtungen nicht, die vielen Flüchtlinge zu versorgen. Als Folge der enormen Zunahme an Neuankömmlingen stiegen 2013 die Spannungen. Die Flüchtlinge lebten unter erbärmlichen Bedingungen mit sehr geringer Unterstützung. Erkundungen von Ärzte ohne Grenzen ergaben, dass der Zugang zur Krankenhausversorgung und zu kostenlosen Medikamenten für syrische Flüchtlinge stark eingeschränkt war. Geburtshilfe war überhaupt nicht verfügbar. Die meisten konnten sich die Gebühren für die Gesundheitsversorgung nicht leisten, da sie alles in Syrien zurücklassen mussten und Mühe hatten, überhaupt zurechtzukommen.
  • 2013 war Ärzte ohne Grenzen in Tripolis, im Bekaa-Tal, in Beirut und Sidon tätig. Die Mitarbeiter leisteten medizinische Hilfe für Menschen, die direkt oder indirekt durch die syrische Krise betroffen waren. Dazu gehörten syrische Flüchtlinge, unabhängig von ihrem Registrierungsstatus, schutzlose Libanesen, palästinensische Flüchtlinge und libanesische Rückkehrer aus Syrien.
  • Die Mehrheit der palästinensischen Flüchtlinge aus Syrien kamen im riesigen überfüllten Flüchtlingslager Ein-el-Hilweh in Sidon unter. Dort kommt es regelmäßig zu Sicherheitszwischenfällen und Auseinandersetzungen zwischen politischen Fraktionen. Das Camp existiert seit 1948 und ist das größte palästinensische Flüchtlingslager im Libanon mit rund 75.000 Menschen. Da viele Menschen unter Trauma-Symptomen leiden und verzweifelt sind, leistete Ärzte ohne Grenzen in einem Krankenhaus und in zwei Kliniken im Camp psychologische Hilfe. Die Teams behandelten auch Opfer sexueller Gewalt medizinisch und psychologisch. Im Krankenhaus versorgten sie zudem ab Juni Patienten mit chronischen Krankheiten. Außerhalb des Camps bot Ärzte ohne Grenzen im Regierungskrankenhaus und im Krankenhaus des palästinensischen Roten Halbmondes psychologische Hilfe für palästinensische und syrische Flüchtlinge sowie für die lokale Bevölkerung an. Zudem organisierte ein Team psychosoziale Aktivitäten für syrische Flüchtlinge, die in Rohbauten untergekommen waren.
  • In Tripolis, Libanons zweigrößter Stadt und Zufluchtsort für die meisten syrischen Flüchtlinge, leistete Ärzte ohne Grenzen medizinische Hilfe für akute und chronische Krankheiten und reproduktive Gesundheit. Routine-Impfungen fanden im Dar-al-Zahraa-Krankenhaus im Bezirk Abou Samra statt. Das Regierungskrankenhaus in Tripolis wurde durch Ärzte, Fortbildungen, Notfallversorgung und die Lieferung von medizinischem Material unterstützt. Ein psychologisches Projekt in diesem Hospital wurde im September an das International Medical Corps übergeben. In den Gesundheitszentren in Jabal Mohsen und Bab- el-Tabbaneh boten Teams die Behandlung akuter Krankheiten, reproduktive Gesundheit und Routine-Impfungen an.
  • Ein Großteil der Syrer, die in den Libanon flüchten, durchqueren das Bekaa-Tal. Vielen Menschen geht es schlecht, da sie ihre Behandlung für chronische Krankheiten, wie Bluthochdruck, Asthma oder Diabetes unterbrechen mussten. Wer sich dort niederlässt, lebt in überfüllten Häusern von Gastfamilien oder in vereinzelten Siedlungen in unbeheizten, verlassenen oder unfertigen Gebäuden, Höfen und Zelten. Ärzte ohne Grenzen arbeitete in Baalbek, Majdel Anjar (West-Bekaa) sowie in Aarsal und Hermel (Nord-Bekaa). Die Teams behandelten dort akute und chronische Krankheiten und leisteten reproduktive Gesundheitsversorgung. Zu den Patienten gehörten syrische und palästinensische Flüchtlinge sowie libanesische Rückkehrer. Als der Winter einzog, verteilten die Mitarbeiter Decken, Benzingutscheine, Waschutensilien und Öfen für die gefährdetsten Neuankömmlinge. Sie renovierten auch öffentliche Gebäude in Aarsal, um neue Flüchtlinge unterzubringen. Fünf Gebäude wurden bis zum Jahresende fertiggestellt.
  • Ärzte ohne Grenzen arbeitete auch im Shatila Camp in Beirut, wo viele Palästinenser aus Syrien Zuflucht suchten. Die Teams konzentrierten sich auf die basismedizinische und psychologische Versorgung von Kindern, Schwangeren und Patienten mit chronischen Krankheiten. Sie unterstützen zudem Patienten, die dringend operiert werden mussten und überwiesen sie an zwei Krankenhäuser, mit denen Ärzte ohne Grenzen Vereinbarungen getroffen hatte.
  • Ab Februar unterstützte ein kleines Team Flüchtlinge mit basismedizinischer Hilfe im Süden Libanons. Sollte es zu einem neuen Flüchtlingsstrom kommen, kann dieses Projekt schnell ausgeweitet werden.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1976 im Libanon.

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