Unsere Hilfe in Kirgisistan

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen schätzt, dass Tuberkulose (TB) bei kirgisischen Häftlingen etwa 20- bis 30-mal häufiger vorkommt als in der allgemeinen Bevölkerung. Die Sterblichkeitsrate liegt bei Gefangenen bis zu 60-mal höher.

Unsere Hilfe in Kirgisistan im Einzelnen (Auszug):

  • Im Jahr 2013 leistete Ärzte ohne Grenzen weiter die TB-Versorgung für Gefangene in den Haftanstalten der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Hier sind rund 9.000 Insassen untergebracht. In den Einrichtungen, in denen Häftlinge bis zur ihrer Verurteilung einsitzen, boten die Teams vollständige Gesundheitsuntersuchungen an und leiteten bei diagnostizierten TB-Patienten sofort die Behandlung ein. Die Mitarbeiter behandelten auch Häftlinge mit multiresistenter Tuberkulose.
  • Da die Teams eine umfassende TB-Patienten-Versorgung anboten, kümmerten sie sich auch um Begleiterkrankungen. Zudem untersuchten und impften sie Patienten mit Hepatitis B. Für eine erfolgreiche TB-Behandlung ist es notwendig, dass die Therapie ohne Unterbrechung stattfindet. Die Teams stellten daher sicher, dass entlassene Gefangene individuell medizinisch nachversorgt wurden. Wenn die Behandlungsprotokolle erarbeitet, die Infektionskontrolle erhöht und der Zugang zur Behandlung verbessert wurden, plant Ärzte ohne Grenzen zum Jahresende 2014, das Gefängnisprojekt an die Behörden zu übergeben.
  • Ärzte ohne Grenzen unterstützte zudem aktiv die Entwicklung eines Neubaus für das nationale Referenzlabor in Bischkek.
  • Im Bezirk Kara Suu in der Provinz Osch arbeitete Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus Kara Suu, das 80 Betten für Patienten mit Tuberkulose und resistenter Tuberkulose zur Verfügung stellt. In dieser Provinz sind die TB-Raten landesweit am höchsten. Dieses Projekt strebt an, ein Modellprojekt für eine wirksame ambulante Therapie zu werden. Wann immer möglich werden die Patienten durch das gemeindebasierte Gesundheitssystem in Form von ambulanter Behandlung oder Hausbesuchen versorgt. Dies soll die stationäre Therapie ersetzen. Zudem werden psychosoziale Beratungen für Patienten und ihre Familien sowie soziale Hilfsangebote in Form von Nahrungsmitteln, Hygienekits oder Transportkosten zur Verfügung gestellt, um die Therapietreue zu unterstützen.
  • Die Teams halfen auch bei der Renovierung des Krankenhauses und anderer Gesundheitseinrichtungen, um eine optimale Infektionskontrolle sowie bessere sanitäre Bedingungen für die Patienten sicherzustellen. Die Mitarbeiter verbesserten gemeinsam mit dem Gesundheitspersonal das klinische Fallmanagement und das Aufspüren von Personen mit TB, resistenter Tuberkulose sowie mit HIV/TB-Koinfektionen im Bezirk. Patienten mit resistenten TB-Formen und solche mit bestimmten Begleiterkrankungen wurden umfassend versorgt.
  • Die von Ärzte ohne Grenzen geleistete Lobbyarbeit hat dazu geführt, dass das Gesundheitsministerium das gemeindebasierte Therapiemodell eingeführt und als zukünftige nationale TB-Behandlungsstrategie akzeptiert hat.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 2005 in Kirgisistan.

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