Unsere Hilfe in Kirgisistan

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ein Viertel aller Patienten, die in Kirgisistan neu auf Tuberkulose (TB) diagnostiziert werden, leiden an einer multiresistenten TB-Form. 2014 konzentrierte Ärzte ohne Grenzen daher die Hilfe in Kirgisistan auf diese schwer zu behandelnde Krankheit.

Unsere Hilfe in Kirgisistan im Einzelnen (Auszug):

  • Die Erreger der multiresistenten Tuberkulose reagieren nicht auf die Standard-Medikamente der ersten Therapielinie. Die Behandlung dauert zudem länger, ist komplexer und erfordert eine intensivere Therapie. Die medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Tuberkulose wurden in Kirgisistan zentralisiert. Hinzu kommt, dass die Therapie meist stationär in Krankenhäusern stattfindet. Dies führt dazu, dass Erkrankte in ländlichen Gegenden kaum Zugang zu medizinischer Hilfe haben. Ärzte ohne Grenzen ist die einzige internationale Organisation, die ihre Hilfe in Kirgisistan aktiv auf die klinische Behandlung resistenter TB-Fälle fokussiert. Im Bezirk Kara Suu, Provinz Osh, wo es die höchsten TB-Raten landesweit gibt, behandelten die Teams die Patienten ambulant. Damit ersparen sie den Kranken lange Krankenhausaufenthalte und erhöhen ihre Therapietreue.
  • Ziel des Programms ist es, die Gesundheitspolitik im Land zu beeinflussen. Ärzte ohne Grenzen konnte bereits das kirgisische Gesundheitsministerium davon überzeugen, den dezentralen Ansatz für die TB-Behandlung als eine Schlüsselstrategie einzuführen.
  • Patienten mit schwerer Tuberkulose wurden 2014 weiterhin von Ärzte ohne Grenzen im Kara-Suu Krankenhaus diagnostiziert und behandelt. Das Hospital, das über 80 Betten verfügt, besitzt auch eine Isolationseinheit für Patienten mit multiresistenter TB. Die Teams unterstützten zudem die Apotheke, das Labor, die Abfallentsorgung des Krankenhauses sowie die Wasser- und Infektionskontrolle.
  • Viele Patienten haben früher schon einmal eine TB-Behandlung erfahren. Mehr als zwei Drittel von ihnen haben Resistenzen entwickelt, da die Therapie unterbrochen wurde oder sie die Behandlung nicht durchhalten konnten. Zur umfassenden TB-Hilfe in Kirgisistan gehört daher für Ärzte ohne Grenzen auch psychosoziale Unterstützung, die den Patienten hilft, die mühsame Medikamentenbehandlung bis zum Ende durchzuführen.
  • Im Jahr 2006 begann Ärzte ohne Grenzen ein TB-Diagnose- und -Behandlungsprojekt für Häftlinge in einem Gefängnis in Bischtek, da dort viele Insassen an Tuberkulose erkrankt waren. Das Projekt wurde 2014 an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, das Gesundheitsministerium und die Gefängnisbehörden übergeben. In den rund acht Jahren behandelten die Teams mehr als 3.000 Patienten. 

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2005 Hilfe in Kirgisistan an.

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