Kenia

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Ärzte ohne Grenzen engagierte sich weiterhin im Kampf gegen HIV und Tuberkulose (TB). In den Flüchtlingslagern behinderte die zunehmende Unsicherheit den Zugang der Bewohner zur Gesundheitsversorgung.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug):

  • Im Flüchtlingslager Dadaab, in dem mehr als 340.000 Somalier leben, verschlechtert sich die Sicherheitslage kontinuierlich seit Ende 2011. Als Folge können internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen nicht mehr ständig im Krankenhaus in Dagahaley präsent sein. Da viele Hilfsorganisationen weniger finanzielle Mittel erhalten, ist die Hilfe für die Flüchtlinge in Dadaab zurückgegangen. Dies führt im Lager zu weniger Investitionen in Unterkünfte und Hygiene, was sich wiederum auf die Gesundheit auswirkt und das Risiko von Epidemien erhöht. Ärzte ohne Grenzen betreute 2013 ein Krankenhaus mit 100 Betten in Dagahaley für die Behandlung von Erwachsenen und Kindern. Die Mitarbeiter leisteten zudem Geburtshilfe, Notfallchirurgie sowie die Versorgung von HIV/Aids- und Tuberkulose-Patienten. Darüber hinaus arbeiteten sie in vier Gesundheitsposten. Monatlich führten sie rund 18.000 ambulante Konsultationen durch und nahmen 700 Patienten stationär ins Krankenhaus auf. Sie entbanden mehr als 2.580 Babys, versorgten 4.100 mangelernährte Kinder und führten rund 10.800 psychologische Gespräche. Im November unterzeichneten die Vereinten Nationen, die kenianische und die somalische Regierung ein Abkommen, das praktische und rechtliche Verfahren für die freiwillige Rückkehr Hunderttausender Flüchtlinge nach Somalia festlegte. Einer Patienten-Befragung von Ärzte ohne Grenzen zufolge würden allerdings vier von fünf Flüchtlingen aufgrund der angespannten Sicherheitslage nicht nach Somalia zurückkehren.
  • Im Armenviertel Kibera in Nairobi leistete Ärzte ohne Grenzen basismedizinische Hilfe in drei Kliniken. Die Teams boten auch eine integrierte Behandlung von HIV/Aids, Tuberkulose (TB) und chronischen nicht-ansteckenden Krankheiten an. Sie behandelten zudem 330 Opfer sexueller Gewalt. Insgesamt führten die Teams 2013 in Kibera mehr als 142.000 ambulante Konsultationen durch und versorgten 4.300 HIV-Patienten mit antiretroviralen Medikamenten. Im Februar eröffnete Ärzte ohne Grenzen eine neue Klinik im Süden von Kibera, die basismedizinische Versorgung und Geburtshilfe sowie die integrierte Behandlung von HIV und anderen Krankheiten anbietet. Mehr als 60 Prozent der Sprechstunden in allen von Ärzte ohne Grenzen betreuten Kliniken in Kibera betrafen Atemwegsinfektionen, Durchfall oder Hauterkrankungen als Folge der schlechten Hygiene und Sanitärversorgung. In Eastlands, einem ärmlichen Gebiet von Nairobi, leben mehr als zwei Millionen Menschen. Ärzte ohne Grenzen versorgte hier monatlich rund 150 Opfer sexueller Gewalt sowie 476 Patienten mit herkömmlicher Tuberkulose und 40 Patienten mit resistenter TB. Die seit 2001 von Ärzte ohne Grenzen betreute Klinik „Blue House“ wurde an die Aids Healthcare Foundation übergeben.
  • Die Übergabe des Aids-Programms in Homa Bay an das Gesundheitsministerium lief 2013 weiter und wird voraussichtlich 2015 abgeschlossen sein. Seit 2001 wurden hier rund 25.000 Menschen versorgt. Ein neues HIV/Aids-Programm wird in der ersten Jahreshälfte 2014 eröffnet werden.
  • Seit Jahresbeginn 2013 liefen Nothilfe-Aktivitäten in der Tana Delta Region, um die Opfer von Auseinandersetzungen zwischen zwei Gemeinden zu versorgen. Das Projekt wurde ausgeweitet, als es im April zu schweren Überflutungen kam und viele Gemeinden vertrieben wurden. Die Teams leisteten medizinische und psychologische Hilfe, um die Menschen der Gemeinden Orma und Pokomo zu unterstützen. Sie führten mehr als 4.900 medizinische Sprechstunden sowie 160 psychologische Einzel- und Familiengespräche und organisierten rund 830 Gemeinde-Aktivitäten innerhalb der Vertriebenencamps, um Latrinen zu bauen, Hilfsgüter zu verteilen oder Trinkwasser aufzubereiten.
  • Im Gebiet von Rahmu, Bezirk Mandera, kam es zu sporadischer Gewalt im Verlauf des Jahres. Bei heftigen Auseinandersetzungen zwischen lokalen bewaffneten Milizen wurden im Mai Häuser zerstört und geplündert. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen verteilte Hilfsgüter an die betroffenen Menschen und spendete Medikamente sowie medizinisches Material an das Krankenhaus in Rahmu. Dort wurden zahlreiche Verletzte behandelt. Ärzte ohne Grenzen ermöglichte Überweisungen und trainierte das Personal des Gesundheitsministeriums. Die Nothilfe wurde im August 2013 beendet.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1987 in Kenia.

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