Unsere Hilfe in Jordanien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Mehr als 600.000 Syrer haben als Kriegsflüchtlinge Zuflucht in Jordanien gesucht, vor allem in städtischen Gebieten. Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2014 die Hilfe in Jordanien auf die urbanen Zentren, da dort der Bedarf an basismedizinischer Unterstützung enorm gestiegen war.

Unsere Hilfe in Jordanien im Einzelnen (Auszug):

  • Die Mehrheit der Flüchtlinge war außerhalb von Lagern untergekommen, wo sie sich die Ressourcen und Angebote mit der jordanischen Bevölkerung teilten. Die Kapazität aller öffentlichen Einrichtungen im Bereich Gesundheit, Erziehung, Müllbeseitigung - wurde dadurch stark ausgereizt. Im November 2014 kündigten die Behörden an, dass syrische Flüchtlinge für die medizinische Versorgung in öffentlichen Kliniken bezahlen müssten.
  • Ärzte ohne Grenzen fokussierte die Hilfe in Jordanien auf das Geburtshilfekrankenhaus in Irbid, im Norden Jordaniens, wo die Mitarbeiter sowohl geflohene syrische als auch bedürftige jordanische Frauen versorgten. Sie boten vor- und nachgeburtliche ambulante Sprechstunden an, Geburtsnothilfe und Säuglingsversorgung. Die Teams halfen 2014 bei mehr als 2.000 Geburten und führten rund 14.000 Konsultationen in der im Januar neu eröffneten ambulanten Kinderheilstation durch. Im Oktober startete Ärzte ohne Grenzen zudem ein psychologisches Hilfsprogramm für Kinder, die Stresssymptome aufgrund des Krieges und der Vertreibung zeigten. 351 Sprechstunden wurden bis Jahresende in Anspruch genommen. Mitte Dezember begannen die Mitarbeiter ein Pilotprojekt im Regierungskrankenhaus in Irbid: Es bot kostenlose medizinische Versorgung für syrische Flüchtlinge und schlecht versorgte Jordanier mit chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck an. Ziel dieses Projektes war es, den Druck von den lokalen Gesundheitseinrichtungen zu nehmen.
  • Die Hilfe in Jordanien umfasste 2014 auch chirurgische Eingriffe. Nur einige Kilometer von der Grenze zum syrischen Regierungsbezirk Daraa entfernt leistete Ärzte ohne Grenzen Notfallchirurgie für syrische Kriegsopfer im Krankenhaus Al Ramtha. Die Mitarbeiter führten mehr als 1.340 größere Operationen durch, von denen viele lebensrettend waren. Zudem unterstützten sie die stationäre Patientenversorgung, die physikalische Therapie und gaben rund 1.160 psychologische Beratungen. 
  • Im März 2014 eröffnete Ärzte ohne Grenzen eine postoperative Einrichtung mit 40 Betten im Flüchtlingslager in Zaatari. Hierhin wurden Kriegsverletzte aus Al-Ramtha und aus anderen Krankenhäusern in Jordanien verlegt. Unter den 460 Patienten gab es auch 244 Personen, die Schmerzpatienten waren oder Wundversorgung benötigten. Sie erhielten auch psychologische Hilfe und physikalische Therapie.
  • Rekonstruktive chirurgische Hilfe in Jordanien fand in der Hauptstadt Amman statt. Unter den Konfliktopfern aus Syrien, Irak und Jemen befanden sich viele Kinder. Die Patienten wurden durch ein ärztliches Netzwerk in ihrer Heimat an das chirurgische Programm überwiesen. Fachärzte führten orthopädische, kiefer- und plastisch-chirurgische Eingriffe kostenlos durch, um die verheerenden Verletzungen zu versorgen. 2014 wurden 1.369 Operationen durchgeführt. Der Anteil syrischer Kriegsverletzter lag bei 45 Prozent aller Aufnahmen. Eine ambulante Station versorgte diejenigen Syrer, die woanders operiert worden waren und postoperative Hilfe benötigten. Psychologische Fachkräfte betreuten zudem 8.000 Sitzungen in diesem Projekt.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 2006 Hilfe in Jordanien an.

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