Japan

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Zurzeit ist Ärzte ohne Grenzen in Japan nicht aktiv. Zuvor führten wir zuletzt folgende Aktivitäten durch:

Die Aktivitäten im Überblick (Auszug)

  • Japanische Rettungsteams waren im Großen und Ganzen in der Lage, die Überlebenden zu versorgen. Ärzte ohne Grenzen flog bereits am Tag nach dem Erdbeben per Helikopter über das betroffene Gebiet und bot den Überlebenden medizinische Hilfe sowie Hilfsgüter an. In den folgenden Wochen verteilten die Teams etwa 4.000 Decken, 6.500 Liter Wasser, 10.000 Hygienepakete mit Seife, Zahnbürsten, Zahnpasta und Handtüchern. Ebenso wurden Päckchen mit Batterien, Kerzen und Streichhölzern an etwa 4.000 Personen vergeben sowie Medikamente und medizinisches Material im Wert von 110.000 Euro gespendet.
  • Ärzte ohne Grenzen arbeitete hauptsächlich in den nördlichen Küstenstädten Minami Sanriku und Taro, wo die wichtigsten Gesundheitseinrichtungen völlig zerstört worden waren. Von März bis Juni führten die Teams etwa 4.840 Sprechstunden durch. Zu den häufigsten Beschwerden zählten Bluthochdruck und Infektionen der oberen Atemwege. Ärzte ohne Grenzen übergab auch zwei Busse mit je 30 Sitzplätzen an die Behörden in Minami Sanriku, damit die Patienten von den Evakuierungszentren und Übergangsunterkünften in die medizinischen Einrichtungen gebracht werden konnten.
  • Auf Bitten der Menschen in einem Evakuierungszentrum in Baba-Nakayama entwarf und errichtete Ärzte ohne Grenzen zudem eine Behelfsunterkunft in der Nähe des Zentrums. Das Team beaufsichtigte 25 Evakuierte, die die Unterkunft für etwa 30 Frauen und Kinder bauten, so dass die Überbelegung im Evakuierungszentrum verringert wurde.
  • In Taro entwarf und errichteten die Teams eine temporäre Klinik, die im Dezember an die lokalen Gesundheitsbehörden übergeben wurde. Darüber hinaus stellte Ärzte ohne Grenzen ein Fahrzeug zur Verfügung, mit dem behinderte Menschen in und um Taro transportiert werden konnten.
  • Nach den anfänglichen Nothilfemaßnahmen veränderten die Teams ihr Angebot zugunsten der psychologischen Hilfe für Überlebende. Sie boten Beratungen vor allem für Menschen in Evakuierungszentren an und informierten die Bevölkerung über psychische Probleme und mögliche Hilfsangebote. Sie gaben dafür auch Interviews in den lokalen Medien. Außerdem besuchten sie viele Schulen, um Lehrer im Umgang mit traumatisierten Kindern Hilfe anzubieten.

    Im April eröffnete Ärzte ohne Grenzen ein Café nahe der Bayside Arena in Minami Sanriku, in dem sich die Menschen von Psychologen informell beraten lassen konnten. Personen, die umfangreichere Hilfe benötigten, wurden Einzelsitzungen angeboten. Zu den häufigsten Problemen gehörten der Umgang mit Stress, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme oder Schlafstörungen aufgrund der überbelegten Unterkünfte. Ältere Menschen machten sich Sorgen über Demenz. Ende Juni übergab Ärzte ohne Grenzen die Aktivitäten im Café an eine lokale Organisation. Mehr als 4.100 Personen hatten die Räumlichkeiten besucht und 646 Menschen psychologische Hilfe erhalten. In Minami Sanriku und Taro wurden 970 Einzelgespräche und 295 Gruppensitzungen durchgeführt.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals im Jahr 2011 in Japan.

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