Unsere Hilfe in Italien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Eine bisher beispiellose Anzahl von Menschen auf der Flucht landete 2014 an den Ufern Italiens. Die meisten von ihnen flohen vor den Kriegen in ihren Heimatländern. Die medizinische Hilfe in Italien konzentrierte sich daher für Ärzte ohne Grenzen auf diese Personengruppe.

Unsere Hilfe in Italien im Einzelnen (Auszug):

  • Für die meisten Menschen, die nach Europa gelangen und internationalen Schutz in Anspruch nehmen möchten, bleibt das Mittelmeer die wichtigste Option. Weder Ausbeutung oder Gewalt noch die Gefahren der Seereise sind abschreckend für diejenigen, die in ihrer Heimat lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt sind. Im Rahmen der Hilfe in Italien beobachteten die medizinischen Teams von Ärzte ohne Grenzen eine Zunahme von gefährdeten Personengruppen, die in Italien an Land gingen. Dazu gehörten Opfer von Gewalt und Folter, Menschen mit Behinderungen, Kinder und Schwangere. Daten des UN-Flüchtlingshilfswerks haben gezeigt, dass die meisten Ankommenden syrischer und ägyptischer Nationalität waren.
  • Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden führten die Teams von Ärzte ohne Grenzen Gesundheitsscreenings in Pozzallo, Sizilien, durch und leisteten psychologische Hilfe für Menschen, die in den Aufnahmezentren in der Provinz Ragusa untergebracht waren. Viele von ihnen litten unter Krätze, Atemwegsinfektionen, seelischen Problemen oder bei ihnen bestand der Verdacht auf Tuberkulose. Die Hilfe in Italien umfasste zudem eine temporäre Zeltklinik im Hafen von Augusta, um die Neuankömmlinge medizinisch zu versorgen und bei Bedarf an Krankenhäuser zu überweisen. Insgesamt führten die Teams 2.594 ambulante Sprechstunden durch. Als die Anzahl der Neuankömmlinge abnahm, wurde das Projekt in Augusta im Dezember 2014 an die Gesundheitsbehörden und das italienische Rote Kreuz übergeben.
  • Im Rahmen der Hilfe in Italien betreute Ärzte ohne Grenzen zwischen März und September 2014 auch eine Klinik in Mailand mit 23 Betten, um Obdachlose medizinisch zu betreuen, die aus dem Krankenhaus entlassen worden waren. Das Projekt war in einem Gebäude untergebracht, das eine Kapazität für 150 Personen hatte und wurde in Kooperation mit lokalen Organisationen geführt. Es bot kostenlose ambulante und stationäre Versorgung,  einschließlich Pflege, an. Viele Patienten litten unter chronischen Krankheiten oder unter Atemwegsinfektionen, die sich durch die rauen Lebensbedingungen ergaben. Dieses Projekt wurde im September 2014 an das Gesundheitsministerium übergeben.
  • Die medizinische Hilfe in Italien für das Chagas-Projekt, das Screening und Aufklärung umfasste, wurde im Juni 2014 beendet. Die Krankheit Chagas ist in den Heimatländern der lateinamerikanischen Migranten endemisch.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1999 Hilfe in Italien an.

Teilen

Vervielfältigen