Iran

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Die Rate der Drogenabhängigen ist hoch in Iran. Trotzdem haben viele Süchtige kaum Zugang zu dringend benötigter medizinischer und psychologischer Hilfe.

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Die iranischen Behörden haben bestätigt, dass Drogensucht und HIV-Infektionen zunehmend zu einem öffentlichen Gesundheitsproblem werden. Sie haben wichtige Schritte unternommen, um bei intravenösen Drogengebrauchern Risikominimierung und HIV/Aids-Prävention zu starten. Gleichwohl ist der medizinische Bedarf bei Hochrisikogruppen weiterhin akut, vor allem in Teheran, wo Drogengebraucher, Sexarbeiter und Straßenkinder stigmatisiert werden und daher keinen Zugang zum allgemeinen Gesundheitssystem haben.
  • In Darvazeh Ghar, einem der ärmsten Stadtviertel Teherans, betreute Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2013 weiterhin ein Gesundheitszentrum, das sich vor allem auf die Behandlung von Frauen und Kindern unter fünf Jahren konzentriert, die von der Gesundheitsversorgung ausgeschlossen sind. Behandelt werden zudem Flüchtlinge ohne Papiere. Gemeinsam mit den iranischen Behörden und lokalen Organisationen bot Ärzte ohne Grenzen kostenlose Basisgesundheitsversorgung an, die medizinische Sprechstunden für Frauen und Kinder, gynäkologische Hilfe, Familienplanung und postnatale Untersuchungen einschloss. Zudem begann im September 2013 ein psychologisches Programm: Ein Psychiater und ein Psychologe boten Behandlung und Unterstützung an.
  • Die iranische Behörde für Fremde und ausländische Immigranten schätzt, dass das Land rund 850.000 Flüchtlinge versorgt, von denen die meisten afghanischer Herkunft sind. Während registrierten Flüchtlingen eine private Gesundheitsversicherung zugesichert wird, haben Flüchtlinge ohne Papiere kaum Zugang zu medizinischer Hilfe.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1990 in Iran.

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