Unsere Hilfe in Indien

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Für die isoliertesten und marginalisiertesten Bevölkerungsgruppen in Indien bleibt der Zugang zur Gesundheitsversorgung schwierig.

Unsere Hilfe in Indien im Einzelnen (Auszug):

  • Langanhaltende und niedrigschwellige Konflikte in den Bundesstaaten Chhattisgarh und Andhra Pradesh haben zur Vertreibung der Bevölkerung geführt und den Zugang zur Gesundheitsversorgung erschwert. Ärzte ohne Grenzen fuhr 2013 wöchentlich mit mobilen Kliniken in die Dörfer im Süden von Chhattisgarh und versorgte ebenso die Vertriebenen, die in Camps an der Grenze zu Andhra Pradesh lebten. Die Patienten litten am häufigsten unter Hautinfektionen, allgemeinen Körperschmerzen, Atemwegserkrankungen und Malaria. Ein Mutter-und-Kind-Programm bot zudem vorgeburtliche Konsultationen, Impfungen und Ernährungsunterstützung für Schwangere und Kinder in Bijapur, Bundesstaat Chhattisgarh, an. Das Angebot umfasste auch das Screening, die Diagnose und Behandlung von Tuberkulose. Im November wurde eine Klinik für Basismedizin in Mallampeta, einem entlegenen Dorf an der Grenze zu Andhra Pradesh und Chhattisgarh, eröffnet. 2013 führten die Teams rund 52.600 Konsultationen aus und behandelten 8.465 Malaria-Patienten in der Region.
  • Bis vor Kurzem gab es kaum Gesundheitsangebote im Bundesstaat Nagaland, in dem ein jahrelanger Aufruhr die Entwicklung der Region blockierte. Seit 2010 unterstützt Ärzte ohne Grenzen das Bezirkskrankenhaus in Mon. Im Jahr 2013 führte das Team 30.365 ambulante Konsultationen durch, half bei 680 Entbindungen und behandelte 15 Patienten mit resistenter Tuberkulose.
  • In Mumbai setzte Ärzte ohne Grenzen die Unterstützung für HIV-Patienten mit Begleiterkrankungen fort, die von der öffentlichen Versorgung ausgeschlossen sind. 2013 konzentrierten sich die Teams allerdings auf die Behandlung von Patienten mit schweren Formen von resistenter Tuberkulose. Diese TB-Formen stellen ein öffentliches Gesundheitsrisiko in der Stadt dar.
  • Ärzte ohne Grenzen betreute in Mumbai auch eine Klinik, die Patienten mit antiretroviralen Medikamenten der dritten Therapielinie ambulant versorgt. Zudem behandelten die Mitarbeiter Patienten, die mit HIV und Hepatitis-B, -C oder mit resistenter Tuberkulose koinfiziert sind. Sie unterstützen außerdem ein öffentliches TB-Krankenhaus. Rund 300 Patienten wurden 2013 behandelt, darunter fast 160 Patienten mit HIV-Medikamenten der zweiten oder dritten Therapielinie, rund 50 Patienten, die gleichzeitig an HIV und einer resistenten TB-Form erkrankt sind sowie 80 Patienten mit resistenter Tuberkulose.
  • Im nordöstlichen Bundesstaat Manipur, wo es landesweit die meisten HIV-Infektionen unter Erwachsenen gibt, bot Ärzte ohne Grenzen in den Bezirken Churanchandpur und Chandel in drei Kliniken HIV- und TB-Versorgung an. 2013 wurden insgesamt 1.244 Patienten mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. 299 Personen starteten eine TB-Therapie, und 30 Patienten begannen ihre multiresistente TB-Behandlung.
  • Der jahrzehntelange Konflikt in Kaschmir hat die seelische Gesundheit  der Bevölkerung schwer belastet. In den Bezirken Srinagar und Baramulla bot Ärzte ohne Grenzen weiterhin in fünf Ortschaften psychologische Hilfe an. Die Teams besuchten auch Gewaltopfer im Krankenhaus von Srinargar und leisteten psychologische Erste Hilfe. 2013 gaben sie insgesamt 2.530 individuelle Konsultationen.
  • Heftige Regenfälle und Erdrutsche im Bundesstaat Uttarakhand verursachten Mitte Juni Überschwemmungen in mehreren Bezirken. Drei Monate lang unterstützte Ärzte ohne Grenzen Patienten, die im Bezirk Rudraprayag unter akutem Stress litten. Die Mitarbeiter führten mehr als 440 Einzel- sowie 37 Gruppengespräche.
  • Im Bezirk Vaishali, Bundesstaat Bihar, ist die Krankheit Kala-Azar endemisch. Dabei handelt es sich um eine parasitäre Erkrankung, die durch den Biss einer infizierten Sandfliege übertragen wird und unbehandelt meist tödlich endet. 2007 begann Ärzte ohne Grenzen bereits, Kala-Azar zu behandeln und führte Liposomal Amphotericin B als Medikament der ersten Therapielinie im Bezirkskrankenhaus in Sadar und in fünf Gesundheitszentren ein. Mehr als 10.000 Patienten wurden mit einer anfänglichen Heilungsrate von 98 Prozent behandelt. Seit 2012 kooperiert Ärzte ohne Grenzen mit der Forschungsinitiative DNDi, um ein Pilotprojekt umzusetzen, das die Sicherheit und Effektivität von zwei Kombinationstherapien sowie der alternativen Single-Shot-Dosierung von Liposomal Amphotericin B überprüft. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. Im Bezirk Darbhanga behandelte Ärzte ohne Grenzen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung. Seit Beginn des Projektes im Jahr 2009 wurden mehr als 13.000 mangelernährte Kinder unter fünf Jahren versorgt.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1999 in Indien.

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