Unsere Hilfe in Honduras

Unsere Aktivitäten im Überblick:

Ärzte ohne Grenzen konzentrierte 2014 die Hilfe in Honduras auf die Behandlung von Gewaltopfern, wobei ein besonderer Fokus auf den Folgen von sexueller Gewalt liegt.

Unsere Hilfe in Honduras im Einzelnen (Auszug):

  • Aufgrund der jahrelangen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Instabilität in Honduras haben die kriminellen Aktivitäten im Land stark zugenommen. Die Hauptstadt Tegucigalpa gilt als eine der gewalttätigsten Städte weltweit. Mord, Entführungen und Vergewaltigungen gehören für viele Bewohner zum Alltag. Im Rahmen der Hilfe in Honduras  hat Ärzte ohne Grenzen mit dem Gesundheitsministerium in Tegucigalpa das Projekt „prioritäres Angebot“ entwickelt, das medizinische und psychologische Hilfe für Gewaltopfer anbietet und auch Opfer sexueller Gewalt einschließt. Denn eine umfassende Gesundheitsversorgung fehlt für diejenigen, die es schaffen, die Angst vor Vergeltung zu überwinden und Hilfe in Anspruch nehmen möchten.
  • Das „prioritäre Angebot“ bietet alle Leistungen an einem Ort an, ist vertraulich und kostenlos. Ärzte ohne Grenzen leistet diese Hilfe in Honduras in zwei Gesundheitszentren und im Zentralkrankenhaus von Tegucigalpa. Da viele Menschen, vor allem Frauen und junge Mädchen das Projekt nicht kennen, sensibilisieren die Teams die Bevölkerung für dieses Angebot. In der Folge stieg im Jahr 2014 die Anzahl der Opfer von sexueller Gewalt, die Hilfe innerhalb von 72 Stunden in Anspruch genommen haben.
  • 2014 behandelte Ärzte ohne Grenzen 700 Gewaltopfer, einschließlich 560 Opfer sexueller Gewalt, und führte rund 1.770 psychologische Konsultationen durch. Die medizinische Behandlung bei Vergewaltigung umfasst die Postexpositionsprophylaxe zur Verhinderung einer  HIV-Infektion und zum Schutz vor weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten, vor Hepatitis B und Tetanus. Die Teams leisten psychologische Beratung und Nothilfe.
  • Die Notfall-Verhütungspille ist in Honduras seit 2009 verboten. 2014 wurde eine Debatte im honduranischen Kongress angestoßen, um bei Notfällen das Verfahren zu ändern.  Diese Debatte ist noch nicht abgeschlossen. Ärzte ohne Grenzen hat an den Diskussionen teilgenommen und die psychologischen und medizinischen Folgen einer Schwangerschaft nach einem sexuellen Übergriff aufgezeigt. Da es derzeit in Honduras keine Richtlinien gibt, wie Opfer sexueller Gewalt behandelt werden sollen, setzt sich Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe für Honduras dafür ein, dass das Gesundheitsministerium ein nationales Protokoll verabschiedet.

Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1974 Hilfe in Honduras an.

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