Honduras

Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Überblick

Das öffentliche Gesundheitssystem in Honduras kann Gewaltopfer nicht versorgen. Dies führt dazu, dass diese Menschen nicht die dringend notwendige Hilfe erhalten.

 

Die Aktivitäten im Einzelnen (Auszug)

  • Überlebende von krimineller Gewalt suchen in Honduras nur selten medizinische oder psychologische Hilfe, da sie sich vor ihren Angreifern fürchten und sie von den vielen Hürden des Gesundheitssystems abgeschreckt werden. So gibt es häufig einen Engpass an qualifiziertem Personal und an Medikamenten in öffentlichen Krankenhäusern und Kliniken. Das Gesundheitspersonal schreckt zudem davor zurück, Gewaltopfer zu behandeln, da es negative Auswirkungen befürchtet. Ziel von Ärzte ohne Grenzen ist es, den Zugang zu medizinischer Nothilfe zu erleichtern. Die Mitarbeiter boten daher 2013 ein umfassendes Programm an, das qualitativ hochwertige Behandlung und Nachsorge von Gewaltopfern in der Hauptstadt Tegucigalpa umfasste. Die Mitarbeiter verbesserten für bedürftige Zielgruppen den Zugang zur Nothilfe für Verletzungen, Notfälle und sexuelle Gewalt sowie zur psychologischen Hilfe für Gewaltopfer. Die Notaufnahme des Universitätskrankenhauses Escuela, dem wichtigsten öffentlichen Krankenhaus im Land, ist ständig extrem ausgelastet. Rund 260 Patienten werden dort täglich behandelt. Ärzte ohne Grenzen half bei der Reorganisation der Notaufnahme mit dem Ziel, besser auf ein hohes Patientenaufkommen reagieren zu können und Todesfälle oder bleibende Behinderungen zu vermeiden, die durch unangemessene Behandlung von Verletzungen verursacht werden. Viele Menschen leben auf der Straße: Obdachlose und Menschen, die im informellen Sektor arbeiten wie Straßenverkäufer oder Sexarbeiter sind am stärksten der Gewalt ausgesetzt und vom Gesundheitssystem ausgeschlossen. 2013 besuchten ein Sozialarbeiter, ein Psychologe und ein Arzt wöchentlich 25 Stellen in der Stadt, um den medizinischen, psychologischen und sozialen Bedarf der Bewohner festzustellen. Das Team leistete Erste Hilfe vor Ort, vorbeugende Hilfe und psychologische Unterstützung. Mehr als 1.040 Gewaltopfer, einschließlich 725 Opfer sexueller Gewalt, wurden identifiziert und in den vier Kliniken behandelt, die von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wurden. Es gibt kein nationales Protokoll für die Behandlung von Opfern sexueller Gewalt in Honduras. Das bedeutet, dass die Opfer keinen Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung haben. Ärzte ohne Grenzen ist Teil einer Arbeitsgruppe des Gesundheitsministeriums, um nationale Gesundheitsrichtlinien für die Behandlung und Versorgung von Opfern zu entwickeln.
  • In San Pedro Sula, der zweitgrößten Stadt im Land, reagierte Ärzte ohne Grenzen auf eine hämorrhagische Dengue-Fieber-Epidemie und behandelte zwischen August und November 2013 mehr als 600 Kinder auf der pädiatrischen Station des Krankenhauses Mario Catarino. Die Mitarbeiter spendeten auch Medikamente und medizinische Materialien an das Krankenhaus, um Erwachsene zu behandeln, die an Dengue-Fieber erkrankt waren.

Ärzte ohne Grenzen arbeitete erstmals 1974 in Honduras.

 

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